Definition
Verschiedene Erkrankungen an der Haut lassen sich durch eine photodynamische Therapie (PDT) behandeln.
Ursachen
Durch eine solche photodynamische Therapie (PDT) können Frühformen beziehungsweise Vorläufer von Hautkrebs (aktinische Keratose, Morbus Bowen), Schuppenflechte sowie blasse Tumore der Haut (z. B. Basaliom) behandelt werden. Eine PDT kann nur dort durchgeführt werden, wo keine zu starke Krustenbildung und keine Blutung die Lichteinwirkung behindert.
Als aktinische Keratose werden Hautveränderungen bezeichnet, die meist mehrfach auftreten und durch UV-Strahlen hervorgerufen werden. Daher werden die Befunde auch Lichtschwielen genannt.
Morbus Bowen (Bowen-Krankheit) dagegen wird durch viele Faktoren begünstigt, z. B. durch die Einwirkung chemischer Giftstoffe, Alkohol, Rauchen, bestimmte Viren und auch durch Sonneneinstrahlung.
Schuppenflechte (Psoriasis) entsteht durch eine Reaktion des Abwehrsystems, bei der durch Entzündungsstoffe eine übermäßige Bildung der äußeren Haut verursacht wird. Begünstigende Faktoren sind bestimmte Infektionen mit Bakterien, Medikamente mechanische Beanspruchung, Stress, Rauchen und Alkohol. Außerdem besteht eine erbliche Komponente.
Ein Basaliom ist ein Tumor, der gewissermaßen eine Zwischenform aus gut- und bösartigem Tumor darstellt. Die Bildung eines Basalioms wird durch Belastung mit Sonnenstrahlen (UV-Licht) gefördert.
Symptome
Aktinische Keratose zeigt sich insbesondere an Stellen, die oftmals dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, beispielsweise an Gesicht und Armen. Es bestehen meist mehrere rötliche Flecken oder Knötchen, die in kleinen Gruppen oder weiter verstreut liegen können. Teilweise sind die Befunde verhornt. Aktinische Keratose ist im Prinzip ein Frühstadium eines bösartigen Tumors, des Spinalioms. Dieser sitzt aber nur in der obersten Hautschicht und bereitet dort keine weiteren Probleme. Später kann die aktinische Keratose jedoch in ein ausgeprägtes Spinaliom übergehen. Wie bei allen bösartigen Tumoren können auch beim Spinaliom Strukturen in der Umgebung geschädigt oder zerstört werden. Ebenso können sich Tochtergeschwülste (Metastasen) in andere Körperbereiche oder in nahe Lymphknoten absiedeln und auch dort schwerwiegende Probleme bereiten.
Im Gegensatz dazu liegt Morbus Bowen auch an Körperstellen, auf die nur wenig Licht einwirkt, prinzipiell also an allen Hautstellen und am Übergang zu Schleimhäuten. Es bestehen rötliche, schuppende und raue Stellen, an denen Juckreiz bestehen kann. Morbus Bowen ist ebenso ein Frühstadium eines Spinalioms in der obersten Hautschicht und kann in die ausgedehntere Form übergehen.
Bei Schuppenflechte (Psoriasis) befinden sich gerötete Hautstellen mit Schuppen, die verschieden ausgeprägt sein können. Es kann zu Juckreiz kommen. An manchen Stellen kann auch eine Rötung ohne Schuppen bestehen, z. B. auf Schleimhäuten oder im Gesicht. Zusätzlich kann es zu Finger- und Fußnagelveränderungen kommen sowie gelegentlich auch zu Gelenkbeschwerden.
Das Basaliom ist eine Mischform aus gut- und bösartigem Tumor (semimaligner Tumor), der zwar nicht streut, aber an seinem Wachstumsort in das umliegende Gewebe einwächst und dieses zerstört. Es zeigen sich annähernd hautfarbene Befunde, die in der Mitte eine Vertiefung aufweisen können.
Diagnose
Nach der Patientenbefragung (Anamnese) betrachtet der Arzt die gesamte Haut und insbesondere die verdächtigen Befunde. Um Einzelheiten zu erkennen, wird ein Vergrößerungsglas benutzt. Oftmals kann dann bereits ein Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung geäußert werden. Sicherheit gibt im Prinzip nur eine feingewebliche Untersuchung (Histologie) des Befundes, z. B. nach einer Probeentnahme.
Differenzialdiagnose
Aktinische Keratose, Morbus Bowen und Schuppenflechte können miteinander verwechselt werden. Auch weitere Hautveränderungen müssen von der jeweiligen Erkrankung abgegrenzt werden.
Therapie
Konservative Therapie
Hauttumore können je nach Befund mit Laser, Vereisung (Kryotherapie), Medikamenten oder dem Auftragen von chemischen Wirkstoffen (chemical peeling, z. B. mit 5-Fluoruracil) behandelt werden.
Bei Schuppenflechte (Psoriasis) erweist sich oft eine Therapie mit UV-Strahlen (UVA), oftmals zusammen mit der Gabe bestimmter Wirkstoffe (PUVA), als erfolgreich. Ebenfalls kann ein Badeurlaub (mit Einwirkung von Sonne, Wasser und Salz), auch in Kombination mit der PUVA-Behandlung, sinnvoll sein. Bei hartnäckigen Fällen können auch verschiedene Medikamente gegeben werden.
Operation
Neben der chirurgischen Entfernung (Exzision) und den weiteren Therapiemöglichkeiten kann auch eine photodynamische Therapie (PDT) durchgeführt werden.
Die PDT erfolgt oftmals unter örtlicher Betäubung, da sich Schmerzen ergeben können.
Bei der PDT wird ein Wirkstoff auf die jeweilige erkrankte Stelle aufgetragen. Verwendet wird Methyl-Aminolävulinsäure (MALA, Metvix®). Innerhalb mehrerer Stunden zieht der Wirkstoff in die Zellen des zu behandelnden Gewebes. Daraufhin wird ein starkes Licht auf die Hautstelle gerichtet, das für 10 Minuten bis zu einer halben Stunde einwirkt. Durch die Beleuchtung wird der Wirkstoff in seiner Funktion aktiviert. Die erkrankten Zellen werden zerstört, während das gesunde Gewebe intakt bleibt.
Bisweilen muss vor der photodynamischen Therapie eine Abschabung (Kürettage) an der Stelle des Befundes vorgenommen werden, damit der Wirkstoff und auch das Licht besser an die geschädigten Zellen gelangen können.
Mögliche Erweiterungen der Operation
In den meisten Fällen müssen mehrere Behandlungssitzungen vorgenommen werden, da an einem Tag nur eine begrenzte Fläche mit der PDT behandelt werden kann. Auch für dieselbe Hautstelle sind oft weitere Behandlungssitzungen erforderlich.
Komplikationen
Während der photodynamischen Therapie kommt es oftmals zu einem Brennen, das mit mehr oder weniger starken Schmerzen einhergeht. Die Schmerzen verschwinden meist direkt nach der Behandlung, können unter Umständen auch länger andauern. Nach der Behandlungssitzung ist die Haut meist gerötet, geschwollen und verkrustet. Manchmal bilden sich Blasen, oder es kommt zu einer Entzündung der Hautstelle. Auch Narben können sich in seltenen Fällen entwickeln. Des Weiteren kann es zu Pigmentstörungen im behandelten Areal kommen, die manchmal auch dauerhaft sein können. Auch allergische Reaktionen jeden Schweregrades können nicht ausgeschlossen werden.
Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.
Prognose
In vielen Fällen lässt sich eine Hautveränderung gut mit der photodynamischen Therapie (PDT) eindämmen oder beseitigen.
Bei einer PDT von Tumoren (oder den Vorstufen) kann jedoch nicht genau festgestellt werden, ob der Befund komplett zerstört werden konnte. Daher kann es zu einem Wiederauftreten (Rezidiv) des Befundes kommen. Weitere Behandlungssitzungen mit der PDT oder andere Therapiemöglichkeiten können erforderlich werden.
Bei Schuppenflechte (Psoriasis) können in der Regel die einzelnen Herde mit der PDT gut beseitigt werden. Dennoch gibt es Therapiemöglichkeiten bei der Schuppenflechte, die im Normalfall noch wirkungsvoller sind, so dass eine PDT vor allem dann durchgeführt wird, wenn die Befunde auf andere Methoden nicht oder nur ungenügend ansprechen. Zudem handelt es sich um eine immer wiederkehrende Krankheit, so dass zwar die einzelnen Hautveränderungen oft entfernt werden können, sie aber an derselben oder an anderer Stelle wieder aufblühen können.
Hinweise
Vor der Operation
Medikamente, die die Blutgerinnung negativ beeinflussen, wie beispielsweise Marcumar® oder Aspirin®, müssen möglicherweise in Absprache mit dem Arzt weggelassen werden.
Über vorliegende Allergien sollte der Patient dem Arzt ausführlich Auskunft geben.
Nach der Vorbehandlung wird die Hautstelle, auf die der Wirkstoff aufgetragen wurde, mit Alufolie abgedeckt. Dennoch sollte während der Zeit keine direkte Sonneneinstrahlung auf den Bereich auftreffen.
Nach der Operation
Direkt nach der Behandlung sollte der behandelte Hautbereich kühl gehalten werden, z. B. mit einem „Cool-Pack“ oder einem Eisbeutel. Auf die entstandenen Krusten sollte Salbe (z. B. Linola Sept®) aufgetragen werden.
Auf kosmetische Mittel sollte an diesem Hautbereich verzichtet werden, bis die Stellen komplett verheilt sind.
Auch in der Folgezeit sollte sich der Patient weiterhin nicht ausgiebig sonnen oder in ein Solarium gehen. Es sollte ein ausreichender Sonnenschutz bestehen, z. B. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor.
Kontrolluntersuchungen sollten regelmäßig eingehalten werden.
Letzte Aktualisierung am 06.05.2010.