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Neurodermitis, Atopische Dermatitis

Bei der Neurodermitis kann keine spezifische Ursache gefunden werden...

Definition Neurodermitis

Die Neurodermitis, auch unter dem Synonym atopische Dermatitis oder atopisches bzw. endogenes Ekzem bekannt, ist eine allergische Hauterkrankung. Sie verläuft schubförmig und chronifiziert. Unter den Allergien nimmt die Neurodermitis eine besondere Stellung ein, denn im Gegensatz zu den Nahrungsmittelallergien, dem Heuschnupfen oder der Hausstaubmilbenallergie lässt sich in ihrem Falle nicht eindeutig eine spezifische Gruppe von Auslösern bestimmen. Eine Allergie auf bestimme Lebensmittel, auf Pollen, Gräser oder Hausstaubmilben können neben Faktoren wie Stress und psychische Belastung zur Erkrankung führen. Die Haut, das größte Organ des Menschen, hat neben der Wärmeregulation und verschiedenen anderen Aufgaben eine Schutzfunktion. Leidet ein Mensch unter sehr trockener Haut, so ist diese Schutz- und Barrierefunktion eingeschränkt und das Entstehen einer Neurodermitis wird begünstigt.

Da die Neurodermitis zum Formenkreis der Atopien zählt, leidet der Betroffene meist unter mehreren Allergien (wie zum Beispiel Asthma oder Heuschnupfen). Eine Allergie ist eine Erkrankung des Abwehrsystems (Immunsystem). Normalerweise hat das Immunsystem die Aufgabe, gesundheitsschädliche (pathogene) Stoffe und Lebewesen (Organismen wie Bakterien, Viren oder Pilze) abzuwehren und zu vernichten. Dringt eine fremde, pathogene Substanz in den Körper ein, so kommt es noch auf der Hautoberfläche oder im Körperinneren (Darm oder Lunge) durch die aktivierten ortsständigen Abwehrzellen (zum Beispiel die Makrophagen oder Lymphozyten) zu einer Entzündungsreaktion. Ziel der Entzündung ist es, den fremden Organismus abzutöten und zu eliminieren. Nur so bleibt der Mensch gesund und überlebt. Bei einer Allergie kommt es zu einer überschießenden Reaktion (Überempfindlichkeit) der menschlichen Abwehr. Abhängig vom Typ der Allergie kann es zu krankhaften Symptomen wie im Falle der Neurodermitis zu Juckreiz und einer Entzündungsreaktion der Haut kommen.

Der Mensch kann auf verschiedene Substanzen allergisch reagieren, am Häufigsten treten Reaktionen im Kontakt mit Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaaren und Nahrungsmitteln auf. Diese Stoffe werden dann als „Allergene“ bezeichnet.

Wie der Name „Neurodermitis“ (stammt aus dem Griechischen) zeigt, ging man ursprünglich davon aus, dass die Hautentzündung durch eine Nervenerkrankung verursacht wird. Mittlerweile konnte dies aber von Forschern widerlegt werden.

Das typische Symptom der Neurodermitis ist das Hautekzem (beinhaltet Entzündung und Juckreiz (Pruritus). Grundsätzlich kann sich in jedem Alter eine Neurodermitis entwickeln. Hauptsächlich sind aber Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Umfragen ergaben, dass jedes fünfte Schulkind an einer Neurodermitis erkrankt ist. Die Neurodermitis hat eine Rückbildungstendenz von bis zu achtzig Prozent.

Je früher die Erkrankung ausbricht, desto besser sind die Chancen, dass im späteren Leben eine Beschwerdefreiheit besteht.

 

Ursachen der Neurodermitis

Der Entstehungsmechanismus der Neurodermitis ist vielseitig (multifaktoriell). Zum einen können Allergien und Barrierestörungen der Haut und zum anderen Faktoren wie Stress und psychische Belastung zu der Erkrankung führen. Auch eine genetische Vererbung ist nachgewiesen. In der heutigen Zeit nehmen die Allergien immer mehr zu. Als Auslöser werden eine steigende Schadstoffbelastung der Umwelt bzw. der Lebensmittel und die verstärkte Hygiene diskutiert.

Allergien werden abhängig von den jeweils beteiligten Zellen und der Reaktionszeit des Körpers in vier große Gruppen (I-IV nach Coombs und Gell) unterteilt: Der Typ I ist der am häufigsten vorkommende Typ und wird auch als „Soforttyp“ bezeichnet. Voraussetzung für eine allergische Reaktion ist der Erstkontakt mit dem Allergen (Sensibilisierungsphase) in der der Betroffene noch nichts merkt. Kommt er jedoch ein zweites Mal mit dem Allergen in Kontakt, so existieren nun im Körper bestimmte Moleküle (IgE- Antikörper), deren Bindungsstelle exakt auf das Allergen passt. Es kommt zur Sofortreaktion (innerhalb von Sekunden bis Minuten), denn die IgE- Antikörper, die in diesem Falle auf Abwehrzellen (Mastzellen) sitzen, binden das Allergen. Als Folge entleeren sich die Mastzellen und setzen Stoffe wie Histamin, Leukotriene und andere Entzündungs- übermittelnde (Entzündungsmediatoren) Stoffe frei.

Nun leidet der Betroffene unter allergischen Symptomen (zum Beispiel entsteht durch die Histamin- Ausschüttung Juckreiz). Zu dieser Gruppe der klassischen Typ I- Allergien zählen zum Beispiel die Neurodermitis, das allergische Asthma bronchiale, der allergische Schnupfen/ Heuschnupfen, Nahrungs- und Medikamenten- Allergien und der anaphylaktische Schock.

m Falle der Neurodermitis ist zusätzlich nachgewiesen, dass eine trockene Haut (die Talgdrüsen produzieren nicht genug Fett) eine reduzierte Schutzfunktion besitzt und die Allergene nicht ausreichend abwehren kann. Sind in der Familie mehrere Mitglieder an einer Neurodermitis, einem Asthma bronchiale oder einer Nahrungsmittelallergie erkrankt, liegt der Verdacht nahe, dass eine familiäre Vererbung vorliegt. Man spricht dann von einer atopischen Veranlagung (der Begriff stammt aus dem griechischen und heißt soviel wie: "sonderbar" und geht mit einer erhöhten Bildung der IgE- Antikörper einher). Sind beide Eltern von einer Atopie betroffen, so steigt das Risiko für ein Erkranken des Kindes auf 60% an. Manchmal besitzen Stoffe ähnliche Oberflächen wie das Allergen und so kann es bei einer Allergie gegen Pollen auch zu einer Reaktion gegen Kernobst kommen. Dasselbe Phänomen ist bei Latex und Bananen zu beobachten.

Bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Tomaten) oder Arzneimittel können ebenfalls zu einer Histaminausschüttung führen. Man spricht dann von einer "Pseudoallergie".

Symptome einer Neurodermitis

Da die Neurodermitis durch verschieden Faktoren ausgelöst werden kann, fallen die Symptome in ihrer Form und Stärke unterschiedlich aus. Außerdem sind sie abhängig von den Jahreszeiten (Licht und Sonne lindert die Beschwerdesymptomatik) und geographischen Einflüssen (Berge und Meer bieten ein allergenarmes Klima). Meist verläuft die Neurodermitis schubförmig und besteht ein Leben lang (chronisch).

Es besteht ein Wechsel aus Phasen in denen das Hautbild schlecht ist, starker Juckreiz und eine schwere Entzündungsreaktion bestehen und Phasen, in denen die Haut fast keine krankhaften Veränderungen aufweist. Das typische Symptom einer Neurodermitis ist das Ekzem. Es kommt zu einer Hautrötung, einer geringen Schwellung und einem stark anhaltenden Juckreiz (wird vor allem durch Wärme verstärkt).

Durch das Kratzen entstehen offene Stellen, die die Entzündung, ausgelöst durch die allergische Reaktion, noch zusätzlich verstärken. Siedeln sich vermehrt Bakterien oder Viren an, spricht man von einer bakteriellen oder viralen "Superinfektion".

Abhängig vom Alter des Betroffenen gibt es spezielle Lokalisationen des Körpers, die von der Neurodermitis betroffen sind: bei Säuglingen sind vermehrt die Streckseiten von Armen/Beinen, der Gesichtsbereich und Kopf (Milchschorf) betroffen, bei Kindern und Erwachsenen tritt die Neurodermitis häufig in den Beugen (Ellenbeuge/Kniebeuge) auf. Durch das anhaltende Kratzen kommt es zu einer Vergröberung der Hautstruktur und das Endstadium bezeichnet man als "Lichenifikation".
 

Diagnose

Besteht der Verdacht einer Neurodermitis, so sollte der Kinder- oder Hausarzt den betroffenen Patienten an einen Spezialisten, einen Hautarzt (Dermatologen) weiter verweisen. Für die Diagnosestellung "Neurodermitis" ist die Befragung des Patienten (Anamnese) von größter Bedeutung. Bei Kindern sollten Aussagen der Eltern hinzugezogen werden (Fremdanamnese). Außerdem müssen die betroffen Hautpartien genauestens inspiziert und mögliche andere Erkrankungen (siehe Differentialdiagnosen) ausgeschlossen werden. Zusätzlich muss gefragt werden, wie lange die Beschwerden schon bestehen (Abgrenzung akut/chronisch) und ob ein Zusammenhang mit bestimmten Situationen (wie Stress, Streicheln einer Katze oder Essen eines bestimmten Lebensmittels) erkennbar ist. Dann sollte vom Hautarzt ein Hauttest durchgeführt werden. Besteht kein Verdacht im Hinblick auf die Allergie- auslösende Substanz, so bedient man sich einem großen Paket verschiedener Test-Substanzgruppen.

Mögliche standardisierte Verfahren für einen Allergennachweis sind:

  • der Reibetest (das Allergen wird gelöst  in die Haut eingerieben),
  • der Prick- Test (die Testlösung wird auf die Haut aufgetragen und mit einer Lanzette eine kleine Läsion verursacht, das Ablesen erfolgt nach spätestens 20 Minuten),
  • der Intrakutan- Test (die verdünnte Allergenlösung wird unter die Haut gespritzt, ein Ergebnis wird nach 20 Minuten oder nach 10 Stunden erwartet) und
  • der Epikutan- Test (das Allergen wird mit Hilfe von Vaseline und einem Pflaster auf der Haut fixiert. Nach 72 Stunden erfolgt ein Ablesen).

Rötungen weisen auf eine Reaktion hin. Diese kann (muss aber nicht) eine Allergie beweisen. Genauso verhält es sich mit der IgE- Konzentration im Blut. Diese kann auch durch andere Faktoren, wie ein Infekt oder ein Malignom, erhöht sein. Anhand des äußeren Erscheinungsbildes und der Anamnese beurteilt der Hautarzt die Schwere der Erkrankung. Er orientiert sich an einem festgelegten Schema (Scorad) indem er für verschiedene Punkte wie das Ausmaß, die Intensität und subjektive Symptome der Erkrankung Punkte verteilt, die in der Summe den Schweregrad der Neurodermitis widerspiegeln.

Für eine atopische Veranlagung sprechen:

  • ein weißer Dermographismus (nach einer Hautreizung kommt es nicht wie erwartet zu einer Rötung durch eine Gefäßerweiterung, sondern zu einer Abblassung der Hautpartie durch eine Gefäßverengung),
  • eine Dennie-Morgan-Falte (doppelte untere Lidfalte) und
  • das Hertoghe-Zeichen (die Augenbrauen sind seitlich verkürzt).

 

Differentialdiagnose

Bevor die Diagnose "Neurodermitis" gestellt werden kann, müssen andere Erkrankungen, die ein ähnliches Erkrankungsbild verursachen können, ausgeschlossen werden. Hierzu zählen: eine Kontaktdermatitis (Allergie gegen einen bestimmten Stoff, wie zum Beispiel Nickel), eine seborrhoische Dermatitis (durch eine Überproduktion der Talgdrüsen verursacht), eine Psoriasis (Schuppenflechte), Infektionen durch Pilze/ Bakterien /Viren, Reaktionen auf Medikamente und andere Kunststoffe und psychische Ursachen wie eine Depression oder ein ängstlich- hypochondrisches Verhalten.

 

Therapie

Allergische Erkrankungen wie die Neurodermitis sind nicht heilbar, aber meist können die Anzahl der Anfälle und die Schwere der Symptome reduziert werden. Zuerst sollten die Auslöser (wenn bekannt) gemieden werden. Das kann zum Beispiel auch bedeuten, dass man sich von geliebten Haustieren trennen muss. Bei einer Hausstaubmilbenallergie sollten Teppiche und Vorhänge aus den Zimmern verbannt werden und das Bettzeug ausreichend häufig bei 90 Grad gewaschen werden. Für die Matratze gibt es spezielle Überzüge, die undurchlässig für Milben sind. Außerdem gibt es Allergiker-Bettzeug, denn Federbetten sind stark Milben- lastig. Bei Nahrungsmittelallergien helfen spezielle Kochbücher und Packungshinweise. Eine Vermeidung der Pollen und Gräser ist schwer zu bewerkstelligen, aber mittlerweile gibt es spezielle Fensternetze (ähnlich wie Moskitonetze) die Pollen und Allergene der Luft zurückhalten.

Bei der Neurodermitis lindert meist schon das Kühlen der betroffenen Hautpartie den Juckreiz. Kindern können Kratzalternativen (wie zum Beispiel das Vorlesen einer Geschichte) Ablenkung bringen. Bei der Kleidungswahl sollte ein vermehrtes Scheuern durch Nähte und harten Stoff verhindert werden. Speziell für Kinder gibt es Overalls die den ganzen Körper samt Füße und Hände einschließen, um ein Kratzen zu vermeiden. Ist Stress ein Auslöser der Allergie, so kann autogenes Training oder eine Verhaltenstherapie zur Entspannung führen.

Derzeit finden Lichttherapien mit UVA und UVB statt, die das Hautbild verbessern. Außerdem werden alternative Verfahren wie die Hypnose, die Selbsthypnose, die Homöopathie und die Akupunktur eingesetzt. Unabhängig vom Entstehungsmechanismus der Neurodermitis ist das tägliche Eincremen der Haut eine der wichtigsten Therapiemaßnahmen. Nur so kann eine trockene Haut verhindert werden. Besonders nach dem Kontakt mit Wasser (Duschen/Baden) sollte der Betroffene auf eine ausreichende Feuchtigkeits-Versorgung der Haut durch Lotionen, Cremen oder Öle achten.

Führen all diese Maßnahmen nicht zu einer Linderung der Beschwerdesymptomatik, so muss die Neurodermitis medikamentös behandelt werden. Für die Hautpflege gibt es ein spezielles Stufenschema (I- III) an dem sich Betroffene im Hinblick auf die Pflegeproduktwahl orientieren können. Die Stufe I beinhaltet die Basispflege. Ziel ist es den Fett- und Feuchtigkeitsgehalt der Haut zu erhöhen. Das Hautbild stellt sich als trocken und juckend dar. In der Stufe II werden entzündungshemmende Mittel (Kortison- Alternativen) verwendet, denn die Haut ist gerötet und schwach entzündet. Kommt es zu einer stärkeren Entzündung, mit zusätzlichem Nässen und verstärktem Juckreiz, so spricht man von einer Stufe III und wendet Cortison und andere Immunsuppressiva (Tacrolimus/Pimecrolimus) an. Kommt es zu einer bakteriellen oder viralen Superinfektion so werden zusätzlich Antibiotika oder Virostatika verschrieben.

Tritt die Neurodermitis hauptsächlich als Folge einer Allergie gegen zum Beispiel Pollen oder Tierhaare auf, so können Antihistaminika (z. B. Loratadin) die Beschwerden lindern. Diese setzen sich auf die Rezeptoren des Histamins und blockieren dessen Wirkung. Außerdem werden Leukotrienantagonisten (Montelukast) benutzt, diese verhindern die Wirkung des Leukotrien (wirkt ähnlich wie Histamin). Zusätzlich kann das Ausschütten von Histamin und Leukotrienen aus den Mastzellen durch Mastzellstabilisatoren (Cromoglicinsäure) verhindert werden.

Zum größten Teil gibt es all diese Medikamente in Nasenspray-, bzw. Atemspray-, Salben-, Tropfen- oder Tablettenform und eine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker sollte erfolgen. Ist auf lange Sicht kein Behandlungserfolg vorhanden und die Allergie im Alltag sehr belastend, so kann eine Hypo- bzw.  Desensibilisierung in Betracht gezogen werden. Hierbei wird dem Betroffenen das bekannte  Allergen (derzeit nur bei Insektengift-, Pollen-, Gräser- oder Hausstauballergie möglich), in aufsteigender Dosis verabreicht. Dieser Prozess dauert drei Jahre und kann mittlerweile durch die Einnahme einer Tablette (täglich) oder das Erhalten einer Spritze (in den ersten drei Monaten wöchentlich, anschließend einmal pro Monat) erfolgen. Grundlage der Therapie ist der Aspekt, dass sich durch den kontinuierlichen Kontakt mit dem Allergen, andere Antikörper (IgG- Antikörper) bilden, die beim erneuten Allergen-Kontakt mit den IgE- Antikörpern konkurrieren. Die allergische Reaktion wird so abgeschwächt. Die Erfolgsquote ist mit 75% sehr hoch. Die allerneuste Therapie besteht aus der Verabreichung von Anti- IgE- Antikörper (alle vier Wochen). Diese binden die IgE- Antikörper selbst, sodass diese für eine allergische Reaktion nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Gefahr eines Kreislaufversagens (anaphylaktischer Schock) durch eine allergische Reaktion wird abhängig vom Schweregrad mit einem Antihistaminikum, Sauerstoff- und Flüssigkeitsgabe, Adrenalin, Cortison und im schlimmsten Fall mit einer Wiederbelebungs-Maßnahme behandelt.

 

Prognose

Da eine Allergie wie die Neurodermitis grundsätzlich nicht heilbar ist, sollte schon kurz nach der Geburt eines Kindes eine "Allergieprophylaxe" betrieben werden. Darunter fallen das Stillen des Kindes bis zum sechsten Lebensmonat, das Vermeiden von Zigarettenrauch in nächster Umgebung und eine Reduktion der Hausstaubmilben im Schlafbereich. Außerdem ist durch Studien nachgewiesen, dass Kinder die in ländlicher Umgebung mit mehreren Geschwistern aufwachsen, weniger an Allergien erkranken. Zusätzlich können Prä- und Probiotika (enthalten Laktobazillen), die einen positiven Einfluss auf die Darmflora haben und das Immunsystem stärken, durchaus einen positiven Einfluss auf die Allergieentwicklung oder deren Verlauf nehmen.

 

Hinweise für Patienten

Die Nebenwirkungen der oben genannten Medikamente sollten unbedingt berücksichtig werden! Antihistaminika führen häufig zu Müdigkeit und können ein Glaukom (grüner Star) auslösen. Durch die Leukotrienantagonisten können Kopfschmerz, Fieber, Übelkeit und Durchfall entstehen. Eine Cortison- Therapie hilft nicht sofort und kann in höheren Dosen zu einer Erkrankung namens "Morbus Cushing" führen. Leitsymptome sind ein Vollmondgesicht und eine ausgeprägte Gewichtszunahme. Außerdem kann eine Zuckerkrankheit (Diabetes), eine Knochenentkalkung (Osteoporose), Verletzungen des Magens und Hautveränderungen ausgelöst werden.

Das Immunsystem ist abgeschwächt und der Patient Infekt-gefährdet. Werden Immunsuppressiva wie das Tacrolimus oder Pimecrolimus therapeutisch angewendet, so muss dies unter strenger ärztlicher Aufsicht erfolgen, da noch keine Studien zu den Langzeitwirkungen (eventuell krebsauslösend) vorliegen.

Für die Erkrankung der Neurodermitis gibt es mittlerweile Patienten- Schulungen, in denen Betroffene viele Informationen rund um ihre Erkrankung vermittelt bekommen. Diese Neurodermitis-Schulungen sind sehr empfehlenswert und immer mehr Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten.



Letzte Aktualisierung am 06.05.2010.

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