Bei verschiedenen Veränderungen an der Haut kann oft erst eine Probeentnahme oder eine Entfernung mit nachfolgender feingeweblicher Untersuchung (Histologie) Klarheit über die Art der Erkrankung schaffen.
Ursachen
Es gibt sehr viele unterschiedliche Veränderungen an der Haut, wegen denen eine Entfernung (Exzision) oder Probeentnahme (Biopsie) durchgeführt wird. Dies betrifft meist kleine Wucherungen (Tumore) an der Haut, die meist gutartig, manchmal auch bösartig sein können. Die Ursache solcher Wucherungen ist oftmals nicht bekannt, fördernd kann je nach dem Befund z. B. eine starke Sonneneinstrahlung (UV-Strahlen), eine Belastung mit weiteren Strahlen oder mit chemischen Substanzen sein. Gelegentlich kann den Hautwucherungen auch eine erbliche Komponente zugrundeliegen. Es gibt auch Erbkrankheiten, die nahezu immer mit Hauttumoren einhergehen.
Symptome
Die Hauttumore können sich prinzipiell an jeder Hautstelle des Körpers befinden, wobei es je nach Art der Wucherung bevorzugte Körperstellen gibt. Die Befunde können flach, erhaben oder manchmal auch eingedellt sein. Die Farbgebung kann von hautfarben oder hell über rötlich oder bläulich bis hin zu braun oder schwarz variieren. Die Ränder können scharf oder unscharf begrenzt sein, letzteres kann manchmal ein Hinweis auf Bösartigkeit sein. Schmerzen bestehen in den allermeisten Fällen nicht. Es kann unter Umständen Juckreiz auftreten.
Diagnose
Nach der Patientenbefragung (Anamnese) betrachtet der Arzt die gesamte Haut und insbesondere die verdächtigen Befunde. Um Einzelheiten zu erkennen, wird ein Vergrößerungsglas benutzt. Oftmals kann dann bereits ein Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung geäußert werden. Eine sichere Diagnose kann nur mit einer feingeweblichen Untersuchung (Histologie) gestellt werden, welche nach der Operation durchgeführt wird.
Differenzialdiagnose
Ganz verschiedene gutartige und manchmal auch bösartige Tumore müssen voneinander unterschieden werden. Dies gelingt durch die feingewebliche Untersuchung nach Entfernung oder Probeentnahme.
Therapie
Konservative Therapie
Durch nichtoperative Maßnahmen lässt sich nicht genau bestimmen, um was für einen Befund es sich handelt. Ebenfalls muss die Behandlung in den allermeisten Fällen chirurgisch erfolgen.
Operation
In der Regel wird eine örtliche Betäubung vorgenommen, um die Exzision (Ausschneiden) einer Hautprobe durchzuführen.
Liegt die Veränderung an der Oberfläche, so ist meist das Abschaben mit einem speziellen löffelartigen Instrument ausreichend (Kürettage).
Ein erhabener Befund kann auch mit dem Skalpell abgeschnitten werden (Shave-Abtragung). Ebenfalls kann mit einer Schlinge mit Hochfrequenzstrom eine Abtragung eines solchen Befundes vorgenommen werden.
Soll die Untersuchung der gesamten Hautdicke durchgeführt werden, so wird gelegentlich eine Probeentnahme mit einem Stanzgerät (Stanzbiopsie) vorgenommen. Die entstehende Wunde muss oftmals mit einer Naht aus einem Faden versorgt werden. Der Faden wird nach einigen Tagen wieder entfernt.
Bei kompletter Entfernung oder Herausnahme eines größeren Bereiches wird mit dem Skalpell ein Stück Haut in Form einer Spindel ausgeschnitten (Exzision). Die Haut wird in den allermeisten Fällen vernäht.
Mögliche Erweiterungen der Operation
Je nach dem Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung (Histologie) können dann weitere Maßnahmen notwendig werden.
Komplikationen
Bei der Operation können umgebende Strukturen beschädigt werden. Teils können erhebliche Funktionseinschränkungen oder auch kosmetische Probleme daraus resultieren. Es können
Blutungen,
Nachblutungen und
Blutergüsse auftreten. Bei Nervenverletzungen kann es unter anderem zu Taubheitsgefühl und Lähmungserscheinungen kommen, die vorübergehend, aber auch dauerhaft sein können. Weiterhin kann es zu
Wundheilungsstörungen und überschießender Narbenbildung kommen. Allergische Reaktionen jeden Schweregrades können nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kreislaufreaktionen auftreten.
Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.
Prognose
Bis das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung vorliegt, dauert es wenige Tage bis eine Woche. Falls mehrere Proben untersucht werden müssen oder Spezialuntersuchungen durchgeführt werden müssen, kann es auch länger dauern. Die Prognose und die weitere Behandlung richtet sich nach dem jeweiligen Befund.
Bei bestimmten Befunden (z. B. einem bösartigen Tumor) kann es notwendig sein, in einer weiteren Operation das erkrankte Gewebe komplett und mit großem Sicherheitsabstand zu entfernen.
Hinweise
Vor der Operation
Medikamente, die die Blutgerinnung negativ beeinflussen, wie beispielsweise Marcumar® oder Aspirin®, müssen oft in Absprache mit dem Arzt weggelassen werden.
Nach der Operation
Erfolgt die Operation
ambulant und unter Betäubungsmitteleinwirkung, so muss sich der Patient abholen lassen, da er für
24 Stunden kein Auto mehr fahren darf, außerdem dürfen keine Maschinen bedient werden und keine bedeutsamen Entscheidungen getroffen werden.
Nach einigen Tagen werden die Fäden vom Arzt wieder gezogen, sofern es sich nicht um selbstauflösende Nähte handelt. Es können weitere Maßnahmen wie Verbandswechsel oder Auftragen von Heilsalben notwendig werden.
Falls Auffälligkeiten bemerkt werden, die auf Komplikationen hindeuten könnten, so sollte nicht gezögert werden, den Arzt zu kontaktieren.
Letzte Aktualisierung am 06.05.2010.