Bei Erfrierungen der Haut ist der Körper an bestimmten Stellen durch die Einwirkung von Kälte beeinträchtigt. Gefährdet sind vor allem Körperteile mit wenig Muskulatur, die man schlecht warm einpacken kann und die eine gute Angriffsfläche für Kälte, Nässe und Wind bieten, wie Nase, Ohren und Wangen. Auch Personen, die übermüdet, erschöpft oder hungrig sind, bemerken oft zu spät, dass sie frieren. Ähnlich geht es spielenden Kindern im Winter und Menschen mit Durchblutungsstörungen. Das Ausmaß von Erfrierungen des Haut kann in drei Schweregrade eingeteilt werden.
Eine Erfrierung der Haut ist eine schwere Gewebsschädigung, die entsteht, wenn ein Körperteil zu lange der Kälte ausgesetzt wird. In den meisten Fällen sind schlecht durchblutete Körperteile, wie Nase, Ohren, Zehen und Finger betroffen. Je länger die Kälte andauert, desto ausgedehnter und schwerwiegender ist die Schädigung. Der Körper pumpt bei Kälte zunächst mehr Blut in Arme und Beine. Damit auch die Durchblutung der lebenswichtigen inneren Organe und somit ihre Funktionstüchtigkeit erhalten bleibt, ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Ist der Körper weiterhin der Kälte ausgesetzt, können sich in den Körperzellen Eiskristalle bilden. Dadurch werden die Zellen zerstört und die roten Blutkörperchen verklumpen. Es kommt zum Verschluss der Gefäße, sodass das Gewebe schlechter durchblutet wird und im Extremfall abstirbt.
Jeder Mensch empfindet Temperatur und Kälte anders, sodass einige Menschen eine Temperatur als kühl beschreiben, während andere bereits frieren. Die schädigende Wirkung von Kälte hängt von vielen Faktoren ab. Die individuelle Verträglichkeit von Kälte ist ebenso wichtig, wie die Dauer der Kälteeinwirkung und die tatsächliche Temperatur, der ein Körperteil eine bestimmte Zeit ausgesetzt war. Erfrierungen werden durch viele Faktoren begünstigt, wie beispielsweise Nässe. Unter nasser Kleidung kommt es viel schneller zu Erfrierungen der Haut, da die Feuchtigkeit dem Körper Wärme entzieht. Körperliche und geistige Erschöpfung oder Blutverlust beschleunigen die Entwicklung von Erfrierungen ebenfalls. Ebenso begünstigt Alkohol die Entstehung von Erfrierungen. Alkohol führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße. Durch diese Gefäßerweiterung gelang mehr Blut in Bereiche der Hautoberfläche. Der Körper gibt dann schneller Wärme ab und die Betroffenen frieren schneller.
Erfrierungen schädigen die Haut in unterschiedlichem Maße: Es kann nur die oberste Hautschicht, aber auch tiefer liegendes Gewebe betroffen sein. Der Schweregrad der durch Kälte verursachten Hautschädigung kann in drei Grade eingeteilt werden. Je nach Ausmaß der Erfrierung kommt es zu unterschiedlichen Symptomen:
Bei der Behandlung von Erfrierungen ist es zunächst ausschlaggebend, die betroffenen Körperbereiche schonend und langsam wieder aufzuwärmen. Das Ziel dabei ist, die Blutzirkulation im geschädigten Gewebe wiederherzustellen. Beim Aufwärmen ist jedoch besondere Vorsicht angebracht. Erscheint Wasser für normal durchblutete Haut lediglich warm, so kann es auf gefrorenen Körperbereichen zu schweren Verbrennungen oder Verbrühungen führen. Der Temperaturunterschied zwischen dem warmen Wasser und dem kalten Körperteil kann dabei so hoch sein, wie bei normaler Haut und kochend heißem Wasser. Aus diesem Grunde sollten gefrorene Körperteile langsam mit anfangs eher kaltem Wasser oder Umschlägen erwärmt werden. So können sich die Blutgefäße langsam und allmählich wieder erweitern. Die Temperatur des Wassers kann dann langsam auf bis zu 40 Grad angehoben werden. Der durch die Wärme bedingte Blutrückfluß kann dem Betroffenen zunächst Schmerzen bereiten.
Massagen der unterkühlten Stellen sind, besonders bei schwereren Erfrierungen, nicht ratsam. Durch die Kälte können sich in den gefrorenen Blutgefäßen Thromben gebildet haben. Diese würden sich durch eine Massage lösen und unter Umständen lebensgefährliche Embolien verursachen. Durch die Erfrierung hervorgerufene Blasen sollten nicht geöffnet werden. Sie können lediglich durch einen Arzt unter sterilen Bedingungen punktiert werden. Die Blasenhaut sollte auf der Wunde gelassen werden, weil Sie den besten natürlichen Schutz vor Infektionen bietet.
Erfrierungen III. Grades werden in vielen Fällen chirurgisch behandelt. Dabei kann der eigentliche Kälteschaden oft erst nach Tagen oder Wochen genau festgestellt werden. Nur wenn eine genaue Abgrenzung von gesundem und abgestorbenem Gewebe gemacht werden kann, kann Amputation oder Ausschneidung fachgerecht durchgeführt werden. Sind durch Erfrierungen mehr als 10 Prozent der Körperoberfläche betroffen, sollte der Betroffene unbedingt in einem Krankenhaus behandelt werden. Bei starken Schmerzen können Schmerzmittel verabreicht werden.
In den meisten Fällen ist die Prognose von Erfrierungen der Haut sehr gut. Lediglich in sehr schweren Fällen bei Erfrierungen dritten Grades ist unter Umständen eine Amputation erforderlich. Es bleibt aber relativ häufig eine gesteigerte Kälteempfindlichkeit der betroffenen Körperstellen zurück.