Definition
Zur Behandlung von
Besenreisern, die lediglich ein
Schönheitsproblem darstellen, empfiehlt sich unter anderem eine
Verödung (Sklerotherapie).
Ursachen
Besenreiser entstehen bei
Erweiterung von direkt unter der Hautoberfläche liegenden Gefäßen. Bei vielen Menschen bilden sich im Laufe der Jahre Besenreiser, ohne dass eine direkte Ursache dafür gefunden werden kann. Bisweilen besteht jedoch eine allgemeine angeborene Bindegewebsschwäche. Ebenso kann es bei Venenerkrankungen, z. B. Krampfadern (Varizen), dazu kommen, dass sich Besenreiser ausbilden. Männer und Frauen sind ungefähr gleich häufig von Besenreisern betroffen.
Symptome
Besenreiser zeigen sich häufig als
dunkle,
dünne Adern, die netz- oder fächerförmig vor allem auf den Oberschenkeln zu sehen sind. Manchmal sind die Aderbäumchen auch in einem helleren Rot vorhanden. Durch den charakteristischen Anblick haben die Besenreiser auch ihren Namen bekommen. Besenreiser stellen lediglich eine ästhetische Auffälligkeit dar. Sie bereiten keinerlei weitere Beschwerden.
Diagnose
Neben der Befragung des Patienten (Anamnese) und der körperlichen Untersuchung sollte insbesondere eine spezielle
Ultraschalluntersuchung (Duplex-Sonographie) durchgeführt werden. Hiermit kann eventuell nachgewiesen werden, dass Krampfadern die Besenreiser bedingen. Bei tatsächlich vorliegenden Krampfadern sollte in vielen Fällen eine spezielle Behandlung erfolgen.
Differenzialdiagnose
In sehr seltenen Fällen können andere Gefäßerkrankungen ein ähnliches Bild ergeben wie Besenreiser. Krampfadern müssen jedoch ausgeschlossen werden.
Therapie
Konservative Therapie
Besenreiser können auf verschiedene Weise beseitigt werden. Dazu gehören neben der
Verödung die Behandlung mit
Strom,
Laser sowie mit der so genannten
Blitzlampe (
IPL-Behandlung). Aus medizinischer Sicht können die Besenreiser auch belassen werden.
Operation
Eine oft wirkungsvolle Therapiemethode von Besenreisern ist die
Verödungsbehandlung.
Eine Betäubung ist für die Verödung von Besenreisern in den meisten Fällen nicht notwendig, da sich kaum Schmerzen ergeben.
In ein in der Mitte der jeweiligen Besenreiser-Stelle gelegenes Gefäß wird mit einer feinen Nadel ein Wirkstoff eingespritzt, der einen Entzündungsreiz an der Gefäßwand hervorruft. Dadurch wird eine Gerinnung des in den Äderchen vorhandenen Blutes ausgelöst, so dass sich nach der Behandlung erst einmal eine verstärkte Gefäßzeichnung ergibt. In der Folgezeit wird das verklumpte Blut vom Körper zersetzt und aufgenommen. Die Gefäßwand fällt langsam in sich zusammen und verklebt mit der Gegenseite. Hierdurch ergibt sich eine wesentlich geringere Auffälligkeit der Äderchen. Nach der Behandlung wird die Einstichstelle mit einem Druckverband versorgt.
Am Folgetag der Verödungsbehandlung werden gelegentlich die Äderchen eröffnet und das geronnene Blut herausgedrückt. Dies kann eine weitere ästhetische Verbesserung bewirken.
Bei der airblock-Methode wird zusätzlich zur Verödungsmaßnahme sehr wenig Luft in das jeweilige Äderchen eingeführt. Dadurch wird ebenfalls das Blut herausgedrückt, und auch das Verödungsmittel kann besser einwirken. Eine Kombination stellt das Einspritzen von Schaum dar, der aus Luft und Verödungswirkstoff zusammengesetzt ist.
Mögliche Erweiterungen der Operation
In den allermeisten Fällen sind über die beschriebenen Maßnahmen hinaus keine unmittelbaren zusätzlichen Aktionen notwendig.
Komplikationen
An der Einstichstelle kann es zu verschiedenen Problemen kommen.
Blutungen,
Nachblutungen sowie
Blutergüsse können verursacht werden. Bei (seltener) Nervenschädigung kann unter anderem ein meist nicht dauerhaftes Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen auftreten.
Infektionen,
Wundheilungsstörungen und überschießende Narbenbildung mit ästhetischen Einschränkungen oder Schmerzen sind möglich. Pigmentstörungen an den Stellen können sich ergeben. Um die Besenreiser herum können sich nach der Verödungsbehandlung neue, feine Blutgefäße ausbilden, deren Bildung durch den Entzündungsreiz gefördert wird und die als geröteter Hautbereich sichtbar sind (so genanntes Matting). Später muss oftmals eine Lasertherapie vorgenommen werden, um die Rötung wieder zu beseitigen. Des Weiteren können kurzzeitige Sehprobleme oder Migräneattacken vorkommen. Allergische Reaktionen verschiedenen Schweregrades können auftreten.
Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.
Prognose
Meist ist eine gute Behandlung der Besenreiser möglich, so dass diese wesentlich weniger auffällig werden. Jedoch können die Äderchen auch verbleiben, oder neue Besenreiser können sich im Laufe der Zeit bilden. Je nach der Zahl der Besenreiser sind oft mehrere Verödungssitzungen notwendig, da nicht eine zu große Menge des Wirkstoffes gegeben werden darf.
Hinweise
Vor der Operation
Medikamente, die die Blutgerinnung beeinträchtigen, beispielsweise Marcumar® oder Aspirin®, müssen in vielen Fällen in Absprache mit dem Arzt abgesetzt werden.
Nach der Operation
Kompressionsstrümpfe oder Verbände sollten getragen werden, bis diese aus ärztlicher Sicht nicht mehr notwendig sind.
Auf zu starke Sonneneinstrahlung sowie auf Aufenthalte im Solarium sollte verzichtet werden, damit es nicht zu auffälligen Pigmentstörungen kommt.
Letzte Aktualisierung am 31.05.2010.