Beim ersten Kontakt mit dem Allergen hat der Patient häufig gar keine Symptome. Der Körper und das Immunsystem lernen das Allergen erst kennen. Das Immunsystem beginnt erst Zellen gegen diesen Stoff zu produzieren. Dies Zellen heißen Lymphozyten und können Antikörper ausschütten.
Erfolgt ein erneuter Kontakt, reagiert der Körper schneller. Er kann sich an den ersten Allergenkontakt erinnern und schüttet Antikörper aus. Diese Antikörper wandern in die Haut und binden sich dort an so genannte Mastzellen. Die Mastzellen schütten daraufhin Histamin am Ort des Einwirkens aus. Histamin verursacht Juckreiz. Außerdem werden die Arterien des Hautabschnittes weit gestellt (dilatiert). Hier fließt besonders viel Blut hindurch. Rötung verbunden mit Juckreiz zeigen hier an, dass die Toleranzschwelle des Körpers überschritten wurde.
Weiter Faktoren des Immunsystems führen zu einer Entzündungsreaktion. In sehr starken Fällen können sich Brandblasen artige Gebilde bilden.
Durch den Histamin verursachten Juckreiz, wird die betroffene Hautstelle gekratzt. Meist geschieht dieses unbewusst, ohne dass der Betroffene das steuern könnte. Das Kratzen hält den Entzündungsprozess aufrecht und die Heilung wird verzögert.Eine wesentliche Komplikation einer Kontaktdermatitis ist die Superinfektion der betroffenen Haut. Mit Superinfektion wird ausgedrückt, dass bereits erkrankte Hautareale mit Bakterien besiedelt werden. Da die Haut durch das Kratzen beschädigt wurde, können die Bakterien tief in die Haut eindringen. Für eine Superinfektion sind keine dreckigen Finger notwendig. Selbst auf ganz gesunder Haut leben Bakterien, die in tieferen Hautschichten zu schweren Erkrankungen führen.
Eine Kontaktdermatitis wird bei einem Hautarzt (Dermatologen) diagnostiziert.
In einem ersten Gespräch fragt der Arzt genau nach dem Verlauf der Erkrankung, Begleiterkrankungen, Familienmitgliedern und möglichen Auslösefaktoren. Hat der Patient selbst eine Vermutung welcher Stoff diese Hauterscheinung ausgelöst haben könnte, sollte diese geäußert werden.
Vermutet der Arzt eine Kontaktdermatitis wird er einen Allergietest auf dem Rücken (alternativ auf dem Arm) des Patienten durchführen. Für diesen Test werden mehrere typische Allergene (die so genannte Standartreihe) auf ein Pflaster aufgebracht. Das sind Stoffe, auf die sehr viele Menschen allergisch reagieren. Auf ein weiteres Pflaster werden die Stoffe, die der Patient als Ursache für seine Allergie vermutet, aufgebracht. Es handelt sich hierbei um Stoffe aus der direkten Umgebung des Patienten. Auch Dönersoße, Ketchup oder Haarspray können auf das Pflaster aufgebracht werden. Die präparierten Pflaster werden dann auf die Haut des Rückens aufgeklebt. Die Pflaster sind durchsichtig, so dass der Arzt jeder Zeit eine Rötung oder Blasen erkennen kann. Der Patient muss jetzt an drei folgenden Tagen zum Arzt um den Test ablesen zu lassen. Diese Anzahl der Ablesungen sind notwendig, da es zwei unterschiedliche Typen von Konatktdermtitiden gibt.
Die Typen werden nach Coombs und Gell eingeteilt. In diesem Zusammenhang ist die Typ I und die Typ IV Reaktion wichtig.
Die Typ I Reaktion tritt wenige Minuten nach dem Allergiekontakt auf. Sie heißt auch Reaktion vom Soforttyp.
Eine Typ IV Reaktion wird auch Spätreaktion genannt, da sie erst nach Tagen auftritt (verzögerte Reaktion).
Der Epikutantest setzt ein intaktes Immunsystem voraus. Ist das Immunsystem geschädigt (HIV; Blutkrebs etc.) kann der Test falsch negativ ausfallen.
Als eine der neueren Untersuchungsmethoden gilt der Lymphozyten Transformationstest. Hierbei wird dem Patienten etwas Blut abgenommen. Die Abwehrzellen (Lymphozyten) werden isoliert und es wird ihre Reaktion auf das jeweilige Allergen getestet. Reagieren sie auf eine Allergen, verändern sie ihre Form. Sie transformieren in eine aktivierte Form.Diese Methode bedeutet für den Patienten lediglich eine Blutabnahme, für das Labor aber ungleich mehr Arbeit verbunden mit hohen Kosten. Deshalb wird diese Methode bisher nur selten durchgeführt.
Differenzialdiagnostisch müssen alle anderen Ursachen für Entzündungen der Haut ausgeschlossen werden.
Der allergischen Kontaktdermatitis am ähnlichsten ist die toxische Dermatitis. Hierbei wird die Haut durch den betreffenden Stoff direkt geschädigt, anders als bei der allergischen Dermatitis, bei der das Problem in der überschießenden Immunreaktion liegt. Eine toxische Dermatitis tritt zum Beispiel bei intensivem und häufigem Hände waschen mit Seife auf. Auf der obersten Hautschicht hat Seife lediglich eine reinigende Funktion. Wenn aber durch häufiges Hände waschen die obersten Hautschichten geschädigt wurden, dringt die Seife tiefer ein. Hier wirkt sie giftig und löst eine Entzündung aus.
Eine weitere entzündliche Hauterkrankung ist die Neurodermitis (atopisches Ekzem). Die Neurodermitis ist eine Autoimmunerkrankung, die zu heftig juckenden Hautpartien besonders in den Ellenbeugen führt. Durch Kratzen wird die Haut beschädigt und im Rahmen einer Superinfektion mit Bakterien entsteht eine Dermatitis.
Die Haut kann sich auch durch Erreger und ihre Ausscheidungsprodukte entzünden. Eine infektiöse Hauterkrankung, die meist ganze Familien betrifft ist die Krätze (Skabies). Hierbei graben Milben tiefe Gänge in die Haut, besonders dort, wo Hautfalten liegen. In den Gängen produzieren sie Stoffwechselprodukte, quasi den Milbenstuhl. Dieser löst die Entzündung aus.
Eine Heilung oder eine Desensibilisierung wie bei einer Wespenallergie ist nicht möglich. Es kann aber Symptom Freiheit durch Meidung des auslösenden Stoffes erreicht werden. Wichtig zu wissen ist, dass die meisten Stoffe kreuzreagieren. Das bedeutet, dass der Betroffene gegen weitere Stoffe allergisch reagiert. Diese Stoffe sind immer die selben und dem Arzt bekannt. Auch diese Kreuzallergene müssen gemieden werden. Ist der Kontakt mit einem Allergen unumgänglich, müssen geeignete Schutzmaßnahmen (Handschuhe etc.) ergriffen werden.
Im Stadium der akuten Dermatitis, kann eine Cortison haltige Creme Linderung verschaffen. Cortison senkt das Immunsystem. Da bei einer Allergie das Immunsystem die Symptome verursacht, bringt Cortison eine Linderung.
In Stadien, in denen die Haut gesund ist, muss sie verstärkt gepflegt werden. So ist sie für eine erneute Entzündung weniger anfällig.
Bei einigen Patienten wird die Haut durch die Entzündung stark entstellt. Hier kann eine begleitende Psychotherapie helfen, mit der Erkrankung umzugehen.