Um eine
Knochenheilung bei Brüchen zu gewährleisten, werden oft körperfremde Materialien zur Stabilisierung in den Körper eingebracht (Osteosynthese). Dazu gehören unter anderem Platten, Schrauben, Marknägel, Drähte sowie speziellere Vorrichtungen wie Fixateur interne und externe. Ist ein vollständiges Zusammenwachsen der Knochen geschehen, so können die Materialien oftmals entfernt werden.
Ursachen
Im Allgemeinen kann nach jeder kompletten Ausheilung eines Knochenbruchs die Stabilisierungsvorrichtung herausgenommen werden. Es gibt jedoch Gründe, bei denen insbesondere die Entfernung angezeigt ist. Dazu gehören die Schwächung des Knochengewebes durch Vorhandensein des Materials, Infektionen, Einwirkungen auf den Stoffwechsel durch herausgelöste Substanzen, gelockerte Materialien sowie ein Herausragen aus der Außenhaut, was vor allem bei älteren Patienten der Fall sein kann. Bei Kindern sollte das Material immer entfernt werden, um das Wachstum nicht zu stören.
Symptome
Im
Normalfall bestehen keine Beschwerden durch die Materialien. Manchmal verspürt der Patient einen störenden Druck oder Schmerzen. Bei Komplikationen durch das Osteosynthese-Material ergeben sich besondere Beschwerden.
Diagnose
Routinemäßig erfolgt eine Anamnese (Patientenbefragung) und körperliche Untersuchung. Die Lage der Strukturen sowie die Stabilität des mehr oder weniger zusammengewachsenen Knochens lassen sich auf einem Röntgenbild darstellen. Bisweilen empfiehlt sich auch eine Knochenszintigraphie, ein bildgebendes Verfahren mit der Gabe eines schwach radioaktiven Stoffes.
Differenzialdiagnose
Dass das jeweilige Fixierungsmaterial vorhanden ist, ist in den allermeisten Fällen bekannt.
Therapie
Konservative Therapie
Oftmals kann der Marknagel oder anderes Material auch belassen werden. Insbesondere sollte das Fremdmaterial nicht herausgenommen werden, wenn der Nutzen des Eingriffs geringer ist als die damit verbundenen Gefahren. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn die zur Entfernung notwendige Operation aufwändig und mit Risiken behaftet ist, die jeweilige Struktur schon fest verwachsen ist oder wenn durch Grunderkrankungen des Patienten eine Operation gefährlich ist.
Operation
Die Operation erfolgt in
örtlicher Betäubung oder in
Vollnarkose.
In vielen Fällen muss nur ein kleiner Schnitt vorgenommen werden. Ansonsten kann normalerweise der zum Einsetzen benötigte Zugang erneut eröffnet werden. Gegebenenfalls kann auch eine Eröffnung des Knochens notwendig sein. Je nach Art des Materials wird dieses daraufhin herausgenommen.
Bei größeren Entfernungseingriffen kann ein Drainageschlauch gelegt werden, der Wundflüssigkeit ableitet. Der Schlauch kann nach einigen Tagen wieder herausgezogen werden.
Mögliche Erweiterungen der Operation
Falls eine chronische Infektion um das Material wahrscheinlich ist, werden Antibiotikaträger oder eine spezielle Spül-Saug-Drainage eingelegt.
Ist die Knochenheilung entgegen der vorherigen Annahmen noch nicht weit genug fortgeschritten, können z.B. körpereigene oder -fremde Knochenstückchen oder Knochenersatzmaterialien eingepflanzt werden, oder es wird eine neue Stabilisierungsstruktur eingesetzt.
Mit der Entfernungsoperation kann auch ein Korrektureingriff der alten Narben kombiniert werden.
Komplikationen
Durch den Eingriff können erneute Knochenbrüche oder Absplitterungen verursacht werden. Möglicherweise ist der Knochen, aus dem die Struktur entfernt wurde, in der ersten Zeit nicht sehr belastungsstabil.
Blutungen,
Nachblutungen und
Blutergüsse (Hämatome) können weitere Konsequenzen nach sich ziehen. Infektionen, Wundheilungsstörungen und überschießende Narbenbildung können auftreten. Auch können allergische Reaktionen nicht ausgeschlossen werden.
Prognose
Die Prognose nach der Entfernung des Stabilisierungsmaterials ist abhängig vom Ausmaß der vorherigen Verletzung, vom Umfang des Eingriffs, von möglichen Komplikationen, vom Alter und vom Allgemeinzustand des Patienten.
Hinweise
Vor der Operation
Medikamente, die die Blutgerinnung
ungünstig beeinflussen, z.B. Marcumar® oder Aspirin®, müssen oftmals abgesetzt werden. Hierzu ist die Rücksprache mit dem Arzt erforderlich.
Der Patient sollte
zwei Wochen vor bis
einen Monat nach der Operation nicht rauchen, da dies die Abheilung behindern kann.
Nach der Operation
Bei
ambulant stattfindender Operation muss sich der Patient abholen lassen und sollte für einen Tag kein Auto fahren, keine Maschinen bedienen und auch keine bedeutsamen Entscheidungen treffen.
Meist ist für einige Zeit eine Schonung des operierten Körperteils notwendig. Wundbehandlung oder Krankengymnastik können den Heilungsverlauf positiv beeinflussen.
Zeigen sich Besonderheiten, die Symptome einer Komplikation sein könnten, sollte der Arzt kurzfristig informiert werden.
Letzte Aktualisierung am 12.11.2010.