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Endoskopische Karpaltunneloperation

Karpaltunnelsyndrom, Karpaltunnel Operation

Das Karpaltunnelsyndrom bezeichnet eine Verengung einer tunnelförmigen Struktur zwischen Knochen und Bändern an der Beugeseite des Handgelenks, durch die verschiedene Sehnen sowie der Mittelnerv (Nervus medianus) hindurchtreten. Durch die Nerveneinklemmung kommt es zu verschiedenen Beschwerden, eine Operation kann angezeigt sein.

Ursachen

Eine solche Verengung kann durch eine vorangegangene Verletzung oder durch Gewebeschädigung, z.B. bei Arthrose, verursacht werden. Gelegentlich bedingen auch Schwellungen oder Tumore ein Karpaltunnelsyndrom. Nicht selten findet sich auch gar keine Ursache.

Symptome

Durch die Nervenbeeinträchtigung entstehen Sensibilitätsstörungen in einem umschriebenen Gebiet und Muskelschwund am Daumenballen. Schmerzen treten vor allem nachts auf. Es werden vier Schweregrade unterschieden.

Diagnose

Die Diagnose wird vor allem durch die Auskünfte des Patienten (Anamnese) sowie durch die körperliche Untersuchung gestellt, bei der es verschiedene Tests zur Erhärtung des Verdachts auf Karpaltunnelsyndrom gibt. Ebenfalls werden Röntgenaufnahmen angefertigt oder andere bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder CT (Computertomographie) eingesetzt, eine Blutuntersuchung sowie spezielle neurologische (nervenheilkundliche) Untersuchungen durchgeführt.

Differenzialdiagnose

Verletzungen wie beispielsweise Knochenbrüche sowie Durchblutungsstörungen, Schäden des Nervus medianus in einem anderen Bereich und andere Ursprünge der Schmerzen müssen ausgeschlossen werden.

Therapie

Konservative Therapie

Das Handgelenk wird zunächst ruhig gestellt, Arzneimittel zur Schmerzbehandlung werden gegeben. Gezielte Krankengymnastik kann unter Umständen die Beschwerden lindern.

Operation

Die Operation bei Karpaltunnelsyndrom wird in Regionalanästhesie (Betäubung eines größeren Körperbereiches) oder in Vollnarkose durchgeführt.

Es kann eine so genannte Blutleere zur Operation vorgenommen werden. Dazu wird eine Manschette um den Arm gelegt, um den Blutfluss zu stoppen. Ermöglicht wird somit eine bessere Sicht, da weniger störendes Blut vorhanden ist, und außerdem ist der Verlust an Blut geringer.

Oftmals wird neben der herkömmlichen Vorgehensweise eine endoskopische Karpaltunnel-Operation durchgeführt, bei der ein feines optisches Instrument (Endoskop), an dessen Ende eine Minikamera befestigt ist, über einen kleinen Einschnitt in das Gewebe eingeschoben wird. Der Operateur sieht auf einem Monitor das Mittelband und trennt es mit einem weiteren Instrument auf. Dadurch wird der Mittelnerv (Nervus medianus) entlastet.

Bisweilen wird ein Drainageschlauch zum Abfangen von Wundflüssigkeit in das Operationsgebiet gelegt. Der Schlauch kann nach einigen Tagen wieder gezogen werden.

Sehnenscheidentzündung, Karpaltunnelsyndrom

Mögliche Erweiterungen der Operation

Manchmal muss während der Operation auf die Methode mit größerem Schnitt übergegangen werden.

Komplikationen

Strukturen im Operationsgebiet können verletzt werden. Es können Blutungen, Nachblutungen und Blutergüsse (Hämatome) entstehen, bei Nervenverletzungen kann es zu Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen kommen, was nur selten dauerhaft ist. Infektionen, Wundheilungsstörungen sowie überschießende Narbenbildung können entstehen. Auch allergische Reaktionen können auftreten. Bei angelegtem Verband können Knochen und Weichteile stark geschwächt werden, auch das Sudeck-Syndrom, bei dem zusätzlich starke Schmerzen bestehen, kann nicht ausgeschlossen werden.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

Zusammen mit entsprechender Krankengymnastik kommt es in den meisten Fällen zur Wiederherstellung der Funktion des Nervus medianus (Mittelnerv). Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass bereits eingetretene Schäden bleiben oder sich die Verengung wieder ausbildet.

Hinweise für Patienten

Vor der Operation

Oftmals müssen gerinnungshemmende Medikamente wie Aspirin® oder Marcumar® abgesetzt werden. Dies erfolgt in Absprache mit dem Arzt.

Nach der Operation

Bei ambulant stattfindender Operation muss sich der Patient abholen lassen und sollte für einen Tag kein Auto fahren, keine Maschinen bedienen und auch keine bedeutsamen Entscheidungen treffen.

Oftmals wird für eine Woche bis zehn Tage ein Verband angelegt. Krankengymnastik kann den Heilungsverlauf positiv beeinflussen, insbesondere müssen Gelenke regelmäßig bewegt werden.

Zeigen sich Besonderheiten, die Symptome einer Komplikation sein könnten, sollte der Arzt kurzfristig informiert werden.

Karpaltunnelsyndrom, Karpaltunnel Syndrom, Karpaltunnel Operation, Karpaltunneloperation

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

verfasst am 09.09.2006, aktualisiert am 08.10.2012.
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Karpaltunnelsyndrom OP

 
sagt barbara52   vor 12 Tage  156933

Hallo! Hatte genau vor 2 Wochen eine Op an der linke Hand,Teilnarkose.Die Op lief gut,ich hatte keine gewschollene Hand und die Schmerzen waren fasst ... mehr

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Karlpaltunnelsyndrom   Offene Frage
fragt calleeins   vor 7 Monate  262

Hallo, bei meinem Mann wurde vor ca. 1o Jahren eine Verengung des Karpaltunnels festgestellt. Er hatte damals nichts unternommen. Jetzt sind seine ... mehr

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fragt Zoey90   vor 8 Monate  388

Hallo,
Ich habe mal eine Frage.
Ich wurde am 7.2.14 am karpaltunnel operiert mit der offenen Technik. Ich bekam nur den arm betäubt und ein ... mehr

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