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Abnehmen nach der Schwangerschaft: Das Gewicht nach der Geburt

Lesezeit: 3 Min.

Wie entwickelt sich das Körpergewicht nach der Geburt?

Bei der Geburt verliert die Frau zwangsläufig schon einmal fünf bis sieben Kilogramm an Gewicht. Davon fällt ein großer Teil schon auf das Kind, das zum Geburtszeitpunkt durchschnittlich etwa 3,4 Kilogramm auf die Waage bringt. Das Fruchtwasser, welches abgeht, wiegt insgesamt weitere 800 bis 1500 Gramm. Der Mutterkuchen (Plazenta), der als Nachgeburt ausgestoßen wird, wiegt noch einmal mehr als 500 Gramm.

Bis die Mutter nach der Geburt in etwa das Ausgangsgewicht (plus vielleicht ein oder zwei Kilogramm) wieder erreicht hat, vergehen oft sechs Monate oder mehr. Die Mutter benötigt auch nach der Geburt mehr Energie als vor der Schwangerschaft, weil sie unter anderem die Milch produzieren muss, sich um das Kind kümmern muss und eine auch körperlich strapazierende Zeit überstehen muss. So wird oft schon von alleine recht viel Gewicht wieder abgebaut. Sollte nach einem halben bis einem Jahr nach der Geburt noch nicht ein Großteil des zusätzlichen Schwangerschaftsgewichts verschwunden sein, dann wird es auch in Zukunft meist nicht von alleine geringer werden.

Viele junge Mütter fühlen sich durch die Medien dazu gedrängt, möglichst schnell nach der Geburt wieder die Traumfigur zu erreichen. Oft sind schon nach drei oder vier Monaten Promi-Mütter mit flachem Bauch und durchtrainierter Figur zu sehen. Dies ist aber in der Allgemeinheit eine Ausnahme. Mütter von Säuglingen sollten sich durch diese Anblicke nicht unter Druck gesetzt fühlen.

Wie kann eine Frau nach der Geburt ihres Kindes besser abnehmen?

Die Grundsätze einer Gewichtsabnahme gelten auch für Frauen nach einer Schwangerschaft: Sie müssen weniger Energie aufnehmen als verbrauchen. Das funktioniert über eine kalorienreduzierte Ernährung und über körperliche Betätigung. Nach der Geburt gilt aber, dass mit solchen Maßnahmen nicht sofort begonnen werden sollte. Üblicherweise reicht es, ein oder zwei Monate nach der Entbindung mit dem gezielten und allmählichen Abnehmen anzufangen. Eine zu heftige Gewichtsreduktion kann, vor oder nach dieser Zeit, nachteilige Auswirkungen beispielsweise auf die Muttermilchbildung haben. Ohnehin droht bei allzu heftigen Diäten der so genannte Jo-Jo-Effekt: Nach dem raschen Abnehmen kommt es zu einem starken Heißhunger, und das gerade verlorene Gewicht wird ebenso schnell wieder zugelegt.

Die Ernährung in der Stillzeit beziehungsweise in den Monaten nach der Geburt sollte vielseitig und balanciert sein. So gehören regelmäßig genügend Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch und von Zeit zu Zeit mageres Fleisch auf den Ernährungsplan. Nützlich für die Gesundheit und für die Gewichtsreduktion ist es auch, viel zu trinken (Mineralwasser, ungesüßte Tees, bisweilen auch ein Glas Saft). Einige Lebensmittel sollten nur in geringen Mengen genossen werden. Dazu gehören etwa Zwiebeln und Knoblauch, Hülsenfrüchte, Kohl sowie Speisen mit hochgradiger Schärfe, die über die Muttermilch zum Säugling gelangen und bei diesem Blähungen bis hin zu Bauchschmerzen verursachen können. Schlecht für das Abnehmen sind Zucker und fette Speisen, die nur selten und in mäßigen Mengen verzehrt werden sollten. Fertiggerichte und Fast-Food-Produkte haben meist eine ungünstige Zusammensetzung und sollten möglichst weggelassen werden. Außerdem sollte auf Alkohol weitestgehend verzichtet werden und, wenn es denn doch ein Gläschen sein soll, möglichst lange mit dem Stillen gewartet werden. Alkohol enthält im Übrigen auch eine Menge Kalorien, die damit eingespart werden können.

Ernsthaft betriebener Sport sollte erst ab drei Monaten nach der Geburt wieder ausgeübt werden. Leichte Bewegung wie Spaziergänge (auch mit dem Kinderwagen), Fahrradfahren oder schonendes Schwimmen tun aber schon vorher gut und bauen weitere Kalorien ab. Die Schwangerschafts-Rückbildungsgymnastik kann schon sechs oder acht Wochen nach der Entbindung beginnen.

Zu erwähnen ist, dass schon das Stillen zur Abnahme nach der Geburt beiträgt. Mütter nehmen rascher und einfacher ab, wenn sie stillen, als wenn sie ihr Kind mit Flaschenmilch ernähren. Pro Tag kann von einem zusätzlichen Energieverbrauch von 500 Kalorien (kcal) durch die Muttermilchbildung und das Stillen ausgegangen werden. Die junge Mutter sollte versuchen, diesen Kalorienverlust nicht durch hemmungsloses Essen überzukompensieren.

Ansonsten gelten die üblichen Regeln und Tricks, die jeder Mensch beachten sollte, wenn er allmählich abnehmen möchte. Ein beliebter Fehler von Müttern, die Gewicht abbauen wollen, ist übrigens der Verzehr von verbliebenen Essensresten ihres Sprösslings. Sie möchten nicht, dass etwas übrig bleibt beziehungsweise weggeworfen wird. Doch dies bedeutet für die Frau zusätzliche Kalorien, die für das Abnehmvorhaben Gift sind.

Schlaffe Bauchhaut nach der Geburt

Nach einer Schwangerschaft beziehungsweise nach einer deutlichen Abnahme kann es zum Problem der Bauchdeckenerschlaffung kommen. Oftmals wird die Haut von selbst wieder straff, aber Aktivitäten wie gezielte Gymnastik (Rückbildungsgymnastik mit Übungen für die Bauchmuskeln) können dazu beitragen. Auch Öl (z. B. Mandelöl), das auf die Haut aufgetragen wird, kann helfen. Massagen können ebenfalls angewendet werden. In Ausnahmefällen hängt die Haut so herunter, dass der Veränderung mit einfachen Methoden nicht mehr beizukommen ist. Dann kann unter Umständen eine operative Bauchdeckenstraffung (Bauchstraffung) wieder zu einer festen Bauchhaut führen.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 14.03.2016
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