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Zwillingsschwangerschaft, Mehrlinge

Lesezeit: 2 Min.

Wegen künstlicher Befruchtung werden Zwillinge häufiger

Zwillinge sind beim Menschen zwar nicht die Regel, aber auch nicht überaus selten. Die Wahrscheinlichkeit für Zwillingsgeburten liegt durchschnittlich zwischen ein und zwei Prozent, sie wird aber durch Einwirkungen wie Erbgut und künstliche Befruchtung beeinflusst. Die Rate an Zwillingen steigt derzeit allmählich an, unter anderem durch die zunehmende künstliche Befruchtung. Zwillingsschwangerschaften gelten stets als Risikoschwangerschaften, auch wenn allgemein die Risiken immer noch gering sind. Einige Komplikationen sind bei Zwillingsschwangerschaften häufiger, und die Zwillinge müssen öfter durch einen Kaiserschnitt entbunden werden. Außerdem werden Zwillinge oft einige Wochen eher geboren als einzelne Babys. Während einer Zwillingsschwangerschaft gibt es eine Reihe von Besonderheiten zu beachten.

Welche Formen von Zwillingen und Mehrlingen gibt es?

Zwillinge sind die weitaus häufigste Form von Mehrlingen beim Menschen. Im Wesentlichen lassen sich eineiige und zweieiige Zwillinge unterscheiden. Zweieiige Zwillinge entwickeln sich, wie der Name vermuten lässt, aus zwei verschiedenen Eizellen, die jeweils von einem anderen Spermium befruchtet werden. Die Mutter hat also beim Eisprung zwei Eizellen abgegeben, die beide befruchtet wurden. Zweieiige Zwillinge sind sich sowohl vom Erbgut als auch vom Aussehen und Körper her so ähnlich wie normale Geschwister aus verschiedenen Schwangerschaften. Sie haben sowohl mütterlicherseits als auch väterlicherseits unterschiedliche Varianten von Genen bekommen. Zweieiige Zwillinge können deshalb verschiedenen oder gleichen Geschlechts sein.

Eineiige Zwillinge entstehen aus einer einzigen befruchteten Eizelle, aus der sich zwei Anlagen für Embryos bilden. Eineiige Zwillinge tragen die gleiche Erbinformation. Sie sehen deshalb eigentlich genau gleich aus. Lediglich äußere Einflüsse lassen sie doch etwas unterschiedlich sein, beispielsweise bei abweichender Ernährungssituation zwischen den beiden.

Neben Zwillingen sind auch Drillinge, Vierlinge, Fünflinge etc. möglich. Die höchste Anzahl von Mehrlingen mit Überlebensfähigkeit sind bisher Achtlinge. Neunlinge gab es zwar auch schon mehrmals, aber sie haben nur Stunden bis Tage überlebt. Ob die wenigen Fälle von Zehnlingen in der Vergangenheit stimmen oder herbeigedichtet sind, lässt sich nicht mehr nachweisen. So hochgradige Mehrlinge sind ohnehin absolute Raritäten. Bei Drillingen, Vierlingen und so weiter gibt es verschiedene denkbare Kombinationen aus eineiigen und/oder zweieiigen Babys.

Wie oft kommen Zwillingsschwangerschaften vor?

Eine grobe Abschätzung, wie häufig Zwillinge, Drillinge oder weitere Mehrlinge im Allgemeinen sind, erlaubt die Hellin-Regel. Diese besagt, dass die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge 1:85 beträgt, diejenige für Drillinge 1:85² (1:7225), die für Vierlinge 1:85³ (etwa 1:600000) und so weiter. Die Werte sind jedoch keineswegs genau.

Bei der Häufigkeit von Zwillingen gibt es nämlich erhebliche Unterschiede. In verschiedenen ethnischen Gruppen sind Zwillingsgeburten unterschiedlich häufig. Bei einem afrikanischen Volksstamm (Yoruba) finden sich weit überdurchschnittlich häufig Zwillinge. Japanische Mütter bekommen dagegen wesentlich seltener Zwillinge als etwa Europäerinnen. Warum das so ist, ist nicht genau bekannt. Die Veranlagung, Zwillinge zu bekommen, ist möglicherweise im Erbgut verankert. Frauen, deren Blutsverwandte (z. B. Schwester) Zwillinge hatten, bekommen selbst häufiger Zwillinge als andere Frauen. Vielleicht hängt die Zwillingswahrscheinlichkeit aber auch mit der Ernährung zusammen. Dies wird von der Wissenschaft spekuliert und ist noch nicht ausreichend untersucht worden. Die Wahrscheinlichkeit für eineiige Zwillinge bleibt über die Zeiten und Regionen weitgehend konstant (knapp 0,4 Prozent), nur die Chance auf zweieiige Zwillinge variiert stärker.

Der Anteil der Zwillinge an den Geburten steigt kontinuierlich etwas an. Das liegt daran, dass immer öfter von der Möglichkeit der künstlichen Befruchtung Gebrauch gemacht wird, ebenso wie von Hormonbehandlungen. Diese Maßnahmen, die bei eingeschränkter Fruchtbarkeit eingesetzt werden können, führen häufig zu Zwillingen oder Mehrlingen.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 18.12.2015
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sagt bonitavb4   vor ~ 16 h  99410

bernicesz18

 
sagt Zystine   vor 5 Tage  110

Ergänzung zu meinem Schreiben: ich war gestern beim Frauenarzt, den das nicht weiter interessiert und vor 3 Wochen beim "Diagnostiker", der diesmal ... mehr

Portrait Dr. med. Wolfgang Hirsch, FRAUENÄRZTE AM POTSDAMER PLATZ DR. KIEWSKI / DR. HIRSCH, Mutterschaftsvorsorge - Intimchirurgie - Schamlippenverkleinerung, Berlin, Frauenarzt
sagt Dr. Hirsch   vor 7 Tage  146

Eine Geschlechtsbestimmung wäre an einer Eileiterschwangerschaft nur durch aufwendige Laboruntersuchungen möglich und wird nie!! gemacht.

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