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34. SSW (Schwangerschaftswoche)

Lesezeit: 5 Min.

Am Ende der 34. SSW beginnt der Mutterschutz

In der 34. Schwangerschaftswoche ist die werdende Mutter schon hochschwanger. Bis ihr Kind regulär zur Welt kommt, dauert es nur noch ein bis zwei Monate. Die Lungen des Kindes haben sich weit entwickelt, eine Frühgeburt aus der 34. Schwangerschaftswoche überlebt in den allermeisten Fällen. In der 34. Schwangerschaftswoche empfiehlt es sich, eine Kliniktasche zu packen und einen Geburtsplan zu erstellen. Eine Vorsorgeuntersuchung ist in diesem Schwangerschaftsabschnitt alle zwei Wochen angedacht. Als Kürzel für die 34. Schwangerschaftswoche hat sich 34. SSW etabliert. Nach der 34. SSW besteht für die Schwangere der Mutterschutz, so dass sie im Normalfall nicht mehr arbeitet.

Der Fötus (ungeborenes Kind) in der 34. Schwangerschaftswoche

Der Fötus hat in der 34. Schwangerschaftswoche ungefähr eine Körpergröße von 45 Zentimetern - gemessen als Scheitel-Fersen-Länge, also von Kopf bis Fuß. Das Gewicht des Kleinen beträgt um die 2300 Gramm. Mitunter deutliche Abweichungen dieser Werte sind in der fortgeschrittenen Schwangerschaft möglich. Normalerweise steckt nicht irgendetwas Problematisches dahinter, denn jeder Mensch entwickelt sich unterschiedlich.

Die 34. SSW liegt inmitten des dritten Trimenons (Schwangerschaftsdrittels). Das Kind ist allerdings noch keine 34 Wochen alt, sondern erst etwa 32 Wochen. Der Grund für den Unterschied dafür liegt darin, dass die Schwangerschaftswochen bereits von der letzten Blutung etwa zwei Wochen vor der Kindszeugung an errechnet werden.

In dieser Zeit um die 34. SSW bauen die Kinder sehr stark ihr Fettgewebe auf. Dies schützt den Sprössling vor allem nach der Geburt vor Temperatureinwirkungen und kann sogar einen Teil zur Nährstoffversorgung darstellen. Da sich das Fett im Kindskörper vor der Geburt vermehrt, ist der Körper in der 34. Schwangerschaftswoche praller und die Haut nicht mehr so runzlig wie in vorherigen Phasen des Fötus. Die Haut legt auch die Käseschmiere allmählich ab und verliert sein vorübergehendes Haarkleid (die Lanugo-Behaarung). Dafür bilden sich mehr und mehr neue Haare.

Der Knochenaufbau geht weiter, Stellen aus Knorpel werden nach und nach durch Knochengewebe ersetzt. Die Schädelknochen verbinden sich aber noch nicht. Eine gewisse Verschieblichkeit gewährleistet, dass das Kind durch den schmalen Geburtskanal passt.

Der Fötus findet nur noch einen geringen Platz für seinen jetzt großen Körper vor. Das Kind kann aber immer noch treten oder schlagen und seinen Körper seitlich drehen. Es hat einen Schlaf-Wach-Rhythmus, der unabhängig von dem Tagesrhythmus der Mutter abläuft. So kommt es häufig vor, dass es sich in der Nacht viel bewegt und der Mutter ihren Schlaf raubt. Die meisten Kinder haben sich in der 34. Schwangerschaftswoche so gedreht, dass sie mit dem Kopf nach unten liegen. Diese Position ist für eine natürliche Geburt am besten. Teils sind die Kinder auch schon etwas nach unten in das Becken hinein abgesackt.

Überdies hat das Kind spätestens in der 34. Schwangerschaftswoche schon Träume. Es zeigt im Schlaf die so genannten REM-Phasen (REM = Rapid Eye Movement, schnelle Augenbewegung), die typisch für das Träumen sind.

In der 34. Schwangerschaftswoche gilt ein Kind, wenn es zur Welt kommt, noch als Frühgeburt. Die Entwicklung der Lungen ist in den meisten Fällen schon gut vorangekommen, ein großer Teil des wichtigen Stoffes Surfactant ist gebildet. Daher sind die Überlebenswahrscheinlichkeiten auch sehr groß bei Frühchen aus der 34. SSW. Ungefähr 99 Prozent der jetzigen Frühgeborenen schaffen es ohne große Probleme.

Schwangerschaftskalender 9. Monat

Veränderungen am mütterlichen Körper in der 34. SSW

Eine Frau in der 34. SSW kann als hochschwanger bezeichnet werden, denn bis zur Geburt dauert es nur noch einige Wochen. Der Bauch der Schwangeren ist in der 34. Woche prall und rundlich. Bei vielen Schwangeren in diesem Stadium zeigt sich ein hervorgewölbter Bauchnabel. Eine Schwangere, die wenige Wochen vor der Geburt steht, nimmt im Durchschnitt 500 Gramm pro Woche zu. Die Brüste sind im Laufe der Schwangerschaft angewachsen und können schon eine gewisse Vormilch absondern.

In der 34. Schwangerschaftswoche geben die Eierstöcke vermehrt Relaxin ab, ein Hormon, das den Körper auf die Geburt vorbereitet. Durch den Einfluss des Relaxins beginnt sich der Muttermund zu entspannen und der Schambeinknorpel aufzulockern. Die Folge dieser Prozesse können Schmerzen am Becken sein. Typische Beschwerden von Hochschwangeren können weiterhin auftreten, beispielsweise Rückenschmerzen, Schwellungen von Armen und Beinen, Harndrang (manchmal auch unkontrollierter Abgang von etwas Harn), Sodbrennen oder Krampfadern. Mäßige Beschwerden zum jetzigen Zeitpunkt sind meist unbedenklich. Falls der Schwangeren die Beschwerden aber verdächtig vorkommen, sollte sie sich nicht scheuen, einen Arzt heranzuziehen.

Zu den ästhetischen Auffälligkeiten, die in der Schwangerschaft vorkommen können, gehört die Mittellinie des Bauches. Sie wird bei Schwangeren häufig dunkel und heißt dann Linea nigra. Die Bauchoberfläche juckt auch oft. Außerdem berichten viele Schwangere über die eigene Vergesslichkeit, die sich im letzten Schwangerschaftsdrittel bemerkbar machen kann. Ebenso kann eine Ungeschicktheit auftreten.

Manchmal tritt das so genannte Zeichnen ein. Beim Zeichnen geht ein Schleimklumpen aus der Scheide ab, der zuvor den Muttermund bedeckt hat und dem Schutz dient. Das häufige Zusammenziehen der Gebärmutter provoziert das Ablösen des Schleimpfropfs. Der Schleim wird beim Zeichnen oft von Flüssigkeit und etwas Blut begleitet.

Viele angehende Mütter haben in der 34. SSW Vorwehen (Übungswehen). Sie sind normal und haben keine größere Bedeutung. Übungswehen können daran erkannt werden, dass sie in unterschiedlichen, meist längeren Abständen auftreten und eher selten kommen. Wenn es dagegen ernst wird, treten die (Geburts-)Wehen regelmäßig und mit einem engeren zeitlichen Abstand auf (mindestens dreimal pro Stunde). Dann sollte sich die Frau mit dem Arzt oder der Hebamme in Verbindung setzen.

Die zweiwöchentliche Vorsorgeuntersuchung

In der 34. Schwangerschaftswoche kann eine Vorsorgeuntersuchung fällig werden, sie findet jetzt alle zwei Wochen statt. Die Untersuchung beinhaltet die Bestimmung des Körpergewichts und des Blutdrucks der Mutter, die Blutentnahme und die Urinprobe. Auch wird ein CTG (Cardiotokogramm) gefahren, mit dem die Herzaktivitäten des Kindes und die Kontraktionen (Vorwehen oder Wehen) der Gebärmutter aufgezeichnet werden. Ultraschall ist kein Bestandteil dieses Untersuchungsgangs, kann aber theoretisch erfolgen (eventuell als Zusatzuntersuchung).

Was ist in der 34. Schwangerschaftswoche zu beachten?

Schwangere sollten während der gesamten Zeit nicht rauchen, keinen Alkohol trinken und keine Drogen nehmen. Die Substanzen können das Gedeihen des Kindes stark stören. Für manche Medikamente gilt dies ebenfalls, so dass Schwangere vor einer eventuellen Einnahme beim Arzt nachfragen müssen, ob ein bestimmtes Mittel das Kind schädigen kann. Werdende Mütter sollten sich mit einer ausgewogenen Ernährung so versorgen, dass sie genügend wichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralien aufnehmen. Wichtig ist die Aufnahme von reichlich Calcium, das z. B. in Milchprodukten steckt und dem Knochenaufbau im kindlichen Organismus zugute kommt. Auch auf den Verzehr von genügend Omega-3-Fettsäuren sollte geachtet werden. Außerdem sollten die angehende Mutter reichlich Flüssigkeit trinken, am besten als Mineralwasser.

Um die 34. SSW sollten sich werdende Mütter nicht mehr lange auf den Rücken legen, denn die wichtigen Blutgefäße (vor allem die untere Hohlvene) können zusammengedrückt werden. Dies kann zu Schwierigkeiten mit dem Kreislauf führen. Besser ist es, auf der Seite zu liegen, im Idealfall viel auf der linken Seite.

Mit dem Ende der 34. Schwangerschaftswoche beginnt in Deutschland die Zeit des Mutterschutzes, also sechs Wochen vor dem berechneten Geburtstermin. Der Mutterschutz reicht bis acht Wochen nach der Entbindung, bei Mehrlingen oder Frühgeburten bis zwölf Wochen nach der Geburt. Insgesamt müssen wenigstens 14 Wochen Mutterschutz gewährt werden. Im Zeitraum, in dem der Mutterschutz gilt, darf die Frau nicht arbeitsmäßig eingebunden werden. Eine Ausnahme besteht, wenn die Frau vor der Geburt ausdrücklich auf eigenen Wunsch noch arbeiten möchte.

Nun sollte sich die schwangere Frau über den genauen Ablauf der Geburt schlaumachen. Es kann nützlich sein, einen Geburtsplan zu erstellen. Dieser Geburtsplan sollte nicht als starre Vorgabe angesehen werden, sondern kann später immer noch angepasst werden. Unter anderem sollte sich die baldige Gebärende überlegen, welche Medikamente während der Entbindung sie haben möchte und auf welche sie verzichten will. Die Kliniktasche sollte um die 34. Schwangerschaftswoche schon gepackt werden, denn unter Umständen kann es bald schon losgehen mit der Geburt. In die Kliniktasche oder den Klinikkoffer gehören wichtige Kleidungsstücke für Mutter und Kind, Pflegeartikel sowie die erforderlichen Papiere.



V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 28.08.2017
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