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29. SSW (Schwangerschaftswoche)

Lesezeit: 6 Min.

Die 29. Schwangerschaftswoche läutet das letzte Trimenon ein

Der Zeitpunkt der Geburt rückt näher: Mit der 29. Schwangerschaftswoche beginnt das dritte Trimenon (Trimester, Drittel). In dem letzten großen Abschnitt der Schwangerschaft steigert das Kind noch deutlich sein Gewicht und nimmt auch noch an Körperlänge zu. Das bedeutet auch für die schwangere Frau, dass sie viel Masse mit ihrem Körper tragen muss und verschiedene Beschwerden zunehmen können. Sie kann nicht mehr so viel unternehmen wie noch im zweiten Trimenon und kann nur noch sehr eingeschränkt Sport ausüben. Jetzt ist es an der Zeit, sich um die Angelegenheiten bezüglich der bald bevorstehenden Geburt und der Neugeborenenphase zu kümmern. Geburtsvorbereitungskurse beginnen oft in der 29. Schwangerschaftswoche. Als Abkürzung wird für die 29. Woche meist 29. SSW verwendet.

Die Veränderungen am Fötus in der 29. SSW

In der 29. Schwangerschaftswoche wiegt der Fötus (das ungeborene Kind) ungefähr 1200 bis 1300 Gramm. Die Größe beträgt durchschnittlich etwa 38 Zentimeter, diese Länge wird gemessen zwischen Kopf und Fußsohle (Scheitel-Fersen-Länge, SFL). Durchaus sind Abweichungen dieser Werte beim einzelnen Kind möglich. Andere Werte als die angegebenen sollten keinen Grund zur Sorge darstellen.

Wenn die Schwangerschaftsabschnitte wie gewöhnlich gezählt werden, dann gilt die 29. Schwangerschaftswoche als Beginn des dritten Trimesters (Schwangerschaftsdrittels). Die Geburt findet bei normaler Dauer zwischen der 38. und 42. Schwangerschaftswoche statt. Das bedeutet, dass es im Regelfall noch zwei bis drei Monate dauert, bis das Kind auf die Welt kommt. Die Schwangerschaftswochen werden nicht etwa von der Befruchtung der Eizelle, sondern von der letzten Menstruation vor der Empfängnis an gezählt. Das Kind besteht daher in der 29. Schwangerschaftswoche etwa seit 27 Wochen.

Das Baby hat in der 29. Schwangerschaftswoche seine Entwicklung weitgehend abgeschlossen. Nun wächst es noch ein Stück und legt einiges an Körpergewicht zu. Im Gehirn bilden sich immer mehr Nervenverbindungen, und die Furchen auf der Oberfläche werden tiefer. Die Verknöcherung schreitet voran, ein Teil der Knochen besteht aber noch aus Knorpel.

Falls es sich um einen männlichen Fötus handelt, wandern die Hoden aus dem Bauch (Nierengegend) über die Leistenkanäle in den Hodensack. Dies läuft in der späten Fetalzeit ab, ist also um die 29. Schwangerschaftswoche in vollem Gange. Gelangen die Hoden schließlich nicht in den Hodensack, dann handelt es sich um einen Hodenhochstand (Maldescensus testis oder Kryptorchismus). Das Risiko für eine Unfruchtbarkeit oder für Tumore ist erhöht. Der Hodenhochstand muss im Kindesalter operiert werden.

Bei weiblichen Babys schaut in der 29. Schwangerschaftswoche die Klitoris noch zwischen den Schamlippen hervor. Diese müssen in den kommenden Wochen noch wachsen.

Bewegungen des ganzen Körpers werden für das Kind immer schwieriger, denn es ist schon verhältnismäßig groß für die enge Gebärmutter. Sie bewegen aber ihre Arme und Beine so, dass es die Mutter oder auch andere Personen spüren können. Auf dem Bauch können die Bewegungen als Ausbeulungen zu erkennen sein. Einige Babys rücken um die 29. Schwangerschaftswoche endgültig in die Geburtslage. Sie drehen sich so, dass der Kopf in der Gebärmutter nach unten zeigt.

Der Fötus zeigt Reaktionen auf äußere Einwirkungen. Wird auf den Bauch geleuchtet, dreht das Kind seinen Kopf dorthin. Auch auf Klänge reagiert das Kind. Wenn die Mutter oder der Vater jetzt mit dem Kind spricht oder ihm Musik vorgespielt wird, kommt ihm dies nach der Geburt bekannt vor.

Ein Kind in der 29. Schwangerschaftswoche gilt schon als weitgehend überlebensfähig. Sollte sich also eine Frühgeburt ereignen, so stehen die Chancen gut, dass das Kind dies übersteht, falls es medizinisch gut versorgt wird. Die Lungen reifen allmählich aus, dennoch muss das Kind noch eine Atemunterstützung bekommen, wenn es als Frühchen auf die Welt kommt. Es hat normalerweise noch nicht genügend Surfactant gebildet, eine Substanz, die die Lungenbläschen offen halten. Weil es auch für andere Probleme und Schäden ein Risiko gibt, wenn das Kind zu früh geboren wird, wird in der 29. SSW versucht, die Schwangerschaft noch mehrere Wochen beizubehalten.

Schwangerschaftskalender 8. Monat

Der mütterliche Körper in der 29. Schwangerschaftswoche

Der Bauch ist zur 29. Schwangerschaftswoche groß und schwer geworden. In den verbleibenden Wochen nimmt die Schwangere noch um die 500 Gramm wöchentlich zu. Nachdem das zweite Drittel (Trimester, Trimenon) der Schwangerschaft meist angenehm war und die Frau vielen Aktivitäten nachgehen konnte, wird es im dritten Trimenon zunehmend schwieriger. Körperliche Bewegung ist nur noch sehr eingeschränkt möglich, und verschiedene Unternehmungen sind nur unter Anstrengung möglich.

Durch die Verdrängung und das Gewicht kann es zu Symptomen wie Rückenschmerzen, Sodbrennen, Harndrang oder Verstopfung kommen. Der Druck auf die Lungen schränkt die Atmung ein Stück weit ein. Die Gebärmutter kann auch die Blutgefäße einengen. Dadurch können sich Probleme mit dem Blutkreislauf ergeben, beispielsweise Krampfadern. Arme und Beine oder andere Körperbereiche können geschwollen sein, weil sich Flüssigkeit in das Gewebe einlagert. Hilfreich gegen die Schwellungen sind z. B. Bandagen oder so genannte Thrombosestrümpfe oder auch die Hochlagerung der Beine.

Oft können angehende Mütter ab etwa der 29. Schwangerschaftswoche schlecht schlafen. Vor allem wird der Schlaf dadurch beeinträchtigt, dass das Kind sich nachts stark bewegt und die Schwangere das spürt. Oft passt der Schlaf-Wach-Rhythmus des Kindes nicht mit dem der Mutter zusammen. Während es durch die Aktivität der Mutter am Tag eher in den Schlaf gewiegt wird, geht es häufiger in der Nacht seinem Bewegungsdrang nach. Außerdem wechseln sich die Ruhe- und Bewegungsphasen des Kindes recht schnell ab.

Bei einigen werdenden Müttern kommt es schon zu Vorwehen. Die Gebärmutter zieht sich in unregelmäßigen Abständen zusammen. Die Vorwehen stellen kein Problem dar, der Muttermund ist auch noch nicht geöffnet. Mit den Vorwehen, die auch als Übungswehen bezeichnet werden, kann die Gebärmutter schon für die spätere Geburt trainieren. Zu unterscheiden sind die „echten" Wehen, die die Geburt einläuten können. Sie treten in periodischem Abstand typischerweise mehr als dreimal stündlich auf. Falls solche Wehen oder ungewöhnlich starke Kontraktionen im Bauch vorkommen, dann sollte sich die Schwangere mit ihrem Arzt oder ihrer Hebamme in Verbindung setzen.

Gibt es Untersuchungen, die in der 29. SSW wichtig sind?

Untersuchungen sind in der 29. Schwangerschaftswoche an sich nicht vorgesehen. Falls der letzte Vorsorgetermin zu lange zurückliegt, kann jetzt eine weitere Mutterschaftsvorsorge erfolgen. Manchmal wird auch schon der Vorsorgetermin mit Ultraschall vorgenommen, meist geschieht er aber zwischen der 30. und 32. SSW. Ansonsten geschieht im dritten Trimenon alle zwei Wochen eine Vorsorgeuntersuchung.

Was sollte noch in der 29. Schwangerschaftswoche geschehen?

Möglicherweise ist bei einer vorhergehenden Untersuchung (Antikörpersuchtest) herausgekommen, dass eine so genannte Rhesusfaktor-Unverträglichkeit besteht. Das bedeutet, dass die Mutter Antikörper gegen die Blutzellen des Kindes bildet, falls diese den Rhesusfaktor aufweisen und diejenigen der Mutter nicht. Diese Problematik zeigt sich aber erst ab der zweiten Schwangerschaft. Die Antikörper können die Blutzellen des Kindes schädigen und schwere gesundheitliche Probleme verursachen. Im Falle einer Unverträglichkeit wird eine Rhesus-Prophylaxe verabreicht. Der dazu gegebene Wirkstoff unterbindet die Bildung der Antikörper gegen das kindliche Blut.

Bei vielen Schwangeren fängt um die 29. SSW der Geburtsvorbereitungskurs an. Dort lernt die angehende Mutter, wie sie die Geburt unterstützen kann, wie sie richtig atmet oder auch, wie sich der Beginn der Geburt andeutet. Sie erfährt und lernt auch viel über andere Themen, die sich im Zuge der Spätschwangerschaft, der Entbindung oder der Zeit danach ergeben.

Das Kind braucht ebenso wie die Mutter viele Nährstoffe und andere wichtige Substanzen, die Lebensmitteln vorkommen. Dazu gehören Eiweiße, Vitamine (vor allem Vitamin C und Folsäure) und Mineralien (insbesondere Calcium und Eisen). Die werdende Mutter sollte dafür sorgen, dass die Stoffe mit der Ernährung zugeführt werden. Auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann angebracht sein. Weiterhin gilt, dass die Schwangere nicht rauchen, keinen Alkohol trinken und keine Drogen nehmen sollte. Vor der Einnahme von Medikamenten muss ein Arzt befragt werden, da manche Mittel zu Problemen der Schwangerschaft oder zu Entwicklungsstörungen des Kindes führen können.

Sportliche Betätigung wird um die 29. SSW immer schwieriger, und es wird auch empfohlen, im dritten Schwangerschaftsdrittel (Trimenon) keinen intensiven Sport mehr zu betreiben. Zur körperlichen Bewegung können z. B. Schwangerschaftsgymnastik, Schwimmen oder Spaziergänge genutzt werden. Dies kann das Wohlbefinden steigern und dafür sorgen, dass die Schwangere nicht ganz so aus der Kondition kommt. Auch kann ab etwa der 29. SSW ein Beckentraining sinnvoll sein, um der Gewichtsbelastung entgegenzuwirken und die Muskeln für die Geburt zu trainieren.

In der 29. Schwangerschaftswoche ist es angebracht, sich um Angelegenheiten hinsichtlich der Geburt und der Folgezeit zu kümmern. Die Geburt rückt näher, so dass bis dahin nicht mehr allzu viel ruhige Zeit bleibt. Spätestens in der 29. SSW sollten sich die Eltern beziehungsweise die Mutter einen Überblick verschaffen, was noch besorgt oder erledigt werden muss.



V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 28.08.2017
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