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20. SSW (Schwangerschaftswoche)

Lesezeit: 5 Min.

Um die 20. SSW ist eine Vorsorge mit Ultraschall vorgesehen

In der 20. Schwangerschaftswoche zeichnet sich am Körper der werdenden Mutter schon recht deutlich die Schwangerschaft ab. Der Bauch ist vorgewölbt, die Taille verbreitert, die Brüste groß geworden. Das Kind (der Fötus) befindet sich hauptsächlich im Wachstum, es bewegt sich viel. Die Aktivitäten des Babys können meist sowohl von der werdenden Mutter als auch von anderen Personen gespürt werden. Die Schwangere hat in diesem Abschnitt meist nur geringe Beschwerden und kann das Leben und die Vorfreude auf das Kind genießen. Die 20. Schwangerschaftswoche ist eine gute Zeit, um zur (zweiten) Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall zu gehen. Als Abkürzung ist oftmals 20. SSW zu lesen.

Der Fötus in der 20. Schwangerschaftswoche

In der Scheitel-Fersen-Länge (SFL) angegeben, ist das Kind in der 20. Schwangerschaftswoche rund 25 Zentimeter groß. Ab jetzt wird die Scheitel-Fersen-Länge standardmäßig verwendet. Die Größe wird aber auch zu dieser Zeit manchmal noch in der Scheitel-Steiß-Länge (SSL) angegeben, welche rund 16 Zentimeter beträgt. Die kindlichen Ausmaße befinden sich also ungefähr in der Größenordnung von einer Banane. Der Kopfdurchmesser (BPD, biparietaler Durchmesser) liegt bei etwa 4,5 Zentimetern. Das durchschnittliche Gewicht des ungeborenen Kindes in Schwangerschaftswoche 20 beträgt 250 bis 300 Gramm.

Alle diese Werte können jedoch auch um einen gewissen Betrag abweichen, da sich jeder Mensch unterschiedlich entwickelt. Nach wie vor gilt bei der Zählung der Schwangerschaftswochen auch, dass mit der vorangehenden letzten Menstruation begonnen wird. Das Baby ist in der 20. SSW also in Wirklichkeit erst 18 Wochen alt (der Zeitpunkt der Befruchtung liegt circa zwei Wochen nach der Menstruation).

Alle Sinnesorgane haben ihre Arbeit aufgenommen. Das Kind kann also bereits mehr oder weniger gut hören und sehen (Hell und Dunkel), schmecken und riechen sowie etwas fühlen. Es bekommt schon jetzt mehr von der Außenwelt mit, als viele Leute glauben. Dementsprechend kann das Baby schon auf Reize von außen reagieren, im positiven wie im negativen Sinne. Mit der richtigen Musik lässt es sich beispielsweise beruhigen. Durch Stress oder Lärm wird es dagegen belästigt.

Das Kind ist weiterhin sehr aktiv und bewegt unter anderem seine Arme und Beine viel. Wenn es boxt oder tritt, kann dies von außen gespürt werden. Es kann z. B. die Nabelschnur greifen oder am Daumen lutschen. Es führt Atemübungen aus und verschluckt jetzt vermehrt Fruchtwasser. Das Fruchtwasser wird wieder ausgeschieden, so dass sich die Menge wieder ausgleicht.

Das Fruchtwasser wird von der Plazenta (Mutterkuchen) in die Fruchtblase abgegeben. Die Menge muss sich nach und nach vergrößern, weil das Kind wächst. Auf der Haut des Fötus befindet sich eine so genannte Käseschmiere (Vernix caseosa), die die Körperoberfläche vor äußeren Einflüssen schützt. Sie kann beispielsweise aggressive Substanzen abhalten, die Haut anzugreifen. Auf der Haut sitzt auch die so genannte Lanugo-Behaarung, die um die Geburt herum wieder verschwindet.

Schwangerschaftskalender 5. Monat

Wie geht es der schwangeren Frau in der 20. SSW?

Die meisten Mütter können nun die Bewegungen ihres Sprösslings wahrnehmen. Auch von anderen Personen können die Bewegungen ab etwa der 20. Schwangerschaftswoche deutlich erfühlt werden.

Der Körper der Frau hat sich von den Proportionen her schon weit verändert. Der Bauch tritt deutlich hervor, was vor allem beim Seitenanblick auffällt. Die Gebärmutter ist schon so groß, dass sie bis auf die Höhe des Bauchnabels reicht.
Insgesamt haben die meisten werdenden Mütter bis zur 20. Schwangerschaftswoche zwischen drei und fünf Kilogramm zugenommen. Die Taille ist nicht mehr schmal. Die Brüste sind bei vielen Schwangeren bis zur 20. Woche erheblich voluminöser geworden und erfordern das Tragen eines größeren BHs. Es gibt auch extra für die Schwangerschaft konzipierte BHs, die bequem zu tragen sind und sich verstellen lassen. Bei manchen Schwangeren fließt jetzt schon die so genannte Vormilch, ein gelbliches Sekret der Brust.

Auch wenn vielfach das zweite Schwangerschaftsdrittel als vergleichsweise angenehm empfunden wird, können weiterhin diverse Beschwerden vorkommen. So bekommen einige schwangere Frauen z. B. Verstopfung, Harndrang, einen schlechten Haut- und Haarzustand, Abgeschlagenheit, Heißhunger oder Übelkeit. Rückenschmerzen können einerseits von dem Zug der Gebärmutter-Aufhängung zustande kommen, andererseits von den groß und schwer gewordenen Brüsten. Auch Stimmungsschwankungen sind möglich.

Doch im Allgemeinen haben die werdenden Mütter um die 20. SSW herum eine große Lebensfreude und möchten viel unternehmen. Noch ist es auch ohne Bedenken und mit geringer Mühe möglich, einen Urlaub zu genießen. Auch sportlich sind viele Schwangere aktiv, dies ist nicht nur (in den allermeisten Fällen) erlaubt, sondern auch erwünscht. Besonders geeignet sind leichte Sportarten wie Schwimmen, Yoga, gewisse Gymnastik oder Walking. Viele andere Sportarten sind ebenfalls erlaubt, solange sie kein großes Risiko aufweisen.

Eine große Untersuchung mit Ultraschall steht an

Zwischen der 18. oder 19. und der 22. Schwangerschaftswoche wird eine Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall durchgeführt. Es handelt sich um den zweiten Ultraschall-Vorsorgetermin, den insgesamt vierten Termin zur Mutterschaftsvorsorge. Bei der jetzigen Untersuchung wird im Ultraschall (Sonographie) überprüft, ob das Kind normal aussieht oder ob es Auffälligkeiten gibt, sowie ob sich das Kind bewegt. Die Lage des Kindes und der Sitz der Plazenta (Mutterkuchen) wird beurteilt, die Größenverhältnisse des Fötus werden vermessen. In dieser Ultraschalluntersuchung kann zudem das Geschlecht herausgefunden werden. Wer sich bei der Geburt überraschen lassen möchte, sollte dies dem Untersucher also mitteilen.

Zu dem Vorsorgetermin gehört auch die Beurteilung des mütterlichen Organismus mit Gewichtsmessung, Blutdruckbestimmung, Urin- und Blutabnahme. Der Urin wird auf Substanzen wie Zucker, Eiweiß oder mögliche Krankheitserreger untersucht, das Blut wird insbesondere auf den Gehalt an Hämoglobin (rotes sauerstofftransportierendes Blutprotein) analysiert. Mittels Abtasten stellt der Arzt fest, auf welcher Höhe sich der Oberrand der Gebärmutter (Uterus) befindet. Die ermittelten Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchung werden im Mutterpass vermerkt.

Als Zusatzuntersuchung kann ein Organscreening (Feinultraschall) vorgenommen werden. Dies wird normalerweise von der Krankenversicherung nicht gezahlt. Es handelt sich um eine ausführliche und genaue Ultraschalluntersuchung, die etwa zwischen der 20. und 23. SSW sinnvoll sein kann. Es handelt sich meist um ein 3D-Ultraschall. In dem Feinultraschall können viel mehr mögliche Abweichungen und Entwicklungsstörungen auffällig werden als in der herkömmlichen Ultaschalldiagnostik. Einen Anlass für ein solches Organscreening bieten gewisse angeborene Erkrankungen von Verwandten oder weitere Krankheiten der Mutter (z. B. Diabetes oder Bluthochdruck). Das Screening kann auch dann durchgeführt werden, wenn es Einflüsse in der frühen Schwangerschaftszeit gab, die für das Kind ein Risiko bedeuten (z. B. Medikamente, Drogenabhängigkeit der Mutter, Bestrahlungen). Ebenfalls kommt es in Frage, wenn bereits andere Untersuchungen auffällig waren. Nur in speziellen Einrichtungen lässt sich das Organscreening durchführen, auch weil viel Erfahrung in der Beurteilung der Ultraschallbilder notwendig ist.

Hinweise und Empfehlungen für die 20. Schwangerschaftswoche

Mit der Ernährung sollte eine genügende Zufuhr von jetzt wichtigen Substanzen erzielt werden wie beispielsweise Mineralien oder Vitaminen. Eine ausreichende Eisenaufnahme ist erforderlich, da ansonsten die Gefahr besteht, dass eine Anämie (Blutarmut) auftritt. Auch der Fötus braucht Eisen, damit es die roten Blutzellen (Erythrozyten) bilden kann.

Nicht konsumiert werden sollten Nikotin, Alkohol und Drogen, da sie die Entwicklung beeinträchtigen können. Medikamenteneinnahmen müssen in Absprache mit dem Arzt erfolgen, da einige Wirkstoffe ebenfalls zu Beeinträchtigungen führen können. Koffein ist in kleinen Mengen erlaubt, gegen ein bis zwei Tassen Kaffee pro Tag ist in den meisten Fällen nichts einzuwenden.



V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 28.08.2017
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