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Ernährung in der Schwangerschaft

Lesezeit: 4 Min.

Für Schwangere ist eine abwechslungsreiche Ernährung besonders wichtig

Während der Schwangerschaft sollte eine Frau ganz besonders auf ihre Ernährung achten. Sie hat einen gesteigerten Bedarf an Energie sowie auch an einigen bestimmten Nährstoffen. Zu empfehlen ist eine ausgewogene Ernährung, die über verschiedene Nahrungsmittel erreicht werden kann (z. B. Obst und Gemüse in einem guten Mengenverhältnis zu Vollkornprodukten, Fisch, Fleisch, Milcherzeugnissen). Die optimale Versorgung kann durch Nahrungsergänzungsmittel unterstützt werden. Außerdem ist eine ausreichende Trinkmenge notwendig. Manche Lebensmittel sind bei Schwangeren nicht erlaubt, denn sie können eine Gefahr für das Kind bedeuten (z. B. Alkohol, rohes Fleisch). Für Schwangere, die vegetarisch oder vegan leben, gelten besondere Empfehlungen.

Wie hoch ist der Kalorienbedarf in der Schwangerschaft?

In der Schwangerschaft sollte die werdende Mutter anstreben, ihr Körpergewicht in einem relativ normalen Rahmen zu halten. Dies ist für das Gedeihen, für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Kindes am besten. Schwanger zu sein bedeutet nicht, die Menge für zwei Personen zu essen. Der Kalorienbedarf steigt zwar etwas an, aber er verdoppelt sich keineswegs. Je nach dem Schwangerschaftsmonat liegt der Energiebedarf nur bei wenigen Hundert Kalorien (kcal) höher als bei nicht schwangeren Frauen.

Vor allem brauchen Schwangere ab dem vierten Monat einen höheren Nährwert. Durchschnittlich sind es 250 Kalorien (kcal) mehr. Der Gesamtbedarf liegt bei den meisten Schwangeren zwischen 2000 und 2500 Kalorien (kcal). Wie viele Kalorien benötigt werden, hängt unter anderem von der Körpergröße und vom Körpergewicht ab sowie von dem Energieverbrauch durch Bewegung und Sport.

Eine Schwangere sollte aber auf keinen Fall zu wenig essen. Für eine Diät ist eine Schwangerschaft der absolut falsche Zeitraum, denn schnell kommt es zu einer mangelhaften Versorgung des Kindes. Eine normale Zunahme während der Schwangerschaft liegt etwa zwischen 11 und 16 Kilogramm, sofern die Frau vorher ein Normalgewicht hatte. Eine Frau, die zuvor übergewichtig war, muss in der Schwangerschaft weniger zunehmen (je nach Ausgangsgewicht zwischen 5 und 11 Kilogramm). Entsprechend sollte die Gewichtszunahme einer Schwangeren, die vorher untergewichtig war, höher ausfallen (etwa zwischen 13 und 18 Kilogramm).

Welche Nährstoffe sind in der Schwangerschaft besonders wichtig?

Noch wesentlicher als der Energiegehalt der Lebensmittel ist ihre Zusammensetzung. Die schwangere Frau benötigt eine Reihe von Nahrungsbestandteilen, um eine gute Versorgung für sich und das Kind zu bekommen. Neben den eigentlichen Nährstoffen sind weitere Substanzen wie Vitamine und Mineralstoffe notwendig. Die energieliefernden Nährstoffe Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette sollten in dem Verhältnis aufgenommen werden, wie es auch für alle anderen Personen empfohlen wird. Ideal ist eine Energiezufuhr, die zu 55 Prozent aus Kohlenhydraten, zu 30 Prozent aus Fetten und zu 15 Prozent aus Proteinen (Eiweißen) stammt.

Eiweiß

Der Eiweißbedarf ist in der Schwangerschaft erhöht. Eiweißstoffe werden unter anderem dafür benötigt, den kindlichen Organismus aufzubauen. Sie sind damit für das Wachstum des Babys unentbehrlich. Im Idealfall kann auf die biologische Wertigkeit der Eiweißstoffe (Proteine) geachtet werden, also auf die Zusammensetzung aus wichtigeren und unwichtigeren Eiweißbausteinen (Aminosäuren).

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate bilden gewissermaßen die Grundlage der Ernährung. Sie sollten über die Hälfte der energieliefernden Stoffe stellen. Werdende Mütter sollten, wie andere Menschen auch, darauf achten, dass sie nur einen geringen Teil der Kohlenhydrate als Zucker (Süßigkeiten) aufnehmen. Gesünder sind Vollkorn-Lebensmittel.

Fette

Auch wenn oft von einer fettreduzierten Ernährung die Rede ist, braucht eine Schwangere eine gewisse Menge Fett in der Nahrung. Hier sollte aber darauf geachtet werden, mehr ungesättigte Fettsäuren (eher aus Pflanzen und Fisch) anstatt gesättigter Fettsäuren (eher aus tierischen Lebensmitteln) zu verzehren.

Folsäure

Folsäure gehört zu den Vitaminen, genauer zu den B-Vitaminen. In der Schwangerschaft fehlt häufig Folsäure. Es wird benötigt, damit sich das Kind richtig entwickeln kann. Wenn zu wenig Folsäure vorhanden ist, besteht eine erhöhte Gefahr für Fehlbildungen, z. B. am Nervensystem. Schwangeren wird daher empfohlen, nicht nur auf eine folsäurereiche Ernährung zu achten, sondern zusätzlich Folsäure-Präparate einzunehmen. 400 Milligramm am Tag ist die Menge an Folsäure, die als Nahrungsergänzung zugeführt werden sollte. Lebensmittel mit einem stärkeren Gehalt an Folsäure sind beispielsweise grüne Gemüsesorten, Möhren, Tomaten, Vollkorngetreide und Nüsse. Auch auf eine ausreichende Zufuhr weiterer Vitamine muss in der Schwangerschaft geachtet werden.

Eisen

Ein Eisenmangel ist bei Schwangeren oft zu beobachten. Schwangere haben einen beträchtlich erhöhten Bedarf an Eisen. Zu den Auswirkungen des fehlenden Eisens kann eine Blutarmut (Anämie) gehören, das ist ein Mangel an Hämoglobin, einer wichtigen Verbindung in den roten Blutkörperchen. Eisen findet sich in Speisen wie Fleisch und Fisch, Spinat, Vollkorngetreide oder Hülsenfrüchten. Bei einem starken Mangel an Eisen kann auch hier ein Ersatzpräparat eingenommen werden.

Calcium

Calcium gehört zu den Mineralien und wird unter anderem für den Knochenaufbau benötigt. In der Schwangerschaft haben Frauen oft zu wenig Calcium. Es ist in Milch sowie Milchprodukten enthalten, findet sich aber auch in anderen Lebensmitteln wie z. B. Broccoli, Nüssen oder Vollkornbrot. Calciumhaltige Produkte sollten in ausreichender Menge verzehrt werden. Auch Mineralwasser enthält einen mehr oder weniger hohen Anteil an Calcium.

Zum Calciumhaushalt wichtig ist zudem das Vitamin D. Es sorgt dafür, dass das Calcium in genügender Menge aufgenommen werden kann. Vitamin D kann über Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Es wird aber auch in der Haut gebildet, wenn Sonnenlicht einwirken kann. Der direkte Aufenthalt in der Sonne ist nicht erfoderlich, es reicht, für eine gewisse Zeit ins Freie zu gehen (etwa eine halbe Stunde).

Jod

An Jod herrscht allgemein in der Bevölkerung bei vielen Menschen ein Mangel. Jodmangel in der Schwangerschaft kann dazu führen, dass sich das Kind nicht gut entwickelt. Viel Jod enthält Seefisch, außerdem ist es im Jodsalz enthalten. Es kann ebenfalls als Ersatzpräparat eingenommen werden. Hatte die Mutter bereits vor der Schwangerschaft Jodmangelerscheinungen, dann sollte sie sich mit dem Arzt absprechen.

Magnesium

Magnesium hat viele Funktionen im Körper von Stoffwechselprozessen über Muskelaktivitäten bis hin zum Aufbau von Knochen. Schwangere brauchen mehr Magnesium als andere Menschen. Bei starkem Magnesiummangel kann es zu Muskelkrämpfen oder sogar zu Fehlgeburten kommen. Magnesium findet sich unter anderem in Vollkornlebensmitteln, Nüssen, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 09.02.2017
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Karottensaft   2 Antworten   Letzte Antwort
sagt Tigerlilly53   vor 5 Monate  70

Aha...soweit dazu...Ich antworte...und der Beitrag ist nach einigen Minuten von der Seite verschwunden... Ich kann ihn zumindest NICHT mehr ... mehr

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