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Geburt im Geburtshaus

Lesezeit: 3 Min.

Im Geburtshaus kann die Mutter in einer angenehmen Atmosphäre entbinden

Ein Geburtshaus ist eine Einrichtung, in der Schwangere ihr Kind außerhalb eines Krankenhauses zur Welt bringen können. Normalerweise wird ein Geburtshaus von Hebammen geleitet. Das Geburtshaus stellt gewissermaßen eine Zwischenstufe zwischen der Klinikgeburt und der Hausgeburt dar. Einerseits ist das Geburtshaus auf Entbindungen spezialisiert, andererseits fällt die bisweilen steril anmutende, durchstrukturierte Atmosphäre der Klinik beziehungsweise des Kreißsaals weg. Komplikationen bei einer Geburt im Geburtshaus können nach sich ziehen, dass der Vorgang im Krankenhaus fortgeführt werden muss. Das Geburtshaus legt nicht bloß Wert auf die Geburt selbst. Es versteht sich auch als Einrichtung, das die Mütter auch während der Schwangerschaft und in der Zeit nach der Entbindung betreut und unterstützt. Viele Häuser bieten auch eine Reihe von zusätzlichen Kursen, Trainings oder Veranstaltungen vor und nach der Geburt an.

Welche Geburten können in einem Geburtshaus stattfinden?

Prinzipiell liegt es in der freien Entscheidung der Mutter, wo und wie sie ihr Kind gebären möchte. Sie kann also erst einmal sagen, ob sie in die Klinik gehen möchte, in ein Geburtshaus oder ob sie eine Hausgeburt machen möchte. Die Geburt im Geburtshaus geschieht also auf Wunsch der Mutter oder des Paares. Mütter, die im Geburtshaus entbinden möchten, haben das Bedürfnis nach einem Umfeld, das auf die Geburt ausgerichtet ist, das aber dennoch behaglich ist und Ruhe gewährleistet. Manche Mutter entscheidet sich für das Geburtshaus, wenn sie an sich eine Hausgeburt machen wollte, aber die Wohnung nicht groß genug ist oder die eigenen Räumlichkeiten nicht geeignet sind.

Ein Geburtshaus ist allerdings kein Krankenhaus. Deshalb sind zwar viele Geburten im Geburtshaus möglich, aber nicht alle. Geburten, bei denen die Risiken als hoch eingestuft werden, sollten in der Klinik geschehen. Die meisten Geburtshäuser werden diese Frauen auch nicht annehmen. Einige Erkrankungen können Gründe darstellen, dass eine Einstufung als Risikoschwangerschaft erfolgt und der Gang ins Krankenhaus zur Geburt empfohlen wird. Hierzu gehören unter anderem Diabetes (Zuckerkrankheit) oder Präeklampsie (eine Krankheit mit Bluthochdruck, die zu weiteren Schwierigkeiten führen kann). Auch eine ungünstige Lage des Kindes in der Gebärmutter oder eine Mehrlingsschwangerschaft können gegen die Geburtshaus-Geburt sprechen. Vorzeitige Wehen, eine ungünstige Tieflage des Mutterkuchens (Plazenta praevia) oder eine geplatzte Fruchtblase sind weitere Gründe, eher nicht ins Geburtshaus zu gehen, sondern in ein Krankenhaus.

Die Mutter sollte nicht vergessen, dass sie sich für ein Geburtshaus rechtzeitig anmelden muss. Sie sollte sich schon früh in der Schwangerschaft damit auseinandersetzen und schließlich entscheiden, wo sie gebären will. Infoveranstaltungen sind ein Mittel, sich mit dem Thema genauer zu befassen und schon einmal mit dem Geburtshaus in Kontakt zu kommen.

Welche Argumente sprechen für die Geburt im Geburtshaus?

Geburtshäuser erstreben, dass die Geburt und die Betreuung weit über das Niveau hinausgeht, das in einem Krankenhaus erreicht wird. Die Mutter kann einzeln von einer Hebamme betreut werden, anstatt im Routinebetrieb eines Krankenhauses oft unpersönlich von vielen Mitarbeitern versorgt zu werden. Trotzdem ist der Geburtsraum in dem Haus so ausgestattet, dass er für diese Zwecke sehr gut geeignet ist. Er ist darauf zugeschnitten und muss nicht, wie bei einer einer Geburt zu Hause, grundlegend darauf vorbereitet werden. Zudem kennt sich die Hebamme im Geburtshaus aus und muss sich nicht auf eine für sie kaum bekannte Wohnung einstellen.

Die Mitarbeiter des Geburtshauses achten nicht nur darauf, dass es Mutter und Kind rein körperlich gut geht. Sie sorgen auch dafür, dass die Geburt ein angenehmes und schönes Ereignis ist und dass die Mütter keine große Belastung empfinden. Die Einrichtung in dem Geburtshaus ist nicht bloß darauf ausgerichtet, dass die Geburt als „technischer" Vorgang reibungslos abläuft. Die Mutter kann auch viele Aspekte selbst bestimmen. Die Mutter kann sich beispielsweise entscheiden, in was für einer Position sie gebären möchte, ob auf dem Bett oder auf einem speziellen Stuhl. Häufig ist im Geburtshaus eine Wassergeburt möglich. Eine schöne, bequeme und zugleich zweckmäßige Einrichtung sorgt dafür, dass sich die Mutter wohlfühlt und keine besonderen Sorgen machen muss.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 15.02.2016
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