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Weitere mögliche Symptome einer kommenden Geburt

Lesezeit: 3 Min.

Welche weiteren Anzeichen können eine baldige Geburt andeuten?

Nicht nur die Wehen können anzeigen, dass die Geburt ansteht. Mehrere andere Symptome kündigen ebenfalls an, dass es nur noch eine kurze Zeit dauert. Einige dieser Anzeichen treten schon Tage bis Wochen vor der Geburt auf, einige kommen wie die Wehen erst Stunden vorher zur Erscheinung.

Eines dieser Hinweise ist das so genannte Zeichnen (auch: Zeichnungsblutung). Ein Stück Schleim fällt dabei vom Muttermund ab, der dadurch verschlossen war. Der Schleimpfropf tritt, mit Flüssigkeit und teilweise mit etwas Blutbeimengung, aus der Scheide aus. Das Zeichnen kann schon einige Wochen vor der Geburt auftreten, in anderen Fällen steht beim Zeichnen die Geburt fast unmittelbar bevor. Bei einigen Schwangeren kann das Zeichnen durchaus schon in der 33. oder 34. Schwangerschaftswoche vorkommen. Der nun abgehende Schleim diente vorher dazu, den Muttermund und das Innere der Gebärmutter vor äußeren Einflüssen zu schützen. So kann er verhindern, dass Keime eindringen. Wenn das Zeichnen eingetreten ist, sollte sich die werdende Mutter deshalb ein wenig mehr schützen und z. B. nicht ins öffentliche Schwimmbad gehen. Bei einer vermuteten Zeichnungsblutung sollte sich die Schwangere mit dem Arzt in Verbindung setzen, um auszuschließen, dass vielleicht doch eine andere Ursache des Blutabgangs besteht.

Der Bauch senkt sich wenige Wochen vor dem Geburtstermin ab, denn das Kind legt sich schon mit dem Kopf voran in Richtung Becken und nimmt eine günstige Position für die Entbindung ein. Das führt unter anderem auch zu einem verstärkten Harndrang, das Kind drückt auch auf den Darm und bewirkt Störungen wie etwa eine Verstopfung. Äußerlich sichtbar ist oft eine Veränderung der Bauchform.

Wenn die Geburt naht, lassen die Bewegungen des Kindes nach. Bis zu den Eröffnungswehen wird es nicht mehr so lange dauern. Unruhe und Schlafstörungen können weitere Vorboten der Geburt sein. Manche Mütter bekommen jetzt Durchfall.

Das Platzen der Fruchtblase (Blasensprung) kündigt ebenfalls die Geburt an. Die Fruchtblase reißt häufig nach dem Beginn der Geburtswehen. In einigen Fällen platzt sie schon einen halben oder einen Tag, bevor die Wehen eintreten. Aus der Scheide geht dann Flüssigkeit ab, bei manchen Schwangeren nur tröpfchenweise, bei anderen aber deutlich mehr. Normalerweise ist die Flüssigkeit (das Fruchtwasser) klar, sie kann durch eventuell abgegangenen frühen Kot des Kindes etwas grünlich sein. Von abgehendem Urin kann das Fruchtwasser unterschieden werden, weil das Fruchtwasser nach dem Blasensprung nicht aufgehalten werden kann. Die Schwangere sollte ab jetzt möglichst liegen.

Bei manchen Müttern kommt es zu einem vorzeitigen Blasensprung in einer früheren Phase der Schwangerschaft. Sollte die Fruchtblase deutlich vor dem errechneten Geburtstermin platzen, dann muss sich die Mutter umgehend vom Arzt untersuchen lassen. Beim Blasensprung in der Nähe des Termins sollte sie sich mit der Hebamme oder dem Arzt in Verbindung setzen.

Ein weiteres Anzeichen der Geburt, das aber nur der Arzt erkennt, ist die Eröffnung des Muttermundes. Der Gebärmutterhals weitet sich, so dass das Kind bald hindurch passt und geboren werden kann.

Gewiss ist auch der Zeitpunkt innerhalb der Schwangerschaft bedeutsam, ob die Geburt demnächst eintreten könnte. Die meisten Kinder werden im Zeitraum von zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem errechneten Geburtstermin entbunden. Es findet allerdings auch eine nicht unwesentliche Anzahl von zu frühen Geburten statt. Wichtiger als der ermittelte Geburtstermin sind also die Anzeichen der Geburt, da die Zeit abweichen kann. Wird der Termin zu lange überschritten, dann leitet der Arzt meist bis zum Ende der 42. Schwangerschaftswoche die Geburt ein.

Zu welchem Zeitpunkt soll sich die Mutter in die Klinik bringen lassen?

Während der Schwangerschaft sucht die Mutter sich aus, ob sie in der Klinik entbindet, eine Hausgeburt durchführt oder in eine Einrichtung wie das Geburtshaus geht. In bestimmten Fällen (bei erhöhtem Risiko) muss sie in der Klinik das Kind zur Welt bringen. In die Klinik gehen oder die Hebamme bestellen sollte sie, wenn sie die Geburtswehen eindeutig verspürt oder wenn die Fruchtblase geplatzt ist. Bei Zweifeln kann sich die angehende Mutter auch an ihre Hebamme wenden. Sie hat Erfahrung damit, zu beurteilen, ob die Geburt nun ansteht oder noch nicht. Ebenso kann die Mutter natürlich ihren Arzt kontaktieren. Bei Komplikationen wie deutlichen Schmerzen (die aber auch einfach nur durch die Geburtswehen verursacht sein können) oder Blutungen, Fieber oder Krankheitsgefühl sollte sich die Mutter ebenfalls in das Krankenhaus begeben.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 09.02.2016
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