Definition Intrauterinpessar
Neben einigen anderen Methoden zur Verhütung (Kontrazeption) dient auch eine so genannte Spirale (Intrauterinpessar, IUP) der Verhinderung einer Schwangerschaft.
Ursachen für den Einsatz der Spirale
Verhütung wird eingesetzt, wenn verhindert werden soll, dass die Frau in diesem Zeitrahmen Kinder bekommt. Meist ist dies auf Wunsch der Frau der Fall, z. B. wenn sie zu jung oder noch nicht bereit für ein Kind ist, wenn die finanzielle Situation das Aufziehen eines Kindes schwierig macht, wenn das Berufsleben als wichtiger erachtet wird oder wenn die Familienplanung abgeschlossen ist.
Symptome
Eine reguläre Schwangerschaft entsteht, wenn eine Eizelle von einem Spermium befruchtet wird und sich (bereits als mehrzelliges Gebilde) in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Bei der Verhütung wird unterbunden, dass das funktionsfähige Spermium auf eine reife Eizelle treffen kann, oder dass sich die bereits entstandene Frucht in der Gebärmutter einnisten kann.
Diagnose
Es erfolgt zunächst eine Befragung (Anamnese) der Frau und eine gründliche Untersuchung aus gynäkologischer Sicht. Es muss auf Entzündungen im Genitalbereich, auf Geschlechtskrankheiten und auf Fehlbildungen insbesondere der Gebärmutter untersucht werden. Des Weiteren müssen vorherige Operationen sowie Schwangerschaftsabbrüche festgestellt werden. Auch eine eventuelle Schwangerschaft muss ausgeschlossen werden.
Differenzialdiagnose
Verhältnisse, die gegen die Einlage eines Intrauterinpessars sprechen, müssen ausgeschlossen werden.
Therapie
Konservative Therapie
Es findet sich eine Vielzahl von Verhütungsmethoden, die eine unterschiedliche Wirkungsweise und eine unterschiedliche Sicherheit aufweisen. Dazu gehören verschiedene herkömmliche Methoden wie unterbrochener Geschlechtsverkehr (Coitus interruptus) oder Geschlechtsverkehr nur zu einem sicher unfruchtbarem Zeitpunkt, die Einnahme von Medikamenten (z. B. die „Pille“), Kondome sowie das Einlegen eines Verschlusses über den Gebärmutterhals (Portiokappe) oder einer Membran.
Operation
Falls keine Gegenanzeigen vorliegen, kann eine so genannte Spirale (Intrauterinpessar, IUP) zur Empfängnisverhütung eingelegt werden.
Früher waren die Intrauterinpessare spiralförmig, woraus der umgangssprachliche Name entstand. Es gibt heutzutage verschiedene Pessare, die sich in der Form etwas unterscheiden. Vielfach findet sich eine annähernde T-Form oder ein „Stiel mit zwei Armen“, so dass sich das Pessar in die Gebärmutter einpasst.
Die Wirkung erfolgt bei vielen Intrauterinpessaren über das Kupfer, welches die Spermien abtötet, sowie über die mechanische Einwirkung auf die Schleimhaut innerhalb der Gebärmutter, welche ein Einnisten eines befruchteten Eis verhindern soll. Auch kann manchmal eine Spirale Hormone oder chemische Substanzen abgeben, die zusätzlich die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer Schwangerschaft vermindern. Unter anderem sorgt ein Gelbkörperhormon dafür, dass der Gebärmutterhals durch bestimmte Schleimzusammensetzung für Spermien undurchdringlich wird und die Schleimhaut der Gebärmutter verändert wird.
Das Einlegen der Spirale erfolgt idealerweise zur Zeit der Menstruationsblutung oder kurz später, zumindest aber in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus der Frau. Beim Kupferpessar ist dies auch in der Mitte des Zyklus möglich. Nach einer Schwangerschaft müssen sechs Wochen Abstand bis zur Einführung des Pessars eingehalten werden.
Vor der Einlage des Intrauterinpessars (IUP) wird mit einem sondenförmigen Instrument die Gebärmutter von innen ausgetastet. Ein zu enger Gebärmutterhals (z. B. bei Frauen, die bisher auf natürlichem Wege kein Kind zur Welt gebracht haben) muss aufgedehnt werden. Mittels eines speziellen Instruments wird das Pessar dann eingelegt. Schmerzen treten meist nur bei engem Gebärmutterhals auf, eine Betäubung kann angezeigt sein. Die richtige Lage des Pessars in der Gebärmutter kann durch eine Ultraschalluntersuchung oder andere bildgebende Verfahren kontrolliert werden.
Mögliche Erweiterungen der Operation
Sehr selten können bei auftretenden Komplikationen weitere Maßnahmen erforderlich sein.
Komplikationen
Bei dem Eingriff oder bei den Vorbereitungen kann es zur Verletzung, seltener auch zur Durchstoßung der Gebärmutter kommen. In diesem Fall kann das Intrauterinpessar nicht eingeführt oder belassen werden. Sehr selten kann es zu dauerhaft bestehenden Schädigungen von Gebärmutter und anderen Geschlechtsorganen kommen, wodurch Störungen der Regelblutung oder Unfruchtbarkeit bedingt werden können. Manchmal wird verrutscht das Pessar in der Gebärmutterhöhle, oder es wird (meist durch zu starke Regelblutungen) ausgestoßen. Durch Beschädigung von Gefäßen kann es zu Blutungen und Nachblutungen kommen, auch kann durch die Spirale die Menstruation verstärkt oder vermindert werden. Schmerzen, Infektionen, Wundheilungsstörungen sowie überschießende Narbenbildung können vorkommen. Allergien können nicht ausgeschlossen werden. Durch Hormone können sich weitere Nebenwirkungen ergeben.
Bei einer Schwangerschaft, die sich trotz des gelegten Pessars entwickelt, kann es häufiger als im Normalfall zu Fehlgeburten kommen. Daher sollte dann das Pessar herausgeholt werden. Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (z. B. Eileiterschwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft) lässt sich durch die Spirale nicht verhindern. Eine solche Schwangerschaft am falschen Ort muss operativ entfernt werden.
Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.
Prognose
Die so genannte Spirale ist eine verhältnismäßig
sichere Methode zur Verhütung. Abgesehen von der Anti-Baby-Pille (bei der aber Anwendungsfehler vorkommen können) ist ein Pessar die sicherste Verhütungsvariante, die sich wieder rückgängig machen lässt. Dennoch kommt es bei manchen Frauen trotz liegenden Pessars zur Ausbildung einer Schwangerschaft. Hormonpessare haben eine höhere Sicherheit.
Eventuelle übertragbare Krankheiten und Geschlechtskrankheiten können durch das Intrauterinpessar selbstverständlich nicht verhindert werden.
Nach mehreren Jahren Liegezeit muss das Pessar ausgetauscht werden. Das Intrauterinpessar kann auch komplett wieder entfernt werden. Ein Schutz vor Schwangerschaften besteht dann nicht mehr.
Hinweise
Vor der Operation
Neben den Gegenanzeigen gegen das Einsetzen einer Spirale ist auch der Zeitpunkt im Laufe des Monatszyklus ausschlaggebend für einen erfolgreichen Eingriff.
Nach der Operation
In Absprache mit dem Arzt muss die Patientin möglicherweise beachten, dass sie für 24 Stunden kein Auto, keine anderen Verkehrsmittel und keine Maschinen selbst bedienen darf. Daher sollte sie sich abholen lassen. Bedeutsame Entscheidungen sollten ebenfalls vertagt werden.
Termine für Kontrolluntersuchungen sollten unbedingt wahrgenommen werden.
Bei Auffälligkeiten, die auf Komplikationen hinweisen könnten, sollte baldmöglichst der Arzt kontaktiert werden.
Letzte Aktualisierung am 31.05.2010.