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In welchem Zusammenhang stehen Störungen der Schilddrüsenfunktion und Menstruationsstörungen?

Lesezeit: 3 Min.

Die Schilddrüse kann den Zyklus der Frau maßgeblich beeinflussen

Zyklusstörungen können bei jeder Frau vorkommen, ohne dass eine körperliche Ursache vorliegt. Bleibt die Menstruation aber über eine längere Zeit aus (mindestens drei Monate), ohne dass eine Schwangerschaft vorliegt, spricht der Mediziner von einer Amenorrhoe. Aber auch plötzlich verstärkte Blutungen oder Schmierblutungen zwischen zwei Perioden zählen zu den vielen möglichen Menstruationsstörungen. Ursache kann durchaus auch eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion sein.

Die Schilddrüse schüttet die Hormone Trijodthyronin und Thyroxin aus, die wichtige Aufgaben im Körper haben. Sie sind unter anderem verantwortlich für die Steigerung des Grundumsatzes und für den Eiweißaufbau in den Muskeln. Zudem fördern sie Wachstum und Reifung des zentralen Nervensystems. Das ist besonders wichtig in der Schwangerschaft und in der Kindheit.

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Von einer Schilddrüsenunterfunktion spricht der Mediziner dann, wenn sich zu wenig Schilddrüsenhormone im Körper befinden. Die Unterfunktion kann angeboren sein (Kretinismus). Im Laufe des Lebens können Entzündungen, Operationen oder bestimmte Medikamente zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen.

Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion kommen meistens schleichend und über einen sehr langen Zeitraum. Diese sind unter anderem Müdigkeit, depressive Verstimmungen und Gewichtszunahme, obwohl das Essverhalten nicht geändert wurde.

Zudem steuert die Schilddrüse auch den Menstruationszyklus. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann die Blutung verstärkt oder abgeschwächt auftreten. Zudem kann die Fruchtbarkeit eingeschränkt sein. Ein weiteres Symptom einer Schilddrüsenunterfunktion ist sexuelle Unlust. Weitere Anzeichen einer schilddrüsenunterfunktionsbedingten Menstruationsstörung können ein verlängerter oder auch ein verkürzter Zyklus sein.

Bei weiblichen Teenagern, die unter Schilddrüsenunterfunktion leiden, kann die Menstruation zu früh einsetzen, oft sogar schon vor dem zehnten Lebensjahr.

Durch die Schilddrüsenunterfunktion schüttet der Hypothalamus im Gehirn vermehrt das Hormon TRH aus, das die Schilddrüsentätigkeit erhöht. Gleichzeitig wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet, welches die Reifung der Eizelle beeinflusst beziehungsweise den Eisprung unterdrückt.

Eine Schilddrüsenunterfunktion hat zudem gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Schon im Mutterleib kann die Gehirnreifung infolge des Jodmangels gestört werden. Bleibt dies unbehandelt, kann eine schwere geistige und körperliche Behinderung entstehen. Um weiteren Auswirkungen vorzubeugen, wird bei jedem Neugeborenen in Deutschland die Schilddrüsenfunktion getestet.

Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion gibt es zu viele Schilddrüsenhormone im Blut. Die Ursache der Überfunktion liegt fast immer in der Schilddrüse selbst. Manchmal bilden sich in ihr Bereiche, die unabhängig voneinander beginnen, Hormone zu produzieren. Sind diese Bereiche zu groß oder zu aktiv, können die gesunden Bereiche die Ausschüttung nicht mehr herunterregulieren. Eine weitere Ursache kann die Basedow-Krankheit sein. Hier werden im Körper Substanzen gebildet, die die Schilddrüse unabhängig vom Bedarf zur Hormonproduktion animieren.

Manche Menschen überdosieren zudem absichtlich ihr Schilddrüsenmedikament, um dadurch eine Gewichtsabnahme zu beeinflussen. Auch das kann auf Dauer zu einer Überfunktion führen.

Typische Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion sind unter anderem eine Vergrößerung der Schilddrüse, zitternde Hände, Gewichtsverlust und Haarausfall. Hier tritt häufig als Menstruationsstörung die Amenorrhoe auf, das heißt, die Periode bleibt ganz aus oder sie kommt stark verspätet.

Bei weiblichen Teenagern, die unter einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, tritt die erste Menstruation sehr spät auf, häufig erst mit 15 Jahren oder später.

Wie wird therapiert?

Zunächst wird der behandelnde Internist oder Endokrinologe (Hormonfacharzt) eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durchführen. Diese gibt Aufschluss über Größe und Beschaffenheit des Organs. Außerdem erfolgt eine Blutuntersuchung, hier werden die Hormonveränderungen untersucht. Außerdem kann eine Szintigraphie zum Einsatz kommen. Hier werden schwach radioaktive Substanzen gespritzt, um die Funktion der Schilddrüse darzustellen.

Liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor, richtet sich die Therapie nach der Ursache. Hier ist eine medikamentöse Behandlung mit Thyreostatika möglich, die die Überfunktion hemmen. In manchen Fällen ist aber eine Operation unumgänglich, bei der die betroffenen Areale entfernt werden, ebenso wie eine Radiojodtherapie, bei der schwach radioaktiv behandeltes Jod gegeben wird, die das betroffene Schilddrüsengewebe absterben lässt.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion müssen lebenslang künstliche Schilddrüsenhormone genommen werden. Hier wird meist mit einer schwachen Dosis begonnen, die sich langsam steigern kann, bis sich die Werte im Blut normalisiert haben. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion muss die Patientin einmal im Jahr zur Nachuntersuchung.



M. Weitz Miriam Weitz
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 14.05.2016
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Menstruationsstörungen

 
sagt einsmile   vor ~ 3 h  385

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