Anzeige

Menstruationsstörungen | Zyklusstörungen | Regelbeschwerden

Viele Frauen haben mit Menstruationsstörungen zu kämpfen...

Definition Menstruationsstörungen

Die erste Menstruation setzt heutzutage etwa bei 12 jährigen Mädchen ein. In den ersten Jahren kann die Blutung noch unregelmäßig sein. Mit dem 15. Lebensjahr sollte der Zyklus regelmäßig einsetzten. Die Zeit vom ersten Tag der Regelblutung bis zum letzten Tag  (Zyklusdauer) dauert im Schnitt zwischen 26 und 32 Tagen.

Mit dem Begriff Zyklusstörungen werden alle Abweichungen von einem normalen Menstruationszyklus zusammengefasst. Ein normaler Ablauf des Zyklus ist eng mit der Fruchtbarkeit (Fertilität) der Frau verbunden. Die Einteilung dieser Störungen erfolgt nach verschiedenen Gesichtspunkten.

  • Störung der Menstruationsfrequenz (Tempoanomalien)
    - Dauert ein Zyklus länger als 35 Tage, spricht man von einer seltenen Menstruation (Oligomenorrhoe)
    - Tritt eine Blutung häufiger als alle 25 Tage auf, liegt eine häufige Menstruation (Polymenorrhoe) vor.
    - Wenn noch nie eine Blutung aufgetreten ist, heißt die Störung primäre Amenorrhoe. Setzt die Blutung über 6 Monate aus, spricht man von einer sekundären (durch eine andere Krankheit verursachte) Amenorrhoe.

  • Störung der Blutungsstärke (Typusstörung)
    - Werden während der Menstruation weniger als 2 Damenbinden pro Tag durchgeblutet, wird von einer schwachen Blutung (Hypomenorrhoer) gesprochen
    - Werden mehr als 5 Damenbinden pro Tag gebraucht, ist die Blutung zu stark (Hypermenorrhoe)

  • Störung der Blutungsdauer
    - Dauert die Menstruation länger als 6 Tage wird der Begriff Menorrhagie verwendet.
    - Eine Blutungsdauer unter 2 Tagen wird Brachymenorrhoe genannt.

  • Zusatzblutungen
    - Hierbei unterscheidet man Blutungen die regelmäßig in der Mitte des Zykluses vorkommen (Spotting), von jenen, die unregelmäßig (Zyklus unabhängig) vorkommen (Metrorrhagien).

Ursachen von Zyklusstörungen

Die Ursachen für eine Zyklusstörungen können in zwei Kategorien eingeteilt werden. Störungen, bei denen zu viel Menstruationsblut (Hyper-/Poly-/Meno-/Methrorrhagien) vorkommt haben andere Ursachen als die Störungen, bei denen zu wenig Menstruationsblut (Hypo-/Oligo-/Brachy-/Amenorrhoe) vorkommt.

Zu viel Menstruationsblut

  • Endometriose: Bei dieser Erkrankung liegt die Gebärmutterschleimhaut nicht nur in der Gebärmutter vor, sondern versprengt auch an anderen Stellen des Körpers (Vagina, Darm). Im Rahmen der Menstruationsblutung blutet nicht nur die Gebärmutterschleimhaut, sondern auch die versprengte Schleimhaut. Dadurch ist die Blutung verstärkt.
  • Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis): Durch die Entzündung ist das Gewebe gereizt, so dass es auch unabhängig von der Menstruation zu Blutungen kommen kann. Gleiches gilt für Entzündungen des Gebärmutterhalses (Zervizitis) oder der Eileiter (Adnexitis).
  • Verletzungen: Verletzungen im Genitaltrakt treten am häufigsten unter der Geburt auf. Sie können aber auch die Folge von sexuellem Missbrauch und unsachgemäß durchgeführten Abtreibungen sein. Die Blutungen sind unmittelbare Verletzungsfolge und können lebensbedrohende Ausmaße annehmen.
  • Polypen: Diese gutartigen Geschwulste treten sowohl im Darm, als auch in der Gebärmutter auf. Sie können die Ursache sowohl von verstärkten Blutungen als auch von Zwischenblutungen sein.
  • Krebs: Die Blutungen treten unregelmäßig und auch nach der Menopause auf. Bei älteren Frauen ist bei einer vaginalen Blutung immer ein Verdacht auf einen Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs gegeben und sollte dringendst abgeklärt werden.
  • Hormonell: Durch Störungen im Hormonhaushalt können sowohl verstärkte als auch verlängerte Blutungen vorkommen.

Zu wenig Menstruationsblut

  • Schwangerschaft: Der häufigste Grund für ein Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe) zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr ist eine Schwangerschaft.
  • Fehlbildungen: Jegliche Art von Fehlbildungen der Gebärmutter oder der Vagina können zu einer schwachen oder fehlenden Blutungen führen. Gleiches gilt für Fehlbildungen der Eierstöcke und Eileiter, da der Eisprung eine Voraussetzung für eine normale Regelblutung ist.
  • Genetisch: Liegt kein normaler weiblicher Chromosomensatz mit zwei X- Chromosomen vor, kann auch keine Regelblutung stattfinden. Eine relativ häufige Störung ist das Ullrich-Turner-Syndrom. Diese Mädchen haben nur ein X- Chromosom. Sie haben keine Regelblutung (primäre Amenorrhoe) und können auch keine Kinder bekommen.
  • Stress: Manche Frauen reagieren auf Stress mit einem Ausbleiben der Regelblutung. Bei psychische Störungen wie der Magersucht (Anorexie) und der Ess - Brechsucht (Bulemie) bleibt die Regelblutung auch aus.
  • Hormonell: Störungen im Hormonhaushalt können auch die Ursache für eine verminderte Regelblutung sein.


Symptome einer Menstruationsstörung

Bei den Symptomen müssen die Symptome der verursachenden Erkrankungen von den Folgen der Blutungsstörungen unterschieden werden.

Symptome der verursachenden Erkrankungen:

  • Endometriose: Zusätzlich zur verstärkten Regelblutung macht sich die Endometriose durch Bauchschmerzen während der Regel bemerkbar. Da sich die versprengte Gebärmutterschleimhaut auch im Darm befinden kann, kann es auch zu blutigem Stuhlgang während der Regel kommen.
  • Entzündungen: Hierbei treten Bauchschmerzen auch außerhalb der Regelblutung auf. Allgemeine Entzündungszeichen wie vermehrte Müdigkeit und Fieber kommen hinzu.
  • Verletzungen: Der Blutverlust ist so hoch,dass die betroffenen Patientinnen einen Schock erleiden können.
  • Polypen: Sie können so groß werden, dass eine Schwangerschaft nicht möglich ist, da der Platz in der Gebärmutter fehlt. Manche Polypen wachsen auch aus der Gebärmutter und aus der Vagina heraus, so dass sie von außen sichtbar sind.
  • Krebs: Bei jeglichen Krebserkrankungen treten Allgemeinsymptome auf. Hierzu gehört ein starker, ungewollter Gewichtsverlust, verstärkte Müdigkeit und nächtliches Schwitzen. Dieser Symptomen komplex wird auch B-Symptomatik genannt.
  • Hormonell: Störungen der Hormone sind häufig schon von außen sichtbar. Ein Bartwuchs bei Frauen oder eine Verstärkung der Beinbehaarung können die Folge sein.
  • Schwangerschaft: Zusätzlich zum Ausbleiben der Regelblutung tritt in den ersten Monaten morgendliches Erbrechen auf. Zusammen mit der Gewichtzunahme und einer Größenzunahme der Brüste ist eine Schwangerschaft sehr wahrscheinlich.
  • Fehlbildungen: Fehlbildungen sind eine häufige Ursache von ungewollter Kinderlosigkeit.
  • Genetische Störungen: Patientinnen mit einem Ullrich-Turner Syndrom sind ausgesprochen klein. Der Nacken ist besonders breit, und die Brustwarzen stehen weit auseinander. Anhand dieser Merkmale können Ärzte schon bei Neugeborenen diese Störung diagnostizieren.
  • Psychische Störungen: Essstörungen sind von Außen lange Zeit Symptomen los, da die Betroffenen alles daran setzten ihre Erkrankungen geheim zu halten.

Folgen der Zyklusstörung:

  • Zu viel Menstruationsblut: Bluten die Patientinnen eine Zeit lang zu stark, erleiden sie eine Blutarmut (Anämie). Symptome einer Blutarmut sind eine verminderte Belastbarkeit und ein frühes Ermüden. Da die roten Blutkörperchen für den Sauerstofftransport notwendig sind, haben die Patientinnen zu wenig Sauerstoff im Blut. Sie sind schon nach leichter körperlicher Belastung Atem los.
  • Zu wenig Menstruationsblut: Die Betroffenen haben meist keine weiteren Symptome. Viel Frauen empfinden aber ein Ausbleiben der Regelblutung oder eine zu schwache Blutung als unnatürlich.

Diagnose von Zyklusstörungen

Anamnese:

Die Diagnostik einer Zyklusstörung beginnt mit einem ausführlichen Gespräch (gynäkologische Anamnese). Hierbei stellt der Arzt sowohl genaue Fragen nach der Blutung. Außerdem fragt er nach der gynäkologischen Entwicklung. Das heißt, nach dem ersten Auftreten der Regelblutung, der Entwicklung der Brust und der Schaambehaarung. Um einen genauen Eindruck über die Störung der Blutung zu erhalten, bekommt die Patientin einen Blutungskalender. Hierein wird der Beginn jeder Monatsblutung, das Ende und die Stärke an unterschiedlichen Tagen eingetragen. Der Arzt erkundigt sich auch nach der Gewichtsentwicklung und nach dem Essverhalten um eine Essstörung auszuschließen.

Gynäkologische Untersuchung:

Die gynäkologische Untersuchung beginnt mit einer genauen Betrachtung des äußeren Genitales. Durch eine innere Untersuchung können Fehlbildungen erkannt werden. Der Arzt nimmt auch einen Abstrich vom Gebärmutterhals. Hierbei können schon Vorstufen einer Krebserkrankung erkannt werden, die sehr einfach zu behandeln sind.

Ultraschall:

Durch eine transvaginale Ultraschalluntersuchung (Ultraschalluntersuchung die mit einem Ultraschallgerät in der Vagina durchgeführt wird) kann das Innere der Gebärmutter eingesehen werden. Sowohl Polypen als auch Endometriose können hierdurch erkannt werden.

Blutuntersuchung:

Im Blut kann die Konzentration von Hormonen bestimmt werden. Außerdem können im Blut Entzündungszeichen gemessen werden.

Differenzialdiagnose

Von einer Amenorrhoe muss differenzialdiagnostisch eine Hymenalatresie abgegrenzt werden. Hierbei fehlt das natürliche Loch im Jungfernhäutchen durch das das Menstruationsblut entweichen kann. Die Betroffenen Mädchen haben eine ganz normale Menstruation, die die Vagina nur nicht verlassen kann. Dadurch sammelt sich Monat für Monat Menstruationsblut im Unterbauch, der sich dadurch vorwölbt. Eine Hymenalatresie wird durch eine kleine Operation behandelt, bei der der Arzt ein kleines Loch in das Jungfernhäutchen schneidet.

Beim ersten Geschlechtsverkehr kann es zu einer Blutung kommen, da das Jungfernhäutchen durchstoßen wird. In einigen Kulturen gilt diese Blutung als Beweis für die jungfäulichkeit der Braut. Bei dieser Blutung handelt es sich nicht um eine Zyklusstörung, da sie nur einmal auftritt.

Therapie von Menstruationsstörungen

Die Therapie richtet sich nach der verursachenden Erkrankung.

Medikamente:

Bei Endometriose und hormonellen Störungen kann durch eine Kombination der Hormone Östrogen und Gestagen, wie sie in der Anti-Baby-Pille enthalten sind, eine Normalisierung des Zykluses erreicht werden.
Bei Entzündungen werden Antibiotika verschrieben.

Operativ:

Verletzungen, Polypen und Krebsgeschwüre müssen durch eine Operation behoben werden. Bei Krebserkrankungen folgt häufig noch eine Chemotherapie und eine Bestrahlung.

Psychotherpie:

Essstörungen werden im Rahmen einer Psychotherapie behandelt. Steigt das Gewicht der Patientinnen, stellt sich meist auch eine normale Regelblutung wieder ein.

Prognose

Die Prognose einer Zyklusstörung hängt von der verursachenden Erkrankung ab. Durch die Behandlung der Grundkrankheit in Kombination mit einer hormonellen Therapie normalisiert sich der Zyklus bei fast allen Frauen.

Hinweise für Patienten

Hinter einer Zyklusstörung kann eine ernst zunehmende Erkrankung stecken. Deswegen sollte jede Störung ärztlich abgeklärt werden. Da der Arzt genaue Angaben über die Menstruation benötigt, schreibt man sich den Beginn, die Stärke und die Dauer sowie den Zeitpunkt der ersten Menstruation am besten vorher auf.



Letzte Aktualisierung am 07.05.2010.

Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Menstruationsstörungen

Letzter Eintrag
Aufrufe
Antworten
Serina
381
0
~ 1 Jahr
maggimaus
781
1
Letzte Antwort > 2 Jahre

Alle Beiträge anzeigen: Frauenheilkunde » Menstruationsstörungen

Stellen Sie Ihre Frage

 Thema abonnieren (Sie erhalten Antworten per E-Mail)

 

   

 Ich stimme den Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen zu.

 

Spam-Schutz: Bitte geben Sie folgende Zahl ein: 4 

 



Gynäkologische Erkrankungen

Gynäkologische Erkrankungen

Forum Menstruationsstörungen
Anzeige
Von A-Z
Arztsuche
Ärzte für Menstruationsstörungen
Frauenärzte
Portrait Prof. Dr. med. Dr med. habil. Ernst Siebzehnrübl Prof. Dr. med. Dr med. habil. E. Siebzehnrübl
Frauenarzt
in 60314 Frankfurt am Main
Portrait Dr. med. Konstantin  Manolopoulos Dr. med. K. Manolopoulos
Frauenarzt
in 63065 Offenbach
Dr.med. N. Saymé
Frauenarzt
in 30169 Hannover
Alle anzeigen Zufall
Medikament im AngebotMehr Angebote »
Kostenlos vergleichen
Anzeige