Eine Gebärmutterspiegelung ( Hysteroskopie) ist ein gynäkologisches Untersuchungsverfahren um das Innere der Gebärmutter, also das Cavum uteri, über den natürlichen Zugangsweg durch die Scheide zu betrachten.
Dies geschieht unter Zuhilfenahme von optischen Instrumenten und Videogeräten. Die Gebärmutterspiegelung kann sowohl zu diagnostischen als auch zu operativen Zwecken eingesetzt werden. Im Falle einer operativen Hysteroskopie wird also nicht `blind´, wie bei der Ausschabung, Gewebe gewonnen, sondern unter Sichtkontrolle mithilfe einer kleinen Kamera gearbeitet.
Des Weiteren ist mit speziellen Geräten die Entfernung von Gewebeveränderungen der Gebärmutterwand möglich. Hierzu wird meist ein so genanntes Resektoskop benutzt. Zur Blutstillung wird hoch frequenter Strom verwendet. Bei der Gebärmutterspiegelung handelt es sich um den am häufigsten durchgeführten frauenärztlichen Routineeingriff.
Das Verfahren ist schon seit Ende des 19. Jahrhunderts in seinen Grundzügen bekannt. Erst in den sechziger und siebziger Jahren des 20.Jahrhunderts wurde es in Deutschland derart perfektioniert, dass es weltweit routinemäßige Anwendung finden konnte.
Wann wird eine Gebärmutterspiegelung durchgeführt?
Die Gebärmutterspiegelung wird vom Gynäkologen angeordnet, um beispielsweise Blutungsstörungen, auffällige Befunde aus der Ultraschalldiagnostik, Zellveränderungen beim Vorsorgeabstrich oder Polypenbildung am Gebärmutterhals oder in der Gebärmutterhöhle abzuklären.
Weitere Indikationen für die Durchführung des Eingriffes sind:
- Die Diagnostik von gut- und bösartigen Tumoren in der Gebärmutter
- Die Entfernung von Polypen oder Myomknoten, welche in die Gebärmutterhöhle ragen
- Diagnostik von Faktoren, welche zur Sterilität führen können (Missbildungen oder Verwachsungen der Gebärmutterhöhle)
- Kontrolluntersuchungen nach früheren Gebärmuttereingriffen
- Das Aufsuchen und Entfernen von Spiralen
Letzte Aktualisierung am 07.06.2010.