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Brusterhaltende Brustkrebs-Operation - Brusterhaltende Therapie (BET)

Lesezeit: 2 Min.

Wann ist eine brusterhaltende Therapie möglich?

Etwa 70 Prozent aller Patientinnen mit Brustkrebs können prinzipiell von einer brusterhaltenden Therapie profitieren. Es hat sich gezeigt, dass die BET der kompletten Entfernung der Brust (Mastektomie) im Bezug auf Heilungs- und Überlebenschancen nicht unterlegen ist, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Daher ist die BET (brusterhaltende Brustkrebs-Operation) heute Mittel der Wahl, wenn eine operative Entfernung des Tumorgewebes notwendig ist. Eine brusterhaltende Operation kann allerdings nur unter bestimmten Umständen durchgeführt werden.

Zum einen darf der Tumor nicht zu groß sein, seine Masse muss kleiner sein als das gesunde Restgewebe der Brustdrüse. Zum anderen darf der Krebs nicht in die Haut oder die Muskulatur eingewachsen sein. Entscheidend sind außerdem die Position des Karzinoms und die Frage, ob mehrere Tumorherde gleichzeitig auftreten.

Durchführung der brusterhaltenden Operation

Bei der brusterhaltenden Operation werden zunächst die Lymphknoten in der Achselregion untersucht. Durch diese Lymphknoten fließt das Gewebswasser, das aus dem Brustgewebe kommt und über das möglicherweise Tumorzellen ausgeschwemmt werden können. Die entscheidende Rolle spielt dabei die Untersuchung des so genannten Wächterlymphknotens (Sentinel-Lymphknoten), welcher als erster von der Lymphflüssigkeit aus der Brust erreicht wird. Den Wächterlymphknoten kann man finden, indem man Farbstoffe oder ein geringfügig radioaktives Mittel vor der Operation in die Brustdrüse spritzt. Während der Operation kann der wichtigste Lymphknoten gefunden werden, weil er sich durch den Farbstoff verfärbt oder radioaktiv markiert ist.

Die Operation an der Brust geschieht zumeist in Vollnarkose. Der Wächterlymphknoten wird zuerst entfernt und durch einen Pathologen sofort mikroskopisch untersucht. Der Pathologe beurteilt dann, ob sich Tumorzellen in diesem Lymphknoten befinden oder nicht. Ist er nicht von Tumorzellen befallen, kann man davon ausgehen, dass der Brustkrebs noch nicht über den Lymphweg gestreut hat und sieht daher von einer Entfernung aller Lymphknoten ab. Werden jedoch Tumorzellen im Sentinel-Lymphknoten festgestellt, werden noch mindestens zehn weitere Lymphknoten aus der Brust- und Achselregion entfernt, um Metastasen (Tochtergeschwülste) und Rezidive (Wiederauftreten) zu verhindern.

Anschließend wird der eigentliche Tumor mithilfe eines Ultraschallgeräts oder durch Röntgen (Mammographie) aufgesucht und mit einer Sonde markiert. Dieses Vorgehen gewährleistet einen möglichst kleinen Hautschnitt. Dieser verläuft in der Regel entlang der Hautspalten, die speichenförmig zur Brustwarze angeordnet sind. So bleibt die Narbe später möglichst unauffällig. Das Tumorgewebe wird mit einem Sicherheitsabstand von einigen Millimetern entfernt, so dass also auch ein wenig gesundes Gewebe mit herausgenommen wird. Dies ist entscheidend, damit keine Tumorreste in der Brust verbleiben. Wird nur der Tumor (mitsamt Gewebe in geringem Sicherheitsabstand) entfernt, spricht man von einer Lumpektomie. Wird der Tumor mit einem größeren Sicherheitsabstand herausgenommen, bezeichnet man die Operation als Segmentresektion, bei einem Viertel der Brust als Quadrantenresektion.

In einigen Fällen, insbesondere wenn der Tumor groß ist oder mehrere Herde aufgetreten sind, kann eine Chemotherapie vor der Operation notwendig sein. Man spricht dann von einer neoadjuvanten Therapie. Die Chemotherapie dient der Verkleinerung des Tumorgewebes, damit dieses in der OP besser entfernt werden kann.

Mögliche Komplikationen der brusterhaltenden Operation

Die brusterhaltende Therapie hat vorrangig das Ziel, den Tumor vollständig zu entfernen, die Brust der Patientin aber äußerlich möglichst wenig zu verändern. Allerdings kann es bei einer Segment- oder Quadrantenresektion trotzdem zu einer Veränderung der Brust in Form und Größe kommen. In solchen Fällen können plastische Verfahren wie etwa die Transplantation von körpereigenem Unterhautfettgewebe von Bauch oder Oberschenkel zu einem kosmetisch guten Ergebnis führen.

Des Weiteren können bei der brusterhaltenden Therapie wie bei anderen Operationen auch weitere Komplikationen vorkommen. So sind unter anderem Blutungen und Nachblutungen möglich. Über den Schnitt kann es zu einer Infektion kommen. Wundheilungsstörungen können sich einstellen, Narben können sich bilden.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 26.11.2015
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sagt bonitavb4   vor 3 Tage  99534

bernicesz18

 
sagt Zystine   vor 7 Tage  129

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Eine Geschlechtsbestimmung wäre an einer Eileiterschwangerschaft nur durch aufwendige Laboruntersuchungen möglich und wird nie!! gemacht.

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