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Inwiefern kann aus Feigwarzen (Kondylomen) Krebs entstehen?

Lesezeit: 2 Min.

Eine Infektion erfolgt meist mit Humanen Papillomaviren der Niedrigrisiko- und der Hochrisikogruppe

Feigwarzen, auch als Genitalwarzen oder Kondylome bekannt, entwickeln sich nach einer Infektion mit bestimmten Typen des Humanen Papilloma-Virus, HPV. Sie müssen nicht nach jeder Infektion zwingend auftreten. Ein Zusammentreffen mit angegriffener, minimal verletzter Haut oder einem geschwächten Immunsystem begünstigen die Entstehung.

Feigwarzen selbst sind weitestgehend harmlos. Die HPV-Typen 6 und 11, die die Feigwarzen verursachen, zählen zu den Niedrigrisiko-Vertretern ihrer Virenfamilie. Doch ist davon auszugehen, dass mit jeder Infektion zusätzlich Viren der Hochrisiko-Typen übertragen werden, beispielsweise HPV 16, 18, 31, 33 oder 35. Die Hochrisiko-Typen tragen zur Entstehung mehrerer Arten von Krebs bei. Sie lassen sich nahezu bei jedem Befund von Gebärmutterhalskrebs nachweisen, lösen hingegen keine Warzen aus.

Zusätzlich besteht ein weiterer Verdacht: Wer über lange Zeit an Feigwarzen leidet oder bei wem sie immer wieder auftreten, der läuft Gefahr, dass das befallene Gewebe Jahre später zu Zellentartungen neigt. Doch selbst in diesen Fällen muss dies nicht zu einer Krebserkrankung führen.

Feigwarzen sind meist nur unangenehm

Die durch die Niedrigrisiko-Typen ausgelösten Feigwarzen führen zu unangenehmen Symptomen. Lästig sind Jucken, Nässen, Bluten, oder Ekzeme an Stellen, in denen Haut an Haut oder Haut an Leibwäsche reiben. In einem großen Teil der Fälle heilen die Warzen spontan ab, wenn die körpereigene Immunabwehr beginnt, die Viren zu bekämpfen. Dies kann allerdings Jahre dauern. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr für Sexualpartner, in Ausnahmefällen auch über Handtücher oder Oberflächen von Toiletten, Saunen oder Schwimmbädern, ist eine konsequente und rasche Beseitigung sinnvoll.

Anhaltende Ekzeme, Geschwüre, Gewebeveränderungen oder Wucherungen im Genitalbereich sollten ärztlich untersucht und nach Möglichkeit behandelt werden.

Nach einer erfolgreichen Behandlung von Genitalwarzen und einem gründlichen Abheilen nach ungefähr zwei Jahren sind bei bis zu 90 Prozent aller nachuntersuchten Personen keine HPV mehr nachweisbar.

Selbst nach einer erfolgreichen Entfernung von Feigwarzen empfiehlt sich eine regelmäßige Vorsorge-Krebsuntersuchung im Bereich der Vagina und Gebärmutter. Auf diese Weise lassen sich Zellveränderungen bereits im Frühstadium entdecken. Gleiches gilt für Frauen, deren Partner bereits einmal Kondylome hatten.

Langfristig kann Krebs am Gebärmutterhals oder anderen Schleimhäuten entstehen

Bei nur etwa einem Prozent aller Frauen, die jemals mit HPV infiziert waren, entstehen noch viele Jahre später Veränderungen an der Haut des Gebärmutterhalses. Das kann auch dann auftreten, wenn trotz Infektion keine Feigwarzen erschienen sind. Handelt es sich um eine Vorstufe oder ein Frühstadium von Gebärmutterhalskrebs, lässt sich die Erkrankung in den meisten Fällen heilen. Entsteht daraus eine fortgeschrittene Form von Krebs, ist eine Heilung zwar möglich, aber die Aussichten ungünstiger. Diese hängen von der Ausdehnung und der möglichen Streuung des Tumors ab.

Zwar sind Frauen, was HPV und deren Folgen betrifft, gefährdeter als Männer. Doch auch die männliche Bevölkerung ist vor ähnlichen Krebserkrankungen nicht gefeit. Sie können beispielsweise manchmal am Penis auftreten. Bei beiden Geschlechtern kann aufgrund der HPV-Infektion an anderen Schleimhäuten wie am After oder im Rachen mit etwas erhöhtem Risiko Krebs entstehen.

Alles in allem ist das Risiko, sich als Folge einer HPV-Infektion etwa Gebärmutterhals-, Penis-, Vaginal- oder Krebs im Analbereich zuzuziehen, als sehr gering einzuschätzen. Aber gerade weil HPV an sehr vielen dieser Krebserkrankungen beteiligt ist, ist eine Vorbeugung ratsam.

Wer sich in jungen Jahren der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs unterzieht, ist gegen Infektionen mit den hochriskanten HPV-Typen relativ gut geschützt. Auch die Typen 6 und 11 haben dann kaum noch eine Chance, Fuß zu fassen.

Viele Infizierte tragen die Viren in sich und geben sie weiter, ohne davon zu wissen. Deshalb ist gerade bei unbekannten Sexualpartnern eine gewisse Vorsicht und ein Schutz angebracht. Kondome können in gewissem Ausmaß einen Schutz herstellen, können aber nicht immer zuverlässig eine Infektion verhindern.

Ein dauerhaft geschwächtes Immunsystem erleichtert eine HPV-Infektion und die Entstehung von Genitalwarzen. Eine Immunschwächung kann durch Krankheiten oder die Einnahme immunsuppressiver (gezielt das Immunsystem störender) Medikamente bedingt sein.



B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 28.09.2016
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