Als Dammriss (Dammruptur) wird ein Riss des Gewebes zwischen Scheide und After bezeichnet. Der Dammriss tritt praktisch nur im Zuge einer Geburt auf. Der Damm ist ein Teil der Beckenbodenmuskulatur, der sich zwischen Scheide und After befindet. Dieser ist vor allem durch das Austreten des Kindskopfes oder der Schulter bei der Geburt stark beansprucht und kann dabei schnell einreißen.
Je nach Ausmaß lassen sich Dammrisse unterscheiden:
- Dammriss ersten Grades, der nur die hintere Scheidenhaut und die Dammhaut betrifft.
- Dammriss zweiten Grades, beim dem sowohl die Haut als auch die Dammmuskulatur einreißt. Der Schließmuskel selbst ist jedoch noch intakt.
- Dammriss dritten Grades, bei dem auch der Afterschließmuskel mitbetroffen ist
- Dammriss vierten Grades, bei dem sowohl der Afterschließmuskel als auch die Afterschleimhaut mit einreißt.
Der Dammriss ist die häufigste Geburtsverletzung der werdenden Mutter. Etwa bei der Hälfte aller Geburten kommt es zu leichtgradigen Dammverletzungen. Während des Geburtsvorganges spürt die Patientin das Einreißen des Dammes kaum, da er in der Regel während einer Wehe erfolgt.
Allerdings kann ein großer oder ungünstig liegender Dammriss auch Wochen oder Monate nach der Entbindung Beschwerden machen. Dies ist vor allem beim Sitzen oder bei sportlichen Aktivitäten sowie beim Geschlechtsverkehr der Fall.
Was sind die Ursachen für einen Dammriss?
Der Damm bildet die Grenze zwischen dem Scheidenausgang und dem After. Obwohl das Muskel- und Bindegewebe des Damms sehr elastisch ist, kenn es bei einer Überdehnung durch das Austreten des Kindskopfes bei der Entbindung zu Dammrissen kommen. Der Kopf des Kindes wird im Verlauf der Geburt mit viel Kraft und oft sehr schnell ausgepresst und übt somit einen starken Druck auf den Damm aus.
Kleine Dammrisse können bei jeder Entbindung auftreten. Ausgeprägte Risse des Damms sind jedoch oft eine Folge von Vakuum- oder Zangenentbindungen. Auch bei sehr großen oder schweren Kindern kann es leicht zu Verletzungen des Damms kommen.
Letzte Aktualisierung am 03.04.2012.