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Dammriss - Behandlung und Prognose

Lesezeit: 2 Min.

Wie wird ein Dammriss behandelt?

In den meisten Fällen müssen leichte Verletzungen des Damms nicht chirurgisch versorgt werden. Sie verheilen in der Regel komplikationslos. Liegt hingegen ein höhergradiger Dammriss vor, bei dem mehrere Gewebsschichten betroffen sind, muss die Verletzung durch die Anbringung einer Naht (Dammnaht) wieder verschlossen werden.

Bei Dammrissen höheren Grades, die sowohl die Haut als auch die Muskulatur oder gar die Schleimhaut betreffen, muss diese Dammnaht schichtweise ausgeführt werden. In der Regel wird als Nahtmaterial Vicryl oder Dextron verwendet, die sich innerhalb von Wochen von selbst auflösen und deshalb nicht gezogen zu werden brauchen. Ausgeprägte Dammrisse werden zudem meist in Narkose genäht.

Frauen, bei denen unter der Geburt ein höhergradiger Dammriss eingetreten ist, sollten im Wochenbett auf weichen Stuhl und eine weiche Kost achten. In den meisten Fällen wird zusätzlich eine Infektionsprophylaxe mit der Gabe von Antibiotika durchgeführt, um eine Entzündung im Bereich des Dammrisses zu vermeiden. Einläufe, Zäpfchen oder Untersuchungen durch den Darm sollten in der ersten Zeit nach der Versorgung eines Dammrisses vermieden werden.

Kurze Sitzbäder zur Reinigung der Wundnaht sowie eine gute Trocknung fördern die Wundheilung im Bereich des Damms. Ist die Muskulatur stark verletzt worden, kann es außerdem hilfreich sein, Blutergüsse mit Eispackungen oder speziellen Kompressen zu kühlen.

Die Einnahme von entzündungshemmenden Arzneimitteln wie Ibuprofen oder Parazetamol kann zudem den Rückgang der Schwellung fördern und die Durchblutung verbessern.

Wie kann einem Dammriss vorgebeugt werden?

Die Hebammen und der Arzt können bei der Geburt den so genannten Dammschutz anwenden, um einem Dammriss vorzubeugen. Beim Dammschutz handelt es sich um einen speziellen Handgriff, bei dem die rechte Hand des Geburtshelfers den mütterlichen Damm umfasst, während die linke durch leichten Druck die Geschwindigkeit reguliert, mit der der kindliche Kopf austritt. Kleinere Dammrisse können so oftmals verhindert werden.

Reicht der Dammschutz nicht aus, wurde früher sehr häufig ein Dammschnitt (Episiotomie) durchgeführt, um einem traumatischen Einreißen des Damms entgegenzuwirken. Dazu muss von der Scheide aus der Damm etwas eingeschnitten werden. Der Dammschnitt wird jedoch von Experten immer häufiger kritisiert, da nicht jeder gefährdete Damm unbedingt auch einreißen muss und viele Dammschnitte zu voreilig durchgeführt werden. Zudem können bei der Durchführung eines Dammschnittes leicht Blutgefäße oder Nerven verletzt werden.

Diese Kritik hat dazu geführt, dass Dammschnitte heute wesentlich seltener durchgeführt werden als früher. Gerade in den letzten Jahren verzichten immer mehr Geburtshelfer darauf, einen Dammschnitt bei der Geburt auszuführen, da sich gezeigt hat, dass Dammrisse oft weniger traumatisch sind und häufig auch ohne Naht abheilen.

Schwangere Frauen können jedoch auch schon vor der Geburt mit einfachen Mitteln versuchen, einem Dammriss vorzubeugen. Schon in den ersten Monaten der Schwangerschaft kann dazu das Dammgewebe einmal wöchentlich mit speziellen Ölen massiert werden. Ab der 34. Schwangerschaftswoche sollten die Patientinnen diese Massagen dann täglich durchführen.

Wie ist die Prognose von Dammrissen?

Wird ein Dammriss fachgerecht versorgt, ist die Prognose eines Dammrisses sehr gut. Eine funktionelle Beeinträchtigung des Afterschließmuskels ist in der Regel nicht zu befürchten.
Nach Dammschnitten hingegen klagen Frauen häufiger über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, als es beim Dammriss der Fall ist.

Das Risiko für die Entstehung einer Stuhlinkontinenz (ungewollter Stuhlabgang) oder unkontrolliertem Gasabgang nach der Geburt ist beim Dammschnitt und beim Dammriss etwa gleich groß. Sehr selten kann es zu so genannten Dammfisteln kommen, die eine länger anhaltende Stuhlinkontinenz mit sich ziehen. Es kann bis zu einigen Monaten dauern, bis sich die Funktion des Afterschließmuskels nach einem Dammriss wieder vollständig normalisiert hat.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 29.02.2016
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