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Hirsutismus: Diagnose und Therapie

Lesezeit: 2 Min.

Diagnose bei übermäßiger Behaarung der Frau

Die Diagnose beginnt mit einer Befragung durch den Arzt (Anamnese). Dieser forscht dabei nach den Ursachen der starken Behaarung wie z. B. einem Auftreten bei Verwandten, nach möglichen weiteren Symptomen, eingenommenen Medikamenten und anderen gesundheitlichen Besonderheiten der Frau. Die körperliche Untersuchung dient vorrangig der Beurteilung, in welcher Form die Behaarung verstärkt ist, doch der Frauenarzt beurteilt auch die Genitalorgane. In einer Blutentnahme werden vor allem die Hormonwerte bestimmt. Bei sekundären Formen der Störung sind die Androgene (männliche Geschlechtshormone) erhöht. Durch Ermittlung der Blutwerte weiterer Hormone, die in den Regelkreisen bedeutsam sind, kann die Ursache weiter aufgelöst werden. Wenn der Verdacht auf ursächliche Erkrankungen des Hirsutismus besteht, werden dahingehend Untersuchungen durchgeführt. Beispielsweise kann eine Ultraschalluntersuchung des Unterleibs sinnvoll sein, um die Eierstöcke zu beurteilen.

Differenzialdiagnose

Ein Hirsutismus im eigentlichen Sinne muss von einem generell vermehrten Haarwuchs unterschieden werden, der alle Körperstellen gleichermaßen betrifft (Hypertrichose). Außerdem ist ein männlicher Behaarungstyp oft nur eines von vielen Zeichen einer ausgeprägten Vermännlichung (Virilisierung).

Therapie

Als Therapie kann einerseits eine Eindämmung der Symptome (hier Beseitigung der auffälligen Haare) erfolgen. Andererseits kann eine Ursache angegangen werden, wenn es sich um eine sekundäre Entstehung des Hirsutismus handelt.

Eine Haarentfernung ist auf unterschiedliche Weise möglich. Die Betroffene kann sich an den Stellen rasieren, sie kann die Haare epilieren (Haare zupfen) oder eine Enthaarungscreme verwenden. Eine dauerhafte Haarentfernung ist mit dem Laser möglich. Auch elektrische, thermische (über die Temperatur wirkende) und chirurgische Verfahren können angewendet werden, um die Haare langfristig zu beseitigen.

Was bei einer sekundären Form der Störung therapeutisch gemacht wird, hängt von der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Hormonelle Störungen und Stoffwechselerkrankungen werden mit geeigneten Verfahren behandelt. Tumore, die Hormone produzieren, werden meist operativ beseitigt. Sind Medikamente für die Entstehung des Hirsutismus verantwortlich, werden sie ersetzt oder weggelassen.

Auch Mittel, die den männlichen Geschlechtshormonen entgegenwirken (Antiandrogene), können gegen die starke Behaarung und andere Vermännlichungserscheinungen helfen.

Prognose

Der Verlauf eines Hirsutismus ist je nach der Entstehung der Störung unterschiedlich. Ist die übermäßige Behaarung aufgrund der Veranlagung vorhanden, dann lässt sie sich nicht ohne Weiteres abstellen. Hier hilft nur die Behandlung der Symptome, sprich eine Haarentfernung.

Wird bei einem sekundären Hirsutismus die Ursache beseitigt, dann wird sich in aller Regel auch die Behaarung wieder zurückbilden.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 13.08.2015
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Aktuelle Beiträge im Forum Frauenheilkunde

 
sagt bonitavb4   vor 2 Tage  99530

bernicesz18

 
sagt Zystine   vor 7 Tage  128

Ergänzung zu meinem Schreiben: ich war gestern beim Frauenarzt, den das nicht weiter interessiert und vor 3 Wochen beim "Diagnostiker", der diesmal ... mehr

Portrait Dr. med. Wolfgang Hirsch, FRAUENÄRZTE AM POTSDAMER PLATZ DR. KIEWSKI / DR. HIRSCH, Mutterschaftsvorsorge - Intimchirurgie - Schamlippenverkleinerung, Berlin, Frauenarzt
sagt Dr. Hirsch   vor 9 Tage  157

Eine Geschlechtsbestimmung wäre an einer Eileiterschwangerschaft nur durch aufwendige Laboruntersuchungen möglich und wird nie!! gemacht.

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