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Therapie bei Eierstockkrebs oder Eileiterkrebs

Lesezeit: 2 Min.

Ovarialkarzinom und Tubenkarzinom werden meist operiert

Die Therapie beim Eierstockkarzinom oder Eileiterkarzinom gestaltet sich in den meisten Fällen operativ. Als meist zusätzliches Behandlungsverfahren wird die Chemotherapie durchgeführt.

Konservative Therapie

Die Chemotherapie ist ein häufiger Bestandteil der Tumortherapie. Chemotherapie bedeutet, dass Wirkstoffe verabreicht werden, die den Tumor aufhalten und schädigen. Die Wucherungen können damit verkleinert werden. Das lohnt sich oft zusätzlich zu einer Operation beziehungsweise im Anschluss an einen solchen Eingriff an Eileiter oder Eierstock. Nur wenn sich der Tumor gar nicht operieren lässt, wird eine alleinige Chemotherapie durchgeführt.

Ein Mittel zur Zellhemmung (Zytostatikum) kann bei freiem Wasser im Bauch (Aszites) auch in den Bauchraum gespritzt werden. Entlastend ist es gegebenenfalls für einige Zeit, das Wasser mit einer Spritze herauszuziehen (Punktion).

Operation

Eine Operation an einem bösartigen Tumor bezweckt normalerweise, möglichst alle betroffenen Bereiche zu beseitigen. Deshalb müssen oft nicht nur die inneren Geschlechtsorgane, sondern auch weitere Organe in der Umgebung entfernt werden.

Eine Operation am Eileiter- oder Eierstockkrebs wird in Vollnarkose durchgeführt. In der Regel wird ein größerer Schnitt am Bauch als Zugangsweg genommen (Laparotomie). Bisweilen kann es ausreichen, eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) vorzunehmen. Dabei werden über mehrere kleine Öffnungen Instrumente eingeführt sowie ein optisches Gerät (Endoskop/Laparoskop) mit Minikamera.

Ein bösartiger Eileitertumor (Tubenkarzinom) oder Eierstocktumor (Ovarialkarzinom) wird meist durch beidseitige Entfernung des Eierstocks, der Eileiter, der Gebärmutter sowie eines Teils des Bauchfells (Peritoneum, „Netz") behandelt. Lymphknoten, in die die Lymphflüssigkeit aus der Region gelangt, werden bei der Operation ebenfalls herausgenommen. Dies sind Lymphknoten in der Nähe der Aorta (Hauptschlagader) und des Beckens. Sind noch weitere Organe vom Krebsgewebe befallen, werden diese Teile ebenfalls herausgeschnitten.

Bei bestehendem Kinderwunsch und geringer Ausdehnung kann es bisweilen möglich sein, dass der gegenseitige Eierstock, Eileiter sowie die Gebärmutter belassen werden, um eine spätere Schwangerschaft noch zu ermöglichen.

Sind diese Maßnahmen erfolgt, dann werden Drainagen zur Aufnahme von Wundflüssigkeit in den Bauch gelegt. Die Drainageschläuche können nach wenigen Tagen entfernt werden. Nicht selten erfolgt die Einlage eines Blasenkatheters.

Mögliche Erweiterungen der OP

Manchmal wird erst im Zuge der Operation gesehen, dass weitere Gewebe in den Tumor miteinbezogen sind. Sie müssen möglicherweise ebenfalls entfernt werden, beispielsweise Bänder (Aufhängebänder der Gebärmutter), Darmteile, Harnblase, Bauchfell. So muss unter manchen Umständen ein künstlicher Darmausgang (Anus praeter) oder ein künstlicher Harnweg angelegt werden.

Umgekehrt kann der Arzt in Ausnahmefällen entscheiden, dass eine Weiterführung der Operation nicht sinnvoll ist. Stattdessen kann dann eine Strahlen- oder Chemotherapie angezeigt sein.

Komplikationen der OP

Organe in der Nähe des Operationsgebiets können verletzt werden. Blutungen und Nachblutungen können geschehen, wenn Gefäße beschädigt werden. Nervenschäden können zu Ausfällen wie Lähmungen, Taubheitsgefühl, Harnblasenstörungen (meist vorübergehend) führen. Nach dem Eingriff können sich Verwachsungen im Bauchraum bilden. Nicht auszuschließen sind sehr schwere Zustände wie eine lebensbedrohliche Entzündung im Bauch (Peritonitis) oder ein Darmverschluss. Unnatürliche Entzündungskanäle (Fisteln) können manchmal entstehen, z. B. zwischen Harnröhre, Harnblase, Scheide, Darm. Allgemeine Komplikationen wie Wundinfektionen und Heilungsstörungen, übermäßige Narben, Schmerzen oder allergische Reaktionen sind bei der OP möglich.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 20.10.2015
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