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Symptome einer Chlamydien-Infektion

Lesezeit: 4 Min.

Die Symptome hängen vom einzelnen Typ von Chlamydien ab

Die Symptome hängen davon ab, welcher Serotyp oder welche Art von Chlamydien den Patienten befallen hat und welche Körperstelle betroffen ist. In Mitteleuropa findet sich am häufigsten eine Infektion mit Chlamydia trachomatis vom Serotyp D bis K.

Genital-Entzündung durch Chlamydia trachomatis (Serotyp D bis K)

Eine Infektion mit diesem Erreger führt bei Frauen häufig zu keinen oder kaum wahrgenommenen Symptomen. Das bedeutet aber auch, dass diese Chlamydien oft von Frauen übertragen werden, ohne dass sie etwas davon ahnen. In einigen Fällen haben betroffene Frauen aber doch stärkere Beschwerden. Es handelt sich um eine Geschlechtskrankheit, die die Scheide sowie die Harnröhre betreffen kann. Beschwerden können sich nach ein bis drei Wochen nach der Infektion bemerkbar machen (Inkubationszeit). Die Frau kann einen vermehrten Ausfluss bekommen und an einem brennenden Gefühl beim Harnlassen leiden. Die Entzündung kann sich zunächst zum Gebärmutterhals ausbreiten (Zervizitis). Sie kann bis zum Eileiter und den Eierstöcken hochwandern (Adnexitis). Als Folge kann es zu Fieber und zu Bauchschmerzen kommen. Wenn die Eierstöcke aufgrund dieser Entzündung geschädigt werden, kann die Fruchtbarkeit der Frau herabgesetzt sein. Außerdem kann es zur Entzündung kleiner Drüsen am Scheidenvorhof kommen (Bartholin-Drüsen beziehungsweise Bartholinitis), die dort zu einer schmerzhaften Schwellung führt. Doch sehr häufig bleiben die Beschwerden der Chlamydien-Infektion gerade bei Frauen sehr gering.

Bei Männern mit einer Chlamydien-Infektion dieser Typen kommt es zwar auch vor, dass nur leichte oder gar keine Symptome vorkommen. Jedoch kommt es bei Männern eher zu Beschwerden als bei Frauen. Männer bekommen nach einer Inkubationszeit zwischen zwei und sechs Wochen eine Harnröhrenentzündung, die durch einen Eiterabgang gekennzeichnet ist. Beim Harnlassen verspüren Betroffene ein Brennen, Schmerzen und Jucken.

Abhängig davon, mit welchen Körperteilen der Kontakt (meist sexueller Natur) stattfand, können sich andere Entzündungen durch ebendiese Chlamydien-Untergruppe zeigen. Die Entzündungen können natürlich bei Frauen und Männern vorkommen. Möglich ist eine Entzündung des Mastdarms (Proktitis), des Rachenbereichs (Pharyngitis) oder eine Bindehautentzündung am Auge (Konjunktivitis). Die Bindehautentzündung kann unter anderem wegen einer Infektion über Badewasser (Schwimmbad-Konjunktivitis) entstehen. Sie kann auch Neugeborene betreffen, deren Augen während der Geburt mit dem Erreger in der Scheide der Mutter in Berührung kommen. In einigen Fällen bekommen diese Neugeborenen auch eine Lungenentzündung (Pneumonie) durch Chlamydien, noch seltener können sie eine Mittelohrentzündung bekommen.

Trachom (Augenentzündung) durch Chlamydia trachomatis (Serotyp A bis C)

Das Trachom, eine Augenentzündung, ist in Mitteleuropa selten, in armen südlichen Ländern aber eine bedeutende mögliche Erblindungsursache. Diese Chlamydien führen zu einer eiternden Entzündung an der Bindehaut des Auges, die häufig auf die Hornhaut übergreift. Zu den Symptomen gehören ein Druck am Auge, Augentränen, ein verdicktes Oberlid und Lichtempfindlichkeit. Die Entzündung führt oft dazu, dass die Bindehaut verklebt und vernarbt. Die Hornhaut kann, auch wegen der scheuernden Lidkante, so geschädigt werden, dass sie undurchsichtig wird und der Patient erblindet.

Entzündung mit Lymphbeteiligung durch Chlamydia trachomatis (Serotyp L1 bis L3)

Bei der Infektion mit diesen Untertypen kommt es zu einer Erkrankung im Geschlechtsbereich mit Lymphknotenbefall, die als Lymphogranuloma venereum bezeichnet wird. Bei entsprechenden Varianten von Geschlechtsverkehr kann es auch zu einer schweren Mastdarmentzündung kommen. Nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Wochen finden sich Bläschen im Intimbereich. Allmählich werden sie zu Geschwüren. Im Verlauf von einigen Wochen kommt es zur Lymphknotenverdickung aufgrund der Entzündung. Die Lymphknoten in der Leiste bilden Eiter und schmerzen. Dazu finden sich oft Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Später kommt es zu Narben an den beteiligten Lymphknoten. Der Abfluss der Lymphflüssigkeit kann beeinträchtigt sein.

Atemwegsentzündung durch Chlamydophila pneumoniae

Bei der Infektion der Atemwege aufgrund dieser Chlamydien-Art kommt es zu Reizhusten und Fieber, selten entsteht auch eine Lungenentzündung.

Papageienkrankheit (Ornithose) durch Chlamydophila psittaci

Die Erkrankung tritt hauptsächlich bei Vögeln auf, Menschen sind selten davon betroffen. Wenn sie beim Menschen auftritt, kommt es zu Fieber, Kälte- und Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Husten. Komplikationen wie z. B. Herzentzündungen sind möglich.

Gelenkentzündung nach Chlamydien-Infektion (Reaktive Arthritis)

Wenn eine Infektion mit Chlamydien geschehen ist, kann es nach mehreren Wochen zu einer Gelenkentzündung mit Fieber kommen (reaktive Arthritis). Am häufigsten findet sich diese Komplikation bei jüngeren Männern. Entzündungen können sich in diesem Zuge auch manchmal im Auge (Uveitis/Iritis), an der Harnröhre (Urethritis) und bisweilen an weiteren Körperstellen finden. Sind Gelenke, Auge und Harnröhre betroffen, dann bezeichnen Mediziner dies als Reiter-Syndrom.

Diagnose

Die Diagnostik einer Chlamydien-Infektion beginnt mit dem Gespräch zwischen Arzt und Patient, der Anamnese. Dabei geht es um mögliche Krankheitszeichen, eventuelle Infektionswege (Geschlechtspartner, Reisen in südliche Länder) sowie Vorerkrankungen. Daraufhin führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch, um die Schleimhäute z. B. der Geschlechtsorgane zu beurteilen. Das kann sich unterschiedlich gestalten. Bei einer betroffenen Frau kann eine Betrachtung des Scheideninneren und des Gebärmutterhalses erfolgen. Bei einem Trachom erfolgt eine augenärztliche Untersuchung inklusive Sehtest und Beurteilung unter Vergrößerung (an der Spaltlampe).

Chlamydien werden nachgewiesen, indem eine Bestimmung des Erbguts (DNA) erfolgt. Das geschieht im Labor an einer Probe, die ein Abstrich vom Gebärmutterhals, der Harnröhre oder eines anderen befallenen Organs sein kann oder eine Urinprobe. Die Urinprobe wird nicht, wie sonst für die meisten Zwecke üblich, als Mittelstrahlurin gewonnen, sondern aus dem Anfang des Harnstrahls. Der Nachweis der Erreger-DNA geschieht in einem Verfahren namens PCR (Polymerase-Kettenreaktion).

Aus einer Blutprobe lassen sich des Weiteren Antikörper gegen Chlamydien nachweisen. Diese können aber nicht nur wegen eines akuten Befalls vorhanden sein, sondern auch wegen einer längst auskurierten Infektion mit dem Erreger. Nützlich sein kann der Bluttest dennoch, wenn eine Unfruchtbarkeit besteht und der Grund dafür gesucht wird.

Differenzialdiagnose

Chlamydien können vor allem Symptome verursachen, die denen der Geschlechtskrankheit Tripper (Gonorrhoe) ähneln. Auch an andere Geschlechtskrankheiten kann der Arzt denken. Bei solchen Beschwerden sollte der Erreger genau nachgewiesen werden.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 13.08.2015
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sagt bonitavb4   vor 1 Tag  99474

bernicesz18

 
sagt Zystine   vor 6 Tage  119

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sagt Dr. Hirsch   vor 8 Tage  150

Eine Geschlechtsbestimmung wäre an einer Eileiterschwangerschaft nur durch aufwendige Laboruntersuchungen möglich und wird nie!! gemacht.

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