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Therapie von Brustkrebs

Lesezeit: 3 Min.

In den meisten Fällen von Brustkrebs wird operiert

Die Therapie eines Mammakarzinoms (Brustkrebs) beinhaltet sehr oft eine Operation, aber auch nichtoperative (konservative) Verfahren kommen zum Einsatz. Der jeweilige Ansatz kann entweder die Heilung erstreben (kurative Therapie) oder lediglich eine Besserung der Beschwerden erzielen (palliative Therapie). Welche Therapie zum Einsatz kommt, hängt von Faktoren wie der Größe und Art der Krebsgeschwulst, den eventuellen Metastasen sowie den vorhandenen oder nicht vorhandenen Hormonrezeptoren am Tumor ab.

Konservative Therapie

Die konservativen Therapieverfahren werden oft zusätzlich zu einer OP vorgenommen.

Eine Chemotherapie ist eine Behandlung, bei der Medikamente eingesetzt werden, um den Tumor zu schwächen. Die Chemotherapie wirkt auf den ganzen Körper, sie erreicht also auch eventuelle Metastasen (Tochtergeschwülste). Die Chemotherapie wird besonders bei Patientinnen mit einer Ausbreitung des Tumors in die Lymphknoten vorgenommen sowie bei Betroffenen im jungen Alter. Die Chemotherapie kann auch im Vorfeld einer Operation sinnvoll sein. Dann lässt sich oft der Tumor durch eine Chemotherapie verkleinern, so dass er einfacher und erfolgreicher entfernt werden kann.

Eine Strahlentherapie ist die Bestrahlung eines Gebietes, mit der sich ein Brustkrebs verkleinern lässt und auch kleine Herde in der Umgebung „erwischen" lassen. Die Strahlentherapie wirkt aber nur auf das Areal, das behandelt wird. Die Bestrahlung erfolgt zusätzlich zu einer Operation. Sie kann auch als einzige Therapie vorgenommen werden, falls eine Operation nicht mehr erfolgreich durchgeführt werden kann oder in manchen Fällen, wenn Metastasen vorliegen.

Eine Hormontherapie kann sich unter anderem dann lohnen, wenn der Brustkrebs Rezeptoren aufweist, die auf Hormone (Östrogene) reagieren. Hier können Gegenspieler zum Östrogen verabreicht werden. Der Tumor wird nicht mehr vom Östrogen stimuliert und wächst nicht mehr so stark. Daneben gibt es weitere mögliche Arten der Hormonbehandlung bei Brustkrebs

In einigen Fällen von Brustkrebs kann eine Antikörpertherapie beziehungsweise Immuntherapie in Frage kommen. Der Frau werden dazu künstliche Antikörper gegeben, die sich recht gezielt gegen Strukturen der Tumorzellen richtet. Weitere Möglichkeiten für ganz bestimmte Patientinnen mit Brustkrebs bestehen in der Gabe von Wirkstoffen gegen Blutgefäßwachstum (Angiogenesehemmer, der Tumor wird nicht mehr richtig versorgt) oder weiteren Methoden.

Operation

Bei den meisten Fällen von Brustkrebs wird eine Operation zur Entfernung des Tumors durchgeführt. Die Größe und Ausdehnung des Befundes sowie eine mögliche Streuung in die Lymphknoten entscheidet hauptsächlich, welcher Eingriff erfolgt. Möglich ist eine Entfernung des Tumors unter Belassung der Brust (brusterhaltende OP) oder eine komplette Entfernung der ganzen Brust. Die brusterhaltende Therapie wird häufig nach einer vorangehenden Strahlen- oder Chemotherapie vorgenommen.

Weitere Informationen zur brusterhaltenden Operation bei Brustkrebs
Weitere Informationen zur Brustentfernung bei Brustkrebs

Wurde die Brust entfernt, dann kommt meist eine Brustrekonstruktion in Betracht. Mit körpereigenem Gewebe sowie teilweise auch einem Silikonimplantat wird die Brust nachgebildet.

Prognose

Am meisten hängt die Prognose eines Brustkrebsfalles davon ab, ob sich der Tumor bereits als Metastasen im Körper oder in den Lymphknoten verstreut hat.

Je frühzeitiger das Karzinom entdeckt und behandelt wird, umso besser sind die Aussichten. Außerdem sind die Aussichten im Allgemeinen vom Alter der Betroffenen abhängig, denn bei älteren Frauen wächst ein Brustkrebs im Durchschnitt nicht so schnell wie bei jüngeren Frauen. Wenn der Tumor Hormonrezeptoren aufweist, dann gibt es mit der Hormonbehandlung eine weitere Möglichkeit, so dass die Prognose günstiger ist.

Ein Brustkrebs kann auch nach erfolgreicher Behandlung erneut auftreten, teils ist dies noch nach vielen Jahren möglich. Daher ist regelmäßig eine umfangreiche Nachuntersuchung angezeigt.

Vorsorge und Früherkennung

Eine Brustkrebs-Früherkennung ist wichtig, um die Heilungschancen zu verbessern. Frauen sollten immer wieder selbst ihre Brust nach Knoten und anderen Auffälligkeiten abtasten. Frauen ab 30 Jahren sollten sich regelmäßig zum Frauenarzt begeben, um die Brust kontrollieren zu lassen. Eine Mammographie (Röntgen der Brustdrüse) zur Früherkennung wird für Frauen ab 50 bis 69 Jahren empfohlen, sie sollte alle zwei Jahre geschehen. Wird Brustkrebs zu einem frühen Zeitpunkt entdeckt, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Therapie erfolgreich gestaltet werden kann. Die Früherkennung wird häufiger durchgeführt und beinhaltet teils weitere Methoden, wenn besondere Risiken bestehen (z. B. bei genetischer Vorbelastung).

Weitere Informationen zur Brustkrebs-Früherkennung
Weitere Informationen zur Brust-Selbstuntersuchung

Einen eher geringen Einfluss haben Maßnahmen zur Vorbeugung von Brustkrebs. Einige der Risiken für Brustkrebs können vermieden werden. Die Frau kann dafür sorgen, Übergewicht zu verhindern oder abzubauen sowie Genussgifte (Alkohol, Zigaretten) zu meiden.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 09.02.2017
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