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Ausfluss aus der Scheide: Diagnose und Therapie

Lesezeit: 2 Min.

Diagnose bei vaginalem Ausfluss

Ein auffälliger Ausfluss, der auf eine krankhafte Ursache hindeutet, sollte immer beim Gynäkologen abgeklärt werden. Bei Eiterabgang, bei übelriechendem Ausfluss mit Fieber, Schmerzen und Krankheitsgefühl oder bei abnormen Blutungen sollte kurzfristig ein Frauenarzt kontaktiert werden. Der Arzt befragt die Patientin (Anamnese). Er erkundigt sich nach den Beschwerden, die die Frau hat, wann und wie z. B. der Ausfluss selbst in Erscheinung tritt oder ob Schmerzen und Juckreiz vorhanden sind, sowie nach möglichen Ursachen einer Erkrankung.

Der Arzt untersucht die Patientin körperlich und schaut vor allem in das Innere der Scheide, wozu er ein Spekulum benutzt. Dort kann er auch den Muttermund beurteilen. Der Ausfluss selbst wird nach Verfärbungen, Konsistenz, Menge und Geruch beurteilt. Mit einem Abstrich lassen sich Erreger feststellen, die eventuell eine Entzündung verursacht haben. Eine andere Art von Abstrich vom Muttermund dient dazu, Krebsvorstufen oder Tumore ausschließen zu können. Außerdem kann der pH-Wert in der Scheide bestimmt werden, um zu ermitteln, ob der Ausfluss mit Milieuveränderungen zusammenhängt.

Bei der Diagnose muss der Arzt auch feststellen, ob eine Schwangerschaft besteht oder möglich ist. Dies hat Auswirkungen auf die Therapie, denn nicht alle Mittel können bei Schwangeren gegeben werden.

Welche Therapie bei einem Ausfluss gewählt wird, hängt von der Ursache der Symptome ab. Ein vermehrter Ausfluss ohne krankhafte Ursache kann mit Binden oder Einlagen aufgefangen werden. Eine gute Intimhygiene ist sinnvoll, sollte aber auf keinen Fall zu übertrieben geschehen, um das Scheidenmilieu nicht noch anfälliger zu machen. Möglichst sollte zum Waschen des Genitalbereiches nur sauberes Wasser und eine geeignete Waschlösung (mit Milchsäure) verwendet werden. Seife und Intimspray sollten weggelassen werden. Außerdem sollte die Frau darauf achten, dass Unterhose und Einlage einen Luftaustausch ermöglichen.

Eine Infektion als Ursache für Ausfluss erfordert weitere Maßnahmen. Bakterien können mit Antibiotika, Pilze mit Antimykotika (Antipilzmitteln) bekämpft werden. Die Wirkstoffe können in den ganzen Körper (systemisch) verabreicht werden, z. B. mit Tabletten oder als Infusion. Sie können aber auch an Ort und Stelle angewendet werden. Dies ist als Cremes, Zäpfchen oder Tabletten möglich. Mit einer Scheideninfektion sollte kein Geschlechtsverkehr ausgeübt werden, solange der Erreger nicht feststeht. Der Arzt kann Geschlechtsverkehr erlauben, aber dann sollte immer ein Kondom benutzt werden, um erneute Infektionen zu verhindern. Der Geschlechtspartner sollte immer mituntersucht und -behandelt werden.

Weitere Ursachen für Ausfluss erfordern eine spezielle Therapie. Wucherungen werden meist entfernt. Fremdkörper werden zeitnah herausgenommen. Verletzungen, die bluten, müssen eventuell versorgt werden.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 11.08.2015
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sagt bonitavb4   vor 2 Tage  99521

bernicesz18

 
sagt Zystine   vor 6 Tage  126

Ergänzung zu meinem Schreiben: ich war gestern beim Frauenarzt, den das nicht weiter interessiert und vor 3 Wochen beim "Diagnostiker", der diesmal ... mehr

Portrait Dr. med. Wolfgang Hirsch, FRAUENÄRZTE AM POTSDAMER PLATZ DR. KIEWSKI / DR. HIRSCH, Mutterschaftsvorsorge - Intimchirurgie - Schamlippenverkleinerung, Berlin, Frauenarzt
sagt Dr. Hirsch   vor 9 Tage  156

Eine Geschlechtsbestimmung wäre an einer Eileiterschwangerschaft nur durch aufwendige Laboruntersuchungen möglich und wird nie!! gemacht.

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