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Entfernung der Gebärmutter | Gebärmutterentfernung | Hysterektomie

Bei starker Blutung oder medikamentös nicht behandelbaren Myomen kann die Entfernung der Gebärmutter sinnvoll sein

Definition Gebärmutterentfernung

Aufgrund verschiedener Krankheiten kann eine teilweise oder komplette Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) sinnvoll sein.

Ursachen die eine Entfernung der Gebärmutter erforderlich machen

Eine Gebärmutterentfernung kann unter anderem bei zu starken Blutungen oder bei gutartigen Tumoren angezeigt sein.

Schlecht zu stillende Gebärmutterblutungen können vor allem bei mechanischen Einwirkungen auf die Gebärmutter, wie z. B. Rissbildungen bei der Geburt, auftreten.
Auch bei immer wiederkehrenden Blutungen, wie sie unter anderem bei Schleimhautveränderungen (Endometrium-Hyperplasie) vorkommen können, kann die Gebärmutterentfernung sinnvoll sein.

Die häufigsten gutartigen Gebärmutter-Tumore sind Myome, die vom Muskelgewebe ausgehen. Eine definitive Ursache für die Myome ist unbekannt, es besteht aber eine erbliche Komponente.

Weitere Gründe, weshalb eine Gebärmutterentfernung ausgeführt wird, sind unter anderem schwerwiegende Entzündungen oder Abszesse (mit Eiter gefüllte entzündliche Hohlräume), ein Absinken der Beckenorgane wegen Gewebeschwäche, eventuell mit Gebärmuttervorfall (Prolaps), sowie bösartige Tumore.

Symptome

Blutungen können stark und plötzlich auftreten, z. B. bei mechanischen Einwirkungen.  Eine zu starke Regelblutung wird als Hypermenorrhoe bezeichnet. Des Weiteren können auch Änderungen in der Blutungsfrequenz oder der Dauer der Regelblutung bestehen.

Gutartige Gebärmutter-Tumore können innerhalb der Wand des Organs liegen (z. B. häufig Myome), in den Hohlraum hineinragen oder sogar an einem Stiel hängen. Oftmals bestehen keine Beschwerden bei den Tumoren, es können aber Schmerzen oder veränderte Blutungen auftreten.

Diagnose

Die Patientin wird zunächst befragt (Anamnese). Es erfolgt eine körperliche Untersuchung, unter anderem auch eine gynäkologische Untersuchung mit den Fingern. In einer Ultraschalluntersuchung oder anderen bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder Computertomographie können oft Auffälligkeiten erkannt werden. Eine Blutuntersuchung ist sinnvoll. Oft kann der jeweilige Befund erst in einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) gesehen werden. Weitere spezielle Untersuchungen können ebenfalls erfolgen.

Differenzialdiagnose

Bei den Blutungsstörungen und anderen Erkrankungen müssen die jeweiligen Ursachen unterschieden werden. Unter den Tumoren beziehungsweise Schleimhautveränderungen können sich bösartige Befunde befinden.

Therapie

Konservative Therapie

Verschiedene nichtoperative Behandlungsmethoden können zum Einsatz kommen, z. B. bei Blutungsveränderungen eine medikamentöse Therapie mit verschiedenen Hormonen.

Operation

Eine Entfernung der Gebärmutter wird z. B. bei Blutungen und Tumoren durchgeführt, die sich durch Arzneimitteltherapie oder weniger aufwändige und weniger einschneidende operative Maßnahmen nicht beseitigen lassen.

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose oder in Regionalanästhesie (Betäubung eines größeren Körperbereiches).

Die Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) kann durch die Scheide (vaginale Operation), über einen offenen Bauchschnitt (Laparotomie) oder per Bauchspiegelung (Laparoskopie) erfolgen. Dabei wird über einen kleinen Einschnitt am Bauchnabel ein optisches Gerät (Laparoskop) mit einer kleinen Videokamera eingeschoben. Um das Bauchgewölbe aufzuspannen und die Sicht zu verbessern, wird CO2-Gas eingeblasen. Benötigte Instrumente werden über weitere Einschnitte in den Bauchraum eingeführt. Auf einem Monitor sieht der Operateur in Echtzeit das Operationsgebiet. Oftmals wird ebenfalls ein Instrument über die Scheide in die Gebärmutter eingeführt, um die Gebärmutter bewegen zu können. Bei allen Zugangswegen wird die Gebärmutter von der Umgebung (unter anderem Blase, Mastdarm) und den Aufhängestrukturen abgetrennt.

Es kann ausreichend sein, lediglich den Hauptteil (Corpus) der Gebärmutter herauszunehmen (suprazervikale Hysterektomie). Dies erfolgt in den meisten Fällen per Bauchspiegelung (laparoskopische suprazervikale Hysterektomie, LASH).

Am Ende des Eingriffs wird bisweilen eine Drainage in den Bauchraum gelegt, damit Wundflüssigkeit abgeleitet werden kann. Der Schlauch kann nach wenigen Tagen wieder gezogen werden.

Mögliche Erweiterungen der Operation

Oftmals stellt sich erst während des Eingriffs das Ausmaß oder die Art der Krankheit heraus. Daher müssen die Maßnahmen dem jeweiligen Befund angepasst werden. Darüber hinaus können Komplikationen dazu führen, dass eine Erweiterung oder Änderung der Operationsmethode vorgenommen werden muss. Eventuell ist ein Übergehen von der Bauchspiegelung (Laparoskopie) in eine offene Operation erforderlich.

Manchmal werden im selben Eingriff die Eierstöcke entfernt, wenn sich dort krankhafte Befunde zeigen oder die Entfernung prophylaktisch vorgenommen werden soll.

Bei geplanter Entfernung lediglich des Gebärmutterkörpers kann es auch notwendig werden, dennoch den Gebärmutterhals ebenfells herauszunehmen.

Komplikationen

Strukturen im Operationsbereich können verletzt werden, beispielsweise können Organe wie Harnblase oder Darm durchstoßen werden. Es kann sich eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) entwickeln. Verwachsungen im Bauchraum können entstehen, spätere Darmverschlüsse und andere schwerwiegende Krankheitsbilder sind nicht auszuschließen. Es können sich entzündliche Verbindungskanäle (Fisteln) z. B. zwischen Harnröhre oder Harnblase, Scheide und Mastdarm entwickeln. Durch Beschädigung von Gefäßen kann es zu Blutungen und Nachblutungen kommen, weniger starke Blutungen verschwinden meist bald von alleine. Bei Nervenschädigung kann es zu Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen kommen. Blasenentleerungsstörungen sind meist nicht dauerhaft. Infektionen, Wundheilungsstörungen sowie überschießende Narbenbildung können vorkommen. Allergien können nicht ausgeschlossen werden.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

In aller Regel können die Beschwerden beziehungsweise die Krankheit durch die Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) erfolgreich beseitigt werden. Ebenfalls ergibt sich oftmals eine bessere Lebensqualität.

Nach einer Gebärmutterentfernung kommt es zum Ausfall der Monatsblutungen, es sei denn, der Gebärmutterhals wurde nicht mitentfernt, in diesem Fall können noch geringe Restblutungen auftreten. Ebenfalls besteht Unfruchtbarkeit.

Nach der Entfernung beider Eierstöcke ergeben sich durch die fehlende Hormonproduktion Erscheinungen, die denen in den Wechseljahren entsprechen. Arzneimittel können diese Beschwerden bekämpfen. Manchmal kommt es nach dem Eingriff auch zu depressiven Episoden oder zu Libidoverlust oder auch -steigerung.

Hinweise

Vor der Operation

Oftmals müssen Medikamente, die die Blutgerinnung herabsetzen, beispielsweise Marcumar® oder Aspirin®, weggelassen werden. Dies wird mit dem behandelnden Arzt besprochen.

Nach der Operation

In der Zeit nach der Operation sollte keine zu starke körperliche Tätigkeit ausgeübt werden, insbesondere sollten keine schweren Lasten hochgehoben oder getragen werden. Auch Geschlechtsverkehr kann für einen bestimmten Zeitraum nicht ausgeübt werden. Tampons sollten nach einer Gebärmutterentfernung nicht benutzt werden, besser sind Vorlagen. Ebenso sollte auf Scheidenspülungen verzichtet werden.

Ärztliche Kontrollen sollten regelmäßig wahrgenommen werden.

Ergeben sich Auffälligkeiten, die Zeichen von Komplikationen sein können, so sollte möglichst rasch der Arzt kontaktiert werden.

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Letzte Aktualisierung am 16.12.2009.

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