Anzeige

Entbindung

Was ist eine Entbindung?

Mit der Geburt des Kindes, auch Entbindung genannt, endet die Schwangerschaft nach etwa 38 Wochen. Die Geburt wird durch die Ausschüttung von Botenstoffen aus dem kindlichen Organismus eingeleitet. Sie aktivieren die Ausschüttung von Oxytocin aus der Hypophyse der Mutter, was zusammen mit den Botenstoffen Prostaglandinen die Wehentätigkeit hervorruft.


Erste Anzeichen der beginnenden Geburt

Die meisten werdenden Mütter bemerken einige Zeit vor der Geburt des Kindes, dass sich ihr Körper verändert und sich im Bauch etwas regt. An den Tagen vor der Entbindung kann es sein, dass sich Schwangere sehr müde fühlen und ihnen alltägliche Dinge schwerer fallen als sonst. Ein wichtiger Vorbote der Geburt ist der Abgang des Schleimpfropfens, der während der Schwangerschaft den Muttermund abgedichtet hat. Dieser Vorgang wird historisch „Zeichen" genannt, dennoch kann es sein, dass die Entbindung noch ein oder zwei Tage auf sich warten lässt. Das „Zeichen" erkennen Schwangere daran, dass ein zähflüssiger Schleim abgeht, der manchmal auch blutig sein kann.

Eine bevorstehende Geburt kündigen die Wehen an, die in immer kürzeren Abständen auftreten, je näher die Entbindung rückt. Bei den Wehen zieht sich die Gebärmutter, ein äußerst kräftiger Muskel, rhythmisch zusammen, was je nach Phase der Geburt mehr oder weniger schmerzhaft ist. Treten die Wehen in sehr regelmäßigen Abständen auf, sollte sich die Schwangere auf den Weg in die Klinik oder das Geburtshaus machen, um sich dort auf die Entbindung vorbereiten zu können. Ein weiteres wichtiges Signal, möglichst schnell in die Klinik zu fahren, ist der Blasensprung. Dabei reißt die Eihülle, die Kind mitsamt Fruchtwasser umgibt, an einer Stelle ein, sodass das Fruchtwasser aus der Gebärmutter herausläuft. Er tritt manchmal schon auf, auch wenn noch keine Wehen vorhanden sind. Man spricht dann von einem vorzeitigen Blasensprung.


Ablauf der Geburt

Man teilt eine normale, vaginale Geburt in drei Phasen ein: Eröffnungsperiode, Austreibungsperiode, Nachgeburtsperiode. Insgesamt dauert eine Entbindung bei einer Erstgebärenden im Schnitt zwölf Stunden, bei einer Mehrgebärenden etwas kürzer.

Zu Beginn der Eröffnungsperiode treten Wehen ein, die den Muttermund auflockern und öffnen sollen. Er kann sich bis zu einem Durchmesser von 10cm erweitern, wodurch der Kopf des Kindes tiefer in das Becken der Schwangeren rutschen kann. Die Öffnung des Muttermundes kann bei Erstgebärenden bis zu zehn Stunden dauern. Bei Frauen, die schon ein oder mehrere Kinder zur Welt gebracht haben, verläuft dieser Vorgang in der Regel deutlich schneller. Werden die Wehen im Verlauf der Eröffnungsphase stärker, kommt es zum Blasensprung, wobei in den meisten Fällen der untere Teil der Eihülle über dem Kopf des Kindes einreißt und das Fruchtwasser ausströmt.

Ist der Muttermund nach der Eröffnungsphase ausreichend weit, beginnt der eigentliche Geburtsvorgang, die Austreibungsperiode. Durch den Druck des kindlichen Kopfes auf den Beckenboden der Mutter werden reflektorisch die Presswehen ausgelöst. Dabei spannt die Schwangere ihre Bauchmuskeln mit jeder Wehe an und presst, um die Austreibung des Kindes zu unterstützen. Die Austreibungsperiode sollte bei der Geburt des ersten Kindes nicht länger als eine Stunde, bei einer zweiten Geburt nicht länger als eine halbe Stunde dauern. Dies ist wichtig, da in der Phase der Presswehen die Plazenta und damit auch das Kind schlechter durchblutet und mit Sauerstoff versorgt werden.

Nach der Geburt des Kindes beginnt die dritte und letzte Phase des Geburtsvorgangs, die Nachgeburtsperiode. Dabei löst sich in einem Zeitraum von etwa 20 Minuten die Plazenta von der Gebärmutter ab und wird als so genannte Nachgeburt ausgestoßen. Von Hormonen aktiviert zieht sich die Gebärmutter in kurzer Zeit sehr stark zusammen, was zusätzlich hilft, die durch die Ablösung der Plazenta entstandene Blutung zu stillen.

Untersuchungen und Überwachung während der Geburt

Um die Sicherheit von Mutter und Kind zu gewährleisten, werden beide vor und während der Geburt von Hebammen und Frauenärzten untersucht. Vor der Entbindung wird eine CTG (Cardiotokographie) durchgeführt, bei der gleichzeitig Herzschlag des Kindes und Wehentätigkeit registriert werden. Durch diese Maßnahme kann der Zustand des Kindes kontrolliert werden, sodass im Falle von Komplikationen schnell die nötigen Behandlungen eingeleitet werden können.

Die Position des Kindes im Mutterleib wird bestimmt. Bei bestimmten Lageveränderungen muss mit Arzt und Hebamme abgesprochen werden, ob ein Kaiserschnitt notwendig ist.
Der Fortschritt der Geburtseinleitung wird anhand der Öffnungsweite des Muttermunds beurteilt. Hat ein vorzeitiger Blasensprung bereits stattgefunden, wird ein Abstrich vom Muttermund genommen und im Labor auf eventuelle Krankheitserreger und Infektionszeichen untersucht. Der Mutter wird in der Regel vor Beginn der Geburt Blut abgenommen, um die Blutgruppe zu bestimmen und die Blutgerinnung zu kontrollieren. Dies ist besonders wichtig, wenn die Schwangere sich für eine Schmerzlinderung durch Periduralanästhesie (PDA) entscheidet. Sie bekommt auch einen so genannten Zugang, eine feine Plastikkanüle, die in einer Vene meist an der Hand oder am Unterarm platziert wird. Über diesen Zugang können der Schwangeren bei Notwendigkeit Medikamente und Flüssigkeit gegeben werden.

Während des Geburtsvorgangs werden in regelmäßigen Abständen Blutdruck, Puls und Temperatur gemessen sowie die Öffnung des Muttermundes kontrolliert
Ist noch Zeit bis zur Entbindung, kann sich die Schwangere individuell auf die Geburt vorbereiten, beispielsweise durch ein warmes Bad oder eine Dusche. Meist wird die werdende Mutter mithilfe von Einläufen oder Klysmen abführen. Die besonderen Vorbereitungen auf den Geburtsvorgang sind in der Regel schon im Voraus mit der betreuenden Hebamme abgesprochen, da sich die Schwangere schon weit vor der Geburt eine Klinik oder ein Geburtshaus zur Entbindung auswählt und mit den Geburtshelfern ihre Wünsche bespricht.


Medizinische Eingriffe bei Geburtsschwierigkeiten

Wenn Komplikationen während des Geburtsvorganges auftreten, ist ein schnelles Handeln entscheidend. Besonders schwierig ist bei einer vaginalen Geburt die Austreibungsphase, da sie nicht zu lang dauern darf, um beim Kind einen Sauerstoffmangel zu verhindern. Ist es nach Beginn der Austreibungsperiode abzusehen, dass die Geburt des Kindes nicht schnell genug ablaufen kann, können so genannte geburtshilfliche Operationen angezeigt sein, die eine schnellere Entbindung ermöglichen. Zu diesen Eingriffen zählt die Vakuumextraktion, bei der eine kleine Saugglocke an den Hinterkopf des Kindes angebracht wird, um das Kind unterstützend zu den Wehen heraus zu ziehen. Ebenso verläuft die Zangenextraktion, bei der das Kind mit zwei löffelähnlichen Schlaufen geführt wird. Der Dammschnitt (Episiotomie) bezeichnet das Einschneiden des Bereichs zwischen Vagina und Anus, um den Beckenausgang zu erweitern, wenn der Kopf des Kindes nicht hindurch passt. Diese Methode wird allerdings heute nur noch in wenigen Fällen eingesetzt, da sie wegen ihrer späteren Nachteile für die Frau sehr umstritten ist.


Psychosomatische Aspekte der Geburt

Die Geburt eines Kindes ist ein einschneidendes, zentrales Erlebnis im Leben einer Frau. Trotz aller positiven Seiten - einem Kind das Leben schenken, selbst ein Kind als Geschenk zu erhalten - ist es wichtig, auch die schwierigen Aspekte einer Geburt zu beleuchten. Sie bedeutet neben den vielen körperlichen Schwierigkeiten und Schmerzen auch eine seelische Belastung. Diese gilt es der Schwangeren möglichst zu nehmen. Hierzu gibt es eine Vielzahl von Geburtsvorbereitungskursen, die werdende Mütter mit Informationen rund um Schwangerschaft und Geburt versorgen. Die Schwangeren sollten sich, eventuell auch mit ihrem Partner, schon einige Zeit vor der Entbindung eine Klinik oder Geburtshaus aussuchen. Es sollte dem Geschmack der Schwangeren entsprechen und ihr ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Auch die persönliche Beziehung zu einer Hebamme, die auch zur Geburt anwesend sein wird, kann in dieser Zeit aufgebaut werden.

Die werdenden Eltern müssen sich schon vor dem Einsetzen der Wehen darüber im Klaren sein, wie die Geburt idealerweise verlaufen soll und ob der Partner dabei sein möchte. Werdende Mütter sollten ihre Partner niemals dazu überreden oder drängen, mit in den Kreißsaal zu kommen. Wünscht der Mann sich, seine Frau zu unterstützen und auch während der Geburt bei ihr zu bleiben, ist er sicher immer willkommen. Es ist jedoch noch eine zusätzliche Belastung für die Gebärende, wenn sich der Partner in dieser Situation völlig unangemessen verhält oder er selbst damit gar nicht zu Recht kommt. Lehnt der Mann ein Beiwohnen der Geburt ab, sollte die Schwangere diesen Wunsch respektieren. Es wird für beide in diesem Fall entspannter ablaufen, wenn sich die werdende Mutter eine andere Vertrauensperson aussucht, die sie begleiten kann.

Auch die Frage der Schmerzstillung wird weiterhin kontrovers diskutiert. Während die eine Partei der Meinung ist, dass Schmerzen zu einer Geburt dazu gehören müssten, verteidigt die andere Partei ihre Einstellung, dass der Schmerz nicht zum Geburtsvorgang beitrage und deshalb als überflüssig bewertet werden könne. Wie und in welcher Form die Schwangere Medikamente zu Schmerzlinderung erhalten möchte, sollte sie selbst entscheiden. Dazu ist es natürlich notwendig, dass eine ausführliche Aufklärung durch einen Anästhesisten erfolgt, der der Schwangeren alle Möglichkeiten und Risiken aufzeigt. So kann sie schon vor Beginn der Wehen ihren Weg wählen und gewinnt dadurch in einem weiteren Punkt Sicherheit ab.


Letzte Aktualisierung am 22.07.2010.

Aktuelle Beiträge im Forum Frauenheilkunde

Letzter Eintrag
Aufrufe
Antworten
Baeckerschnecke
115
2

Alle Beiträge anzeigen: Forum Frauenheilkunde

Stellen Sie Ihre Frage

 Thema abonnieren (Sie erhalten Antworten per E-Mail)

 

   

 Ich stimme den Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen zu.

 

Spam-Schutz: Bitte geben Sie folgende Zahl ein: 4 

 



Gynäkologische konservative Behandlungen

Gynäkologische konservative Behandlungen

Forum Frauenheilkunde
Anzeige
Von A-Z
Arztsuche
Ärzte für Entbindung
Frauenärzte
Dr.med. N. Saymé
Frauenarzt
in 30169 Hannover
Portrait Dr. med. Konstantin  Manolopoulos Dr. med. K. Manolopoulos
Frauenarzt
in 63065 Offenbach
Portrait Prof. Dr. med. Dr med. habil. Ernst Siebzehnrübl Prof. Dr. med. Dr med. habil. E. Siebzehnrübl
Frauenarzt
in 60314 Frankfurt am Main
Alle anzeigen Zufall
Medikament im AngebotMehr Angebote »
Kostenlos vergleichen
Anzeige