Häufig ist die Brustentzündung (Mastitis) während der Stillzeit durch Bakterien verursacht, die aus dem Mund des Säuglings oder von der Haut der Mutter stammen, dort natürlicherweise vorkommen und auf Haut und Schleimhäuten keine Krankheiten verursachen. Zu den häufigsten Erregern der Brustentzündung gehören Bakterien der Art Staphylococcus aureus. Die Keime können über kleine Risse und Verletzungen der Brustwarze in die Brust eindringen und dort Entzündungsreaktionen auslösen.
Brustentzündungen können auch abakteriell, das heißt ohne die Beteiligung von Keimen, entstehen. Dies geschieht in der Regel durch einen Milchstau oder eine übermäßige Produktion von Sekret. Kann die Milch nicht abfließen, weil zu wenig gestillt wird oder ein Milchdrüsengang verlegt ist, so werden die Drüsengänge durch das angestaute Sekret geweitet. Durch diese Überdehnung werden die feinen Drüsengänge geschädigt, so dass Milch und Sekret in das umliegende Brustgewebe übertreten kann. Dort entsteht durch eine Immunreaktion des Körpers eine Entzündung. Auch zunächst abakterielle Entzündungen können noch zusätzlich mit Keimen besiedelt werden, wenn die Bakterien über Risse in der Haut in die ohnehin schon geschädigten Bereiche gelangen.
Ein zu hoher Wert des Hormons Prolaktin kann zu einer gesteigerten Sekretproduktion und damit zu Brustentzündungen führen. Ursache eines erhöhten Prolaktinspiegels im Blut kann ein Prolaktinom sein, also ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), der Prolaktin produziert. Doch auch eine Schilddrüsenerkrankung kann zu einem erhöhten Gehalt von Prolaktin im Blut führen.
Von einer Brustentzündung können, wenn auch selten, Männer betroffen sein. Bei ihnen besteht meist eine schon vergrößerte Brustdrüse (Gynäkomastie).
Bei einer Brustentzündung besteht immer die Gefahr, dass ein eitriger Abszess entsteht, also ein meist abgeschlossener Hohlraum, in dem sich die Bakterien gut vermehren können. Wird die Entzündung nicht von körpereigenen Abwehrmechanismen beseitigt, kann sich eine chronische Mastitis entwickeln, die immer wieder ausbricht. Chronische Verläufe entwickeln sich vor allem nach Brustentzündungen außerhalb der Stillzeit.