Erste Maßnahmen bei einer Brustentzündung sind kühlende Umschläge, beispielsweise mit Quark, und warme Wickel vor dem Stillen, da diese den Milchfluss anregen. Prinzipiell muss bei einer Brustentzündung nicht abgestillt werden. Das Stillen mit einer entzündeten Brust ist zwar sehr unangenehm, dennoch ist es für den Heilungsprozess unerlässlich, dass die Brust regelmäßig entleert wird und kein Milchstau entsteht.
Ist es der Mutter nicht möglich, das Kind an der Brust trinken zu lassen oder schafft es der Säugling nicht, die komplette Seite leer zu trinken, muss mit einer Milchpumpe abgesaugt werden. Eine solche Milchpumpe kann vom Frauenarzt oder von der Hebamme verschrieben werden. Es ist förderlich, dass die Betroffene Bettruhe hält und möglichst viel schläft. So gibt sie ihrem Körper die Chance, mit eigenen Abwehkräften die Entzündung zu beseitigen und einen chronischen Verlauf oder wiederkehrende Entzündungen zu verhindern.
Sollte die Brustentzündung mehrere Tage bestehen bleiben, ist eine Therapie mit einem dem Krankheitserreger angepassten Antibiotikum unerlässlich. Es gibt verschiedene Medikamente, die sehr gut bei Brustentzündungen ansprechen und nicht in die Muttermilch übertreten, dem Säugling also nicht schaden. Vor allem bei Brustentzündungen, die nicht in der Stillzeit auftreten, kann der Arzt auch Medikamente verschreiben, die die Herstellung des Hormons Prolaktin hemmen.
Wichtig bei einer Therapie mit Antibiotika sind die Beachtung der Einnahmehinweise auf der Packungsbeilage, die regelmäßige Einnahme des Medikaments und das vollständige Aufbrauchen der gesamten Packung beziehungsweise der verordneten Menge. Werden Antibiotika fehlerhaft oder zu kurz eingenommen, können sich resistente (gegen bestimmte Antibiotika unempfindliche) Keime entwickeln, die nur sehr schwer zu behandeln sind. Dadurch steigt auch die Gefahr einer chronischen Entwicklung der Mastitis (Brustentzündung). Sollten sich bereits Abszesse (Eiterhöhlen) in der Brustdrüse gebildet haben, die nicht nach außen ablaufen können, müssen diese vom Arzt geöffnet und gereinigt werden, um alle Krankheitserreger herauszuspülen.
Letzte Aktualisierung am 02.04.2012.