Die Blasenmole ist eine sehr selten auftretende Fehlbildung des Mutterkuchens, der Plazenta. Dabei entwickeln sich die Chorionzotten, die normalerweise als Verbindung zwischen mütterlichem und fetalem Kreislauf dienen, zu blasenartigen Strukturen. Die Entstehung einer Blasenmole ist bedingt durch eine fehlerhafte Befruchtung und die Einnistung eines Eis, das mit einem falschen Chromosomensatz beladen ist. Man unterscheidet zwei Formen der Blasenmole:
In sehr seltenen Fällen entarten die Zellen einer Blasenmole, wobei insbesondere aus einer vollständigen Blasenmole ein bösartiger Tumor, das Chorionkarzinom entsteht. Das Chorionkarzinom wächst in die Gebärmuttermuskulatur ein und zerstört diese dabei. Bricht der Tumor auch in Blutgefäße ein, können Metastasen (Tochtergeschwüre) in Lunge, Leber, Nieren und Gehirn streuen. Seltener entsteht ein Chorionkarzinom aus übrig gebliebenen Trophoblastenzellen nach Fehlgeburten, Eileiterschwangerschaften und normalen Schwangerschaften.
Da sowohl die Blasenmole als auch das Chorionkarzinom invasiv wachsen können und dabei Blutgefäße zerstören, kommt es zu Blutungen aus der Gebärmutter, die zyklusunabhängig sind. Häufig zeigen sich auch ein sehr schnelles Wachstum des Uterus und eine starke Übelkeit (Hyperemesis gravidarum). Dies kann von wehenartigen Schmerzen begleitet sein. Da die Zellen der Blasenmole auch ein bestimmtes Schwangerschaftshormon, das humane Choriongonadotropin (Beta-hCG) produzieren, fallen Schwangerschaftstests hoch positiv aus und im Blut gemessene Werte des hCG liegen über der Norm.
Die Diagnose der Blasenmole wird in der Regel beim Frauenarzt (Gynäkologen) gestellt. Dieser findet eine für den Abschnitt der Schwangerschaft zu große, weiche Gebärmutter. In der Ultraschalluntersuchung ist keine ausgebildete Fruchtblase mit Plazenta zu erkennen sondern vielmehr ein diffuses, ungleichmäßig strukturiertes Gewebe, das im Ultraschall wie Schneegestöber erscheint. Zudem fehlen die fetalen Herztöne. Im Labor lassen sich die stark erhöhten Beta-hCG-Werte messen. In einigen Fällen lassen sich im Ultraschall zusätzlich Zysten in den Eierstöcken finden, die so genannten Luteinzysten. Sie entstehen durch die Überstimulation des Ovars mit Beta-hCG.
Die Blasenmole muss, sofern sie nicht von selbst abgestoßen wird, vom Arzt entfernt werden. Dafür bekommt die betroffene Patienten Prostaglandine, die die Ausstoßung der Blasenmole verursachen. Die zusätzliche Gabe von Oxytocin, dem „Wehen-Hormon", zielt auf die Kontraktion der Gebärmutter ab. Zusätzlich ist es eventuell nötig, mögliche Reste der Blasenmole auszuschaben oder mittels Saugkürettage zu entfernen. Diese Behandlung muss extrem vorsichtig durchgeführt werden, da ein hohes Risiko einer Blutung besteht. Die Therapie des Chorionkarzinoms besteht ebenfalls in der Entfernung des Gewebes, wobei jedoch zusätzlich eine Chemotherapie, meist mit Methotrexat, notwendig ist. Das Chrorionkarzinom spricht in der Regel sehr gut auf diese Therapie an und kann daher als gut heilbar bezeichnet werden.
Wichtig ist bei der Nachsorge der Blasenmole sowie des Chorionkarzinoms eine engmaschige Verlaufskontrolle. Dabei müssen regelmäßige Blutuntersuchungen durchgeführt werden, um die Beta-hCG-Werte zu kontrollieren. Diese sollten einige Wochen nach der Behandlung wieder bei Null liegen und auch nicht erneut erhöht sein. Zudem sind regelmäßige Ultraschalluntersuchungen wichtig, um kontrollieren zu können, dass auch wirklich keine Reste der Blasenmole oder des Karzinoms übrig geblieben sind. Sollte dies doch der Fall sein, ist eine erneute Ausschabung nötig.
Sind nach einer Blasenmole und deren erfolgreicher Entfernung die Beta-hCG-Werte über mehrere Monate hinweg im Normbereich, kann eine erneute Schwangerschaft versucht werden. Nach einem Chorionkarzinom sollten etwa zwei Jahre lang unauffällige Beta-hCG-Werte gemessen werden, damit zu einem erneuten Schwangerschaftsversuch geraten werden kann.