Anzeige

Verengung der Nierenarterie

Was ist eine Verengung der Nierenarterie?

Unter einer Nierenarterienstenose bzw. Verengung der Nierenarterie versteht man eine ein- oder auch beidseitig auftretende Verengung der die Nieren versorgenden Arterie (A.renalis). Bei den Betroffenen sind die Gefäße der Nieren oder nur einer Niere von einem krankhaften Prozess betroffen. Die Verengung wird in 80 Prozent der Fälle durch Arteriosklerose der Hauptschlagader (Aorta) und der daraus abgehenden Nierenarterie hervorgerufen. In der Folge kann eine durch den Goldblatt-Effekt (Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems) hervorgerufene arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) entstehen. Die Nierenarterienstenose wird daher häufig von einem Bluthochdruck begleitet. Meist sind ältere Menschen betroffen, die zusätzlich rauchen. 20 Prozent der Patienten leiden unter einer angeborenen Enge der Nierenarterie (vor allem Frauen). In diesem Fall wird die Nierenarterienverengung durch eine besonders ausgeprägte Gefäßwandmuskulatur und Bindegewebsstruktur des Gefäßes hervorgerufen.

Man unterscheidet folgende Formen der Nierenarterienstenose:

  • Arteriosklerotische Nierenarterienstenose
    Die Verengung der Nierenarterie wird durch eine Arteriosklerose verursacht. Typischerweise erkranken vor allem Menschen im höheren Alter an dieser Form der Stenose (Verengung).

  • Fibromuskuläre Nierenarterienstenose
    Bei dieser Form der Erkrankung ist die Gefäßwand der Nierenarterie verdickt und somit die Gefäßöffnung eingeengt. An dieser Form erkranken hauptsächlich junge Menschen.

In 1-5 Prozent aller Fälle ist die Gefäßverengung der Niere als Ursache eines Bluthochdrucks zu nennen.

Ursachen

Ursachen der Nierenarterienstenose sind:

  • Arteriosklerose: mit 60-90 Prozent ist sie die häufigste Ursache der Nierenarterienverengung. Sie ist vor allem am Übergang Aorta- Arteria renalis lokalisiert.
  • Fibromuskuläre Dysplasie: Veränderung des Bindegewebes. Sie kommt vor allem bei jungen Patienten zum Vorschein und ist am ehesten im mittleren Drittel der A. renalis lokalisiert.
  • Arteriitiden, z.B. Takayasu-Arteriitis
  • Weitere seltene Ursachen, z.B. Verletzungen oder ein Aneurysma der A. renalis sowie Thrombosen

Die Pathophysiologie der Nierenarterienstenose lässt sich durch den Goldblatt-Effekt erklären. Kommt es zu einer Verkleinerung des Nierenarteriendurchmessers auf weniger als 40 Prozent, so nimmt die Nierendurchblutung ab. Auf die verminderte Durchblutung reagiert die Niere mit einer vermehrten Ausschüttung von Renin, welches über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System zu einer Engstellung der Gefäße (Vasokonstriktion) und einer vermehrten Rückresorption von Natrium und Wasser führt. Durch diese Vorgänge kommt es in der Folge zu einem typischen Anstieg des systemischen Blutdrucks. Dadurch versucht die erkrankte Niere ihre eigene eingeschränkte Durchblutung zu verbessern, steigert dabei allerdings auch den Druck im Körperkreislauf auf krankhafte Werte.

Symptome

Die Erkrankung muss nicht immer Beschwerden aufweisen, sie kann auch ohne Beschwerden verlaufen. In vielen Fällen kommt es jedoch zu einer renovaskulären Hypertonie. Es handelt sich hierbei um einen Bluthochdruck, welches durch die Nierenerkrankung hervorgerufen wird. Zudem ist die Blutzufuhr zu den Nieren verringert, dadurch kann es zu einer Nierenfunktionsstörung kommen. Insgesamt kommt es zu folgenden Symptomen:

  • Bluthochdruck (besonders des diastolischen Blutdruckwertes)
  • Aufgehobener Tag-Nacht-Rhythmus bei der Langzeitbehandlung
  • Stenosegeräusch im Bereich des Bauchnabels (bei etwa 40 Prozent der Patienten)
  • Im weiteren Verlauf kommt es häufig zu einer raschen Entwicklung der hohen Blutdruckwerte

Diagnose

Bei schlanken Menschen kann eine Verengung der Nierenarterie sogar mit dem Stethoskop gehört werden. Bei der körperlichen Untersuchung fällt ein Strömungsgeräusch über dem Bauch und den Flanken auf, welches auf Veränderungen der Nierengefäße schließen lässt. Die Gefäßveränderung wird in erster Linie mit einer Ultraschalluntersuchung der Nieren und ihrer Gefäße diagnostiziert. Bei der Untersuchung können die Fließgeschwindigkeit des Blutes durch die Gefäße und die Gefäßweite ausgemessen werden. Ist eine bedeutende Verengung mit niedriger Flussgeschwindigkeit nachweisbar, so wird eine Therapie notwendig. Bei der Ultraschalluntersuchung werden keine Röntgenstrahlen angewendet, sie ist daher für den Patienten besonders schonend.

Eine weitere Möglichkeit ist die so genannte MRT-Angiografie, bei der eine sehr genaue Darstellung der Nierengefäße erfolgt. Hier erhält der Patient über die Vene ein Kontrastmittel, mit dessen Hilfe die Nierengefäße gut sichtbar gemacht werden können.

Therapie

Zur Verfügung stehen folgende Therapieoptionen:

Medikamentöse Therapie

Als Medikamente kommen ACE-Hemmer kombiniert mit Betablockern zum Einsatz. Erst wenn die medikamentöse Behandlung versagt und es zu keiner Besserung der Blutdruckwerte kommt, kommen interventionelle und operative Verfahren in Frage.

Beachte: Bei beidseitiger Nierenarterienstenose oder bei einer Einzelniere kann die Therapie mit einem ACE-Hemmer zum akuten Nierenversagen führen und wird in diesem Fall nicht empfohlen.

Interventionelle Therapie - Perkutane transluminale Angioplastie (PTA)

Die PTA führt in 80 Prozent der Fälle zu einem Erfolg, oft mit nachfolgender Stentimplantation. Wie beim Herzkatheter kann auch hier mittels Katheter ein Ballon bis zur Nierenarterie vorgeschoben werden. Dieser Ballon wird dann an der Stelle des Defektes aufgedehnt, um das Gefäß zu weiten. Gegebenenfalls kann ein Stent, eine Gefäßstütze, eingesetzt werden. Die Arterie wird dadurch wieder durchgängig. Durch den Stent soll die Offenhaltung des Gefäßes sicher gestellt werden.

Die PTA wird erst dann durchgeführt, wenn die medikamentöse Behandlung des hohen Blutdrucks nicht zu einer ausreichenden Drucksenkung führt bzw. die Arterie zu über 70 Prozent verschlossen ist und somit eine Verbesserung der Blutdruckerhöhung nicht zu erwarten ist.

Operative Therapie - Aortorenale (anatomische) oder extraanatomische Bypass-OP

In seltenen Fällen kann eine Operation notwendig werden, wenn z.B. auch mit der Katheterbehandlung kein Erfolg erzielt werden konnte. Bei einem operativen Eingriff wird das verengte Gefäßstück entnommen und gegebenenfalls mit einer Gefäßprothese überbrückt.

Prognose

In der Regel kann die Ursache einer Nierenarterienstenose behoben werden. In der Mehrzahl der Fälle erreicht man eine Normalisierung des Blutdrucks. Doch je länger eine Stenose unbehandelt war und ein hoher Blutdruck bestand, desto geringer ist die Chance, dass ich der Blutdruck wieder erniedrigt, da der Körper sich mit der Zeit an den hohen Blutdruck anpasst. Bei einem anhaltenden Bluthochdruck spricht man von einem fixierten Bluthochdruck. Zudem droht bei einer nicht behandelten Nierenarterienstenose, ein schleichender Funktionsverlust sowie eine Schrumpfung der Niere. Die nicht-betroffene Niere kann sich daraufhin vergrößern.


« Endangiitis obliterans

Letzte Aktualisierung am 22.07.2010.

Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Verengung Nierenarterie

Letzter Eintrag
Aufrufe
Antworten
priapos
361
0
~ 1 Jahr
fischer
273
0
~ 1 Jahr

Alle Beiträge anzeigen: Gefäßchirurgie » Verengung Nierenarterie

Stellen Sie Ihre Frage

 Thema abonnieren (Sie erhalten Antworten per E-Mail)

 

   

 Ich stimme den Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen zu.

 

Spam-Schutz: Bitte geben Sie folgende Zahl ein: 4 

 



Gefäßchirurgie Übersicht

 Gefäßchirurgie

Forum Verengung Nierenarterie
Anzeige
Von A-Z
Arztsuche
Ärzte für Verengung Nierenarterie
Chirurgen
Portrait Dr. med. Ilona Steger Dr. med. I. Steger
Chirurg
in 35066 Frankenberg
Dr. C. Sarem
Orthopäde und Unfallchirurg, Chirurg
in 10707 Berlin
Portrait Dr. med. Uwe Herrboldt Dr. med. U. Herrboldt
Chirurg, Plastischer Chirurg
in 40211 Düssseldorf
Alle anzeigen Zufall
Medikament im AngebotMehr Angebote »
Kostenlos vergleichen
Anzeige