Youtube
Folgen Sie uns auf  

Mein Bauch ist eine Baustelle: Nach Gastrektomie u.a. jetzt Verwachsungen und Spiegelbildungen

5 Beiträge - 3261 Aufrufe
?
Mona705  fragt am 15.10.2010

Hallo und guten Tag,
wer kann über ähnliche Situation Berichten … wäre für einen Erfahrungs- und Meinungsaustausch sehr dankbar:

Meine „Bauch-Odyssee“ begann 1996 mit eine Hystrektomie- und Endometriose-OP. Dieser OP-Eingriff war von Pech und Pannen überschattet, es ging alles schief, was schief gehen konnte, dem entsprechend auch der postoperative Genesungsprozess, der nicht so richtig abgeschlossen wurde.

Zwei Jahre später führte ein Siegelringzellkarcinom des Magens zur Gastrektomie (radikal OP) einschließlich Lymphknoten-Entfernung. Diese OP verlief soweit ganz gut (Dank meinem exzellentem Operateur). Doch einiger Tage später kam es zu Komplikationen: Ausbildung einer exudativen Pankretitis mit linksseitigem Pleuraerguß, Fieberkoma; es folgte eine Not-OP mit Drainage-Einlage und Bülau-Drainage linksseitig. Danach verzögerter und höchst beschwerlicher Erholungsprozess, Kampf gegen Leukämie; mit Verabreichung von Blutkonserven wurde dann eine Besserung erreicht.

2006 folgte dann die Gallenblasen OP – was ein kleineres Problem war -; das größte Problem bei dieser Relaparatomie waren die Verwachsungen: der Dickdarm hatte die Bauch-Freiräume vollständig ausgefüllt und alle angrenzenden Organbereiche entsprechend „okkupiert“ u.a. Verwachsung mit Leber und den Rippen einschließlich Zwerchfell. Somit wurde aus der diagnostisch geplanten „einfachen“ Gallenblasen-OP eine Riesen große Bauch-OP.
Nach einer längeren Erholungsphase war – durch diese OP – mein Allgemeinbefinden deutlich verbessert.
Dieser „verbesserte“ Phase scheint nun vorbei zu sein: seit einigen Monaten spüre ich eine zunehmende Verschlechterung des Gesamtbefindens: im meinen Bachraum wird es wieder deutlich enger, die Spannung wächst, ständige Schmerzen, Ziehen, Zwicken, Völlegefühl, Blähungen, Nahrungsaufnahme immer problematischer, Dumpingsyndrom häufiger … jeder Aktivität ist mit Schmerzen verbunden; die ganze linke Oberkörperseite ist Schmerzbelagert. Soweit die Kurzfassung der Anamnese bisher - Bauch betreffend.
Vor kurzem wurden div. Röntgen-, CT- und MRT-Untersuchung durchgeführt; aus den Ergebnissen geht folgendes hervor:
- Jejunumschlinge meteoristisch überbläht und dilatiert mit
multiple erkenntlichen Spiegelungen des KM,
- auffallende Hyperperistaltik mit nachweisbare meteoristische Darmüberblähung mit KM-Spiegeln – zeitverzögert etwa 1,5 Std. nach KM-Gabe
- erkenntliche Dilatation des Jejunums mit Kaliebersprung im mittlerem Jejunum
- Entlang der retroperitonalen Gefäßstrasse zahlenmäßig vermehrte und größenbetonte Lymphknoten.
- ein Granulom im ventro-basalen Oberlappen links

Wie soll ich mit all dem jetzt umgehen (?) Würde mich über Meinungen und Erfahrungen betreffend solche oder ähnliche Situationen sehr freuen und vielleicht wird es mir möglich sein, neue Erkenntnisse zu gewinnen, die dazu führen – meine auf Null-gerutschte-Lebensqualität –wieder ein bisschen zu verbessern. Herzlichen Dank!

Mona705
 
Hahn  sagt am 15.10.2010
Hallo Mona. Ich hab immer gedacht, das ich eine der Wenigen bin, die nach OPs Pech hatte. Dein Bericht sagt mir, das es doch mehr Menschen gibt, die Pech hatten.
Leider kann ich dir zu deinen Erkrankungen nichts beitragen, ausser das es bei mir auch der Bauchraum ist. Mein Leidensweg begann 1995, als mein damaliger Innternist eine entzündliche Gallenblase und Gallengang 2 Jahre lang übersah. Obwohl meine Laborwerte ihn hätten stutzig werden lassen. Leulo nie unter 16 000 sondern oft viel höher, GGT immer über 100 und Amylase auch stark erhöht. Mein damaliger Arzt meinte später, als ich ihn mal auf der Straße traf, das er bei mir Betriebsblind war und nur mit den Schultern zuckte.

Fazit: 1997 Gallenblase entfernt, Leberschaden, zig Stents Gallengang,(ca. 15 x) die immer wieder verrutschten in die Leber oder Bauchspeicheldrüse, große OP-Gallengang auch wieder chronisch entzündet.Drainage eingesetzt, dabei wurde meine Lunge und Zwerchfall beschädigt. Netz im Oberbauch genietet, diabetis Mellitus 2.
Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung. Nach Divertikeloperation, da wurde mein Dünndarm beschädigt und lag 3 Monate im Sterben. Hab alles soweit überstanden, nur ist jetzt mein Bauch gespalten (weil er von innen heraus zuwachsen musste) ca. 45 cm lange Narbe vom linken Brustansatz bis zum Bauchnabel und dann runter zum Schambein. Mein Zwerchfell hat Hochstand und durch den gespaltenen Bauch starke Schmerzen im Oberbauch so wie von Ihnen oben beschrieben.
Kann nicht lange sitzen oder stehn. Im liegen geht es so einigermaßen. Nehme wegen den Schmerzen Opiate, die aber nicht alles abdecken.Eine erneute OP kann nicht durchgeführt werden, da bei mir die Organe nicht mehr so sitzen wo sie sein sollten. Mein Darm ist nur ein wirres Knäulchen und durch die vielen Verwachsungen klebt jetz mein Darm links am Oberbauch und rechts ist nur noch ein schmaler Spalt. Das Netz, das ich 2 Jahre zuvor bekommen hab, musste zum teil wieder gelöst werden, wegen der Notoperation, weil sie sonst nicht in Mein Oberbauch gekommen wären. Soll jetz gut aufpassen, damit ich einen Darmverschluß rechtzeitig bemerke. Eine OP würde nur dann in betracht kommen, wenn mein Leben stark gefährtet wäre, also wenn mein Leben eh nichts mehr wert ist. Darf nur dann verreisen, wenn eine Uniklinik in der Nähe wäre, aber da verzichte ich lieber auf Urlaub, weil ich dann ja eh nur im Hotelzimmer liegen würde, denn das kann ich Zuhause besser.Ich bin 58 Jahre alt, weiblich und meine Lebensqualität ist fast gleich Null. Hin und wieder, wenn ich mich gut präpariere, kann ich schon mal 2-3 Std. etwas unternehmen. Natürlich nur im kleinem Rahmen.
So wie es aussieht, geht bei uns beiden nicht mehr viel zu machen. :-(
Man sagte mir nach der Missglückten OP ich solle doch froh sein, das ich alles gut überstanden hätte und noch lebe.
Jetzt hab ich das Gefühl ich sitze auf einem elektrischen Stuhl, wo jeden Moment der Strom durch kommt.
Also sind wir nun schon zu zweit, die Hilfe oder Ratschläge gebrauchen könnten.
U.H.
 
Mona705  sagt am 18.10.2010
Hallo Frau Hahn,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort bezüglich das Thema "Main Bauch ist eine Baustelle...". Ich habe Ihren ausführlichen Erfahrungs-Bericht mit großem Interesse gelesen und kann es mir gut vorstellen, dass es nicht einfach ist den Alltag einigermaßen unbeschwerlich zu meistern. Immer wieder zeigt die Erfahrung, dass eine - nicht sichtbare "anatomische" Schwerbehinderung - einfach nicht vermittelbar ist (!). Viele der Betroffenen werden oft durch vermeidbare Benahdlungs-Fehler und -Pannen Schwerbehinder und die meisten werden mit all den Folgeerschinungen allein gelassen ... und nun ja, müssen sich danach sogar irgenwie stets rechtfertigen und erklären ... warum "Vieles von dem Normal-Machbaren" eben nicht mehr so "normal" ist. Da kann man schon das Gefühl bekommen ... mit einem vollbesetztem "Boot" unterwegs zu sein, für das aber kein Ankerplatz vorgesehen ist.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und auch dass eine medizinische Problemlösung für Sie zeitnahe doch noch möglich wird ... bleiben Sie "heiter" irgendwie ...
... es wäre schön, wenn auch aus Medizinischen-Kreisen zum Bericht "Mein Bauch ist eine Baustelle ..." Antworten eingehen würden ... vielleicht kommt das Beste doch noch zum Schluß ... vielen Dank ... und eine schöne Woche allen, die das Formu aktiv mitgestallten.

Mona705
 
Hahn  sagt am 18.10.2010
Hallo Mona, Dankeschön für Ihre Antwort und besser hätte ich es auch nicht formulieren können. Auch für Sie alles Gute weiterhin und ich hoffe auch, das sich hierzu mal medizinische Meinungen dazu kommen.
LG U.H.
 
Hahn  sagt am 27.10.2010
Also, so wie es aussieht komm ich um eine OP nicht herum. Aber ist ein Darmverschluß wirklich wenn der Darm an der Bauchwand klebt möglich???
Oder muss ich mir da keine Gedanken machen und kann die OP noch etwas vor mich hin schieben??? Wer weiß darüber bescheid und kann mir bei meiner Entscheidung etwas helfen ???
LG. U.H.

Ihre Antwort

Haben Sie bereits ein Benutzerkonto? Anmelden (Login)


Ja, ich möchte Antworten per E-Mail erhalten

Ich stimme den Nutzungsbedingungen und den Datenschutzbestimmungen zu.

War dieser Artikel hilfreich?