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OSAS-OP/Uppp-Nachwirkung: Fremdkörper'gefühl'

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PlumBum  fragt am 12.05.2017
Ich habe (bei mittelgradiger OSAS) im Febr.2017 eine UPPP (Charité Berlin) über mich ergehen lassen. Nach den 3 Wochen angekündigtem heftigen Krankseins und Nachlassen der Hauptschmerzen fühlte ich einen Fremdkörper im Rachen, der zunehmend Husten und Brechreiz auslöste.
Dabei handelt es sich um (gefühlt) einen hin- und herrutschenden ca. 2 cm langen kräftigen Faden etwa in Höhe des Kehlkopfes.

Trotz der Information des OP-Arztes, dass es sich (evtl.) um vorkommende Missempfindungen nach solcher OP handelt, konsultierte ich meinen HNO-Arzt, der aber per Vis-a-vis-Untersuchung nichts erkennen konnte.

Nun über 11 Wochen später ist es eigentlich immer schlimmer geworden.
Jetzt fühlt sich der Rachen zusätzlich wund an. Ein Termin in Berlin habe ich erst Mitte Juni. Zudem lässt der OP-Arzt durchblicken, dass er mein Problem für eingebildet hält.
Ob ich dort eine (notwendige) Lupenlaryngoskopie mit Videoaufzeichnung bekomme, kann ich leider auch nicht erfahren.

Hat jemand Erfahrung damit?
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 16.05.2017
Die Lupenlaryngoskopie wird Ihnen nicht viel bringen, denn die "schaut" nur nach unten in Richtung Kehlkopf. Wenn überhaupt, so müsste eine Nasopharyngoskopie oder gleich eine sog. Somnoskopie, sprich Schlafendoskopie erfolgen. bei diesen Untersuchungen kann man erkennen, wo evtl eine Störung vorliegt. Wichtig wäre zu wissen, wie Ihr Gaumen jetzt konfiguriert ist. Bis vor kurzem haben noch viele Operateure die Uvula (Zäpfchen) ganz oder großenteils entfernt. Heute ist das nicht mehr so üblich!
Machen sie, wenn sie das können ein Bild Ihres Gaumens mit dem Handy und schicken sie es mir zu, dann kann ich Ihnen mehr dazu sagen.
Beste Grüße Dr. Michael Schedler
 
PlumBum  sagt am 16.05.2017
Danke, dass Sie mir antworten.
Es MUSS in Richtung Kehlkopf geschaut werden, denn dort sitzt der
beschriebene 'Fremdkörper' - an anderer Stelle würde doch auch nichts zum
Husten bzw. Erbrechen reizen, oder?
Mein Zäpfchen ist nur etwas verkleinert worden und sieht sehr 'gut' aus.
Wie gesagt: gefühlt hat die Uvula nichts mit meinen Beschwerden zu tun
und ein Foto würde auch nichts Pathologisches zeigen, denn mein HNO-Arzt
sieht ebenfalls nichts, weil es tiefer sitzt (am Kehlkopf nämlich).
Also wäre die Kehlkopfspiegelung doch das Richtige, was meinen Sie?
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 20.05.2017
Zum Ersten: bei der UPPP wird definitiv nichts am Kehlkopf gemacht. 2.: Würgereiz wird sehr wohl über den Nasenrachen ausgelöst. 3.: Fremdkörpergefühl wird häufig "projiziert", d.h. an einer anderen Stelle empfunden, als da wo es ausgelöst wird. Ihre Beschwerden sind nicht untypisch, sondern treten in ca 5- 10 % der Fälle nach UPPP bzw. LAUP/Tonsillektomie auf! Am Kehlkopf wird man mit großer Sicherheit nichts finden!
Alles Gute Doc MS
 
PlumBum  sagt am 20.05.2017
"Ihre Beschwerden sind nicht untypisch, sondern treten in ca
5- 10 % der Fälle nach UPPP bzw. LAUP/Tonsillektomie auf!"

Können Sie mir bitte Info-Quellen dazu nennen, damit ich erfahre was genauer da in meinem Hals stattfindet und wie lange ich mich damit quälen muss ...
 
PlumBum  sagt am 20.05.2017
Ergänzend zur vorgenommenen UPPP:
auch meine Mandeln (die ich noch hatte) wurden entfernt.
Am Tag nach der OP musste ich plötzlich kräftig niesen, danach hatte ich das Gefühl, dass mir ein 'Fleischlappen' (Naht geplatzt o.ä.) in den Hals gefallen war. Bei der später erfolgten HNO-Untersuchung konnte nichts erkannt werden, weil dort eine erhebliche Schwellung die Sicht versperrte.
Evtl. liegt dort die Ursache für meinen ominösen 'Fremdkörper'??
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 20.05.2017
Die Quelle sind meine eigenen Erfahrungen von 11 Jahren als Oberarzt einer Universitätsklinik und mittlerweile 20 Jahren in eigener Praxis und Klinik mit weit über 1000 selbst durchgeführten Gaumensegeloperationen. Das sind also meine Erfahrungen an eigenen Operationen und denen von Kollegen mit denen ich arbeitete. Seit wir keine klassische UPPP, sondern eine schonende schleimhautsparende Operationstechnik mit sog. Protraktionsnähten und ohne Muskelresektion durchführen, haben wir nur noch eine Rate von deutlich unter 1% von postoperativem Globus- oder Fremdkörpergefühl, die sich übrigens in praktisch allen Fällen im Laufe von Monaten vollständig zurückbildet.
Im anglo-amerikanischen Schriftum liegt die Quote teils deutlich höher: bitte mal "UPPP, globus sensation" googlen!
Gruß Dr. Michael Schedler
 
PlumBum  sagt am 21.05.2017
DANKE & sorry, verehrter Dr. Michael Schedler,
dass ich so hartnäckig (eher: -kehlig, haha) nachfrage:
Die unter Ihrer Such-Empfehlung gefundenen Infos zu
"Globus sensation" (88 Patienten ...) u.a. sind für mich zu verwirrend.
Nun: Wenn Sie so viele gaumenplastische OP-Erfahrungen haben, dann war doch sicherlich auch schon mal eine 'Reklamation' mit Fremdkörpergefühl zur Untersuchung bei Ihnen. Gab es denn bei niemandem einen sichtbaren Befund (= eine 'stoffliche' Störung) oder konnte immer nur das Phantom-Missempfinden also das sog. Glosbussyndrom mit der 'Therapie Abwarten' diagnostiert werden?

Das Globussyndrom finde ich mit den Symptomen:
Kloß im Hals, Schluckzwang, Schluckschmerzen, Atemnot, Angst etc. - all dies ist i.m.Fall nicht zu spüren.
Bei mir fühlt es sich an, wie ein mal links, mal rechts kratzender 1-2 cm langer kräftiger Faden (Gewebefetzen?) etwa in der Kehl-Gegend, wo mir auch mal ne Fischgräte stecken blieb.
Nach inzwischen 3 Monaten wird das Ende des Fremdkörpers etwas weicher (?ausgefranzt),ist aber nicht minder 'aktiv'.
Ich verweise auch noch auf meinen Niesanfall (s.o.).
Evtl. haben Sie ja dazu noch ne Idee: was könnte da passiert sein.

Herzlichen Dank für 2 Antwort-Komplexe.
Evtl. hilft's auch anderen ...
Gruß, L.Schneider
 
PlumBum  sagt am 04.06.2017
Juni 2017:
Eine Nasopharyngoskopie hat stattgefunden: keine Auffälligkeiten zu sehen (sagt der Arzt).
Ich sehe auf dem Bild ebenfalls nichts, bin aber auch – wie wohl unter Nicht-HNO-Ärzten üblich – kaum vertraut mit dem Anblick m/eines Rachens ;-)
Der UntersuchungsArzt (nicht der Operateur) hat nur Schulterzucken mit dem Tipp: Abwarten und 'Nicht-Hindenken'. Denn das Missempfinden, so wird mir erklärt, könnte man als eine Art von Nerven-Weckung erklären – etwas so, wie manche erst merken, dass sie ein Knie haben, wenn es weh tut.

Somit ein kleiner ‚Trost’: nicht in meinem Hirn ist eine neurologische Fehlfunktion, sondern eben diesmal an einer OP-Narbe bzw. überhaupt im Rachen.

KEIN Trost ist, dass niemand (?) mir Erfahrungen von anderen anbieten kann (bedauerlicherweise auch -wie man sieht- Dr. Schedler nicht) und somit ist die Zukunft mit diesem Fremdkörpergefühl in Zeit und Dimension ungewiss!

Fazit 4 Mon. nach OP: ob ich noch schnarche oder Atemaussetzer habe, weiß ich nicht (interessiert/e in der Charitè auch niemanden),aber durch Husten/Fremdkörpergefühl sind die Schlafstörungen heftiger als vorher.

Kapitulation manchmal
Resignation niemals
Optimismus kaum noch
Zuversicht immer … seltener

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