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Pochende Schmerzen und Belastungsschmerzen im linken Daumenendgelenk/Gelenkkapsel

6 Beiträge - 108 Aufrufe
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Frighter  fragt am 16.03.2017
Hallo,

vor ca. drei Jahren habe ich mir auch einer Baustelle eine Verletzung am linken Daumenendgelenk bzw. der dazugehörigen Kapsel zugezogen. Ein Balken fiel mir auf den ausgestreckten Daumen und hat ihn dabei wohl nach hinten überdehnt, sodass die Kraft auf Gelenk und Kapsel wirkte, wodurch die Verletzung mit starker Schwellung entstand. Ein Kapselriss wurde durch das Röntgen zwei Tage später im Krankenhaus ausgeschlossen.
Rein äußerlich ist davon erst mal zurück geblieben, dass der Daumen sich nicht mehr ganz durchstrecken lässt, d.h. er ist immer leicht gewölbt auch wenn ich ihn ganz durchstrecken möchte. Was für mich aber wichtig ist, ist, dass ich seitdem immer wieder pochende Schmerzen in Gelenk/Kapsel habe und insbesondere auch bei leicht erhöhter Belastung (u.U. auch beim Öffnen einer Orange, Tragen von schwereren Gegenständen bei denen der Daumen durchgestreckt werden muss) Schmerzen habe. Das Schmerzzentrum liegt etwa vertikal mittig in Daumenendgelenk/-kapsel und horizontal etwas nach rechts außen verschoben (kurz gesagt: mittig, etwas nach rechts verschoben).
Vor wenigen Monaten wurde daher durch meinen Chirurgen, den ich für sehr kompetent halte, ein MRT durchgeführt. Leider konnte weder der Radiologe, noch der Chirurg etwas gravierendes auf den Bildern erkennen. Derzeit trage ich am betroffenen Daumen eine Art Stoffschiene mit Einschnitt um das Gelenk frei zu halten (Bild hänge ich an). Seltsamerweise macht diese das Gelenk nach dem Tragen optisch dicker, hilft mir aber gegen den Schmerz.
Nach allem würde ich gerne noch mindestens eine weitere Meinung eines Experten einbeziehen. Wäre ein Experte hier bereit mir eine Email-Adresse zu geben, sich die MRT Bilder vertraulich anzusehen und mir die Meinung dazu zu sagen bzw. auch was die Schmerzursache sein könnte und ob noch ein anderes aufklärendes Diagnoseverfahren geben könnte?

Bild vom Daumen mit Stütze:
https://img5.[Link anzeigen]
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 19.03.2017
Hallo Frighter,

die Bilder kann ich mir gerne ansehen-meine mailadresse ist im Profil hinterlegt und auch zu finden, wenn man mich googelt.

Allerdings wird man nicht sehr viel sehen können, wenn nicht schon sehr große Veränderungen da sind. Das MRT hat einfach nicht die selbe Auflösung wie ein Röntgenbild oder eine Fotografie.

Allerdings spricht die Vorgeschichte für einen Knorpelschaden im Gelenk, so ärgerlich das ist.
Therapeutische Konsequenzen hätte dies nur, wenn Sie selber sagen, daß es Ihnen so die Laune verhagelt oder Sie nicht mehr zurechtkommen-dann kann man entweder über eine Denervierung (Verödung der Schmerzfasern) oder (als allerletzte Option !) auch über eine Fusion des Endgelenkes nachdenken.

Ansonsten bleibt eine Arthrose (und nichts anderes ist ein Knorpelschaden) zunächst immer eine Domäne der konservativen Therapie-Orthese bzw. Siliconhülse, Schmerzmittel, Wärme oder Kälte, Krankengymnastik als Anleitung für eigene Übungen usw.

Grüße und gute Besserung, TR
 
Frighter  sagt am 19.03.2017
Hallo Herr Dr. Radebold,

erst einmal möchte ich mich für ihre Hilfe bedanken. Ihre Annahme es handle sich wahrscheinlich um einen Knorpelschaden scheint mir jetzt sehr schlüssig. Ich werde Ihnen die MRT Bilder und die Röntgenbilder (die Röntgenbilder sind von 2014 und zwei Tage nach dem Unfall) per Email zukommen lassen. Des Weiteren werde ich mit meinem Orthopäden/Chirurgen einen Termin für neue Röntgenaufnahmen vereinbaren. Die Schmerzen gehen mir nämlich mittlerweile einfach zu weit, d.h. ich habe u.a. wirklich jeden Morgen Schmerzen im Gelenk und in Ruhe habe ich auch immer leichte Schmerzen, was ich im ersten Beitrag vergessen hatte zu erwähnen. Einige Fragen hätte ich noch:

1. Mein Chirurg hat mir leider zwei mal ein kortikoidhaltiges Präparat gespritzt, was auf folgender Webseite als schädlich bei Knorpelschäden eingestuft wird:
[Link anzeigen]
Sind diese Präparate sehr schädlich für den Knorpel oder nur minimal? Ich frage, weil ich den dadurch verursachten Schaden in etwa einschätzen können möchte.

2. In oben genanntem Link wird auch von einer Versteifung des Endgelenks in Beugestellung gesprochen (bei 5°-10°). Werden damit Finger/Gelenk wieder ohne Schmerzen belastbar?

3. Was halten Sie von einer Knorpelimplantation wie es u.a. auf folgender Webseite beschrieben/beworben wird?
[Link anzeigen]

Beste Grüße
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 19.03.2017
Danke für die Bilder-hier sieht man tatsächlich nur sehr diskreten Verschleiss-was aber nicht heißt, daß dies nicht die Ursache sein kann. Die Symptomatik spricht sehr dafür.

Zu 1. Kortison dämpft die Entzündungsreaktion des Körpers und verhindert gleichzeitig, daß Sie die richtige Rückmeldung bezüglich einer Überlastung bekommen. Gut ist es für den Knorpel nicht, und mit mehreren Spritzen kumuliert das Risiko einer Infektion durch die Injektion.
Ein paar Mal ist wahrscheinlich ok-dauerhaft ist es sicher nichts.

Zu 2. Ja, wobei man das nächste Gelenk zwangsweise mehr belastet und hier auch eine sog. Anschlussegmentarthrose folgen kann. (Aber nicht muss)

Zu 3. Klappt meines Wissens nicht bei den kleinen Gelenken. Knie und Sprunggelenk geht, Hüfte und Schulter wahrscheinlich auch, aber zu den kleineren Gelenken kenne ich keine Studie, die die Wirksamkeit belegen würde.

Grüße, TR
 
Frighter  sagt am 19.03.2017
Vielen Dank nochmals für die Unterstützung und die hilfreichen Infos. Noch eine letzte Frage hätte ich:

Könnten die Schmerzen und die Tatsache, dass der Daumen nicht mehr durchstreckbar sind mit einer Vernarbung zusammen hängen oder müsste man dies auf den Bildern sehen? Eine Knorpelschädigung allein dürfte für die "Fehlstellung" doch nicht verantwortlich sein oder übersehe ich etwas?

Schönen Abend.
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 20.03.2017
Stimmt. Entweder war damals die Strecksehne gerissen oder gequetscht und ist jetzt vernarbt oder verlängert ausgeheilt.

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