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Dislozierte Radiusfraktur - nach OP Handgelenk total unbeweglich

15 Beiträge - 7576 Aufrufe
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Blondie  fragt am 16.08.2010
Hallo zusammen,
ich wurde am 07.07. mit ner Platte und 5 Schrauben (nachdem ich mir das gebeugte Handgelenk/Speiche gebrochen habe durch einen Sturz vom Motorrad) operiert. Mein Handrücken und das Handgelenk sind immer noch geschwollen und ich kann mein Handgelenk nicht nach hinten beugen (also nicht Richtung Unterarmoberseite). Das ist wie eine Sperre und fühlt sich an, als würde die Platte "rausspringen" wollen. Nach unten beugen geht ein bisserl. Ich habe auch immer noch Schmerzen, überwiegend am Handrücken, fühlt sich an als ob dort die Sehnen weh täten, und an der Bruchstelle. Woran kann es liegen, daß ich das Gelenk nicht nach hinten abknicken kann?

Lieben Dank für eure Antworten...

Blondie

 
Jenny73  sagt am 03.09.2010
Hallo,
ich wurde auch am 7.07 operiert, dislozierte Radiusfraktur mit Platte an der Unterseite und 7 Schrauben. Bin auch verwundert und besorgt, da bei mir auch noch alles geschwollen ist und ich die Hand sehr wenig bewegen kann. Nach oben gehts besser als nach unten, nach links und rechts auch nur minimal.
Kann Dir auch nicht weiterhelfen nur in soweit, daß Du damit nicht alleine bist :-)

Bin aber gespannt auf Antworten, die uns beiden mehr helfen.

Liebe Grüße,
Jenny
 
sasu  sagt am 19.02.2012
Hallo zusammen,
ich hatte letzten Sonntag einen Autounfall und habe mir u.a. eine dislozierte Radiusfraktur zugezogen. Die Ärtze wollen mir eine auch eine solche Platte einsetzten. Ich zögere aber noch und das glaube ich auch nicht unbegründet.
Wer hat noch Erfahrungen mit einem solchen Bruch - mit und ohne OP ?

Grüße Sasu
 
Simba07  sagt am 03.03.2012
Also ich wurde am 11.01. operiert, zugezogen habe ich mir die dislozierte Radiusfraktur am 05.01. Habe ebenfalls eine Platte mir mehreren Schrauben eingesetzt bekommen. Bewegung zur Seite und Drehung klappt ziemlich gut, nach oben und unten jedoch kaum; tut ab bestimmtem Winkel auch sehr weh. Bin ebenfalls etwas besorgt, da Physiotherapeuten sowie Ärzte leicht geschockt/irritiert reagieren sobald sie die die immer noch große Einschränkung in der Bewegung sehen.
Gruß
 
elachen  sagt am 01.08.2012
Hallo, ich hatte am 14.01.2012 eine Radiusfraktur, sehr kompliziert (mehrere Trümmerfragmente)und dazu noch die Bänder gerissen.Die erste OP war am 23.01, die zweite am 27.01. und dann noch eine am 03.02. Irgendwie sagten mir die behandelnden Ärzte im Klinikum das kein Halt rein zu bekommen wäre.War gestern bei einem anderen Chirurgen weil ich starke Bewegungseinschränkungen habe. Und Schmerzen sowieso trotz sehr starker Medikamente (unter anderem auch Opiate) Die Schmerzen halte ich jetzt schon seit Januar aus, irgendwie gehts ja immer.Jetzt sagte mir der Artzt den ich um eine zweite Meinung bat, das mein komplettes Hangelenk im A... wäre.Die Platte ist zu gross,sitzt nicht und der Knochen ist durch den falschen Sitz der Platte stark mitgenommen. Es steht jetzt die vierte OP an, das Handgelenk wird versteift, Mond- und Kahnbein werden entfernt und dann hoffe ich wieder ein wenig Lebensqualität zurück zu bekommen, auch mit steifen Handgelenk aber dann hoffentlich ohne diese zehrenden Schmerzen.
 
Jutta2  sagt am 03.06.2013
Ich bin ein wenig geschockt, da ich meine Probleme hier wiederfinde. Bin nun seit 9 Wochen zu Hause und kann kaum einen Fortschritt bei der Heilung erkennen. Ich denke, dass es nach der Entfernung der Platte wesentlich besser geht. Bitte um Erfahrungsberichte.
Danke
 
jule3  sagt am 16.06.2013
Hatte im Mai 2009 eine Radiusfraktur der re Hand. Nach einsetzen der Platte 4 Tage später entlassen, ohne Gips aber mit viel Schmerzen. Diese blieben auch noch einige Wochen lang, habe mir aber dann von einem anderen Orthopäden eine MRT verordnen lassen. Dadurch kam dann raus, dass auch einige Bänder zwischen Mond- u Kahnbein gerissen waren. Daher die Schmerzen. Ein sehr guter Handchirug hat dann im Jan. 2010, nach unzähligen KG und Schmerzmitteln, eine Bandrekonstruktion vorgenommen. Auch gut verlaufen und war relativ schmerzlos. Leider hat sich dann ein Draht durch meine Mittelhand gebohrt und eine schwere Sepsis ausgelöst. -Es mußte also die komplette Bandrekonstrution wieder em Feb. 2010 entfernt werden. Mein Handchirug teilte mir darauf mit, daß meine Hand im A..., bzw. nicht zu heilen wäre. Habe seitdem ein schmerzhaftes kaum bewegliches Handgelenk. Im Jan. 2013 wurde nun das 2009 eingesetzte Material entfernt, in der Hoffnung, daß nun die Schmerzen etwas geringer werden. Große Hoffnung hatte weder der Chirug noch ich. In Aussicht gestellt wurde jetzt nur noch eine komplette Handgelenksversteifung, da durch die Jahre bereits auch eine ziemliche Arthrose von meiner Hand Besitz genommen hatte. Diese Op will ich mir jetzt nochmal gut überlegen. Alternativen habe ich jedoch keine- oder doch: entweder halbsteifes Handgelenk mit Schmerzen oder steifes Handgelenk -vielleicht ohne Schmerzen.
Wie schön, daß man immer die Wahl hat:-(
Dies wäre nun mein Erfahrungsbericht nach einem harmlosen Sturz auf mein Handgelenk 2009.
Gruß
 
nicci1983  sagt am 19.03.2015
Hallo, ich habe seid 2012 die Handgelenks athrodese, es ist voll versteift, nach unzähligen Operationen (ulna minus Variante). Es hieß ich könne da nach ohne Einschränkungen und vor allem schmerzfrei Leben.
Leider stimmte diese Aussage nicht, ich musste Dinge neu lernen und schmerzen sind mehr als vorher und von arbeiten kann keine Rede sein, habe es immer wieder versucht, aber es klappt nicht...

Ich würde niemanden raten es steif legen zu lassen, wenn mich jemand nach meiner ehrlichen Meinung fragen würde


Liebe grüsse
Nicci
 
lamlmp  sagt am 02.04.2015
hallo blondie,

da ich zur zeit ungefähr die selben probleme mit der bweglichkeit
meines handgelenks habe, möchte ich mal nachfragen ob sich das bei ihnen doch noch nach einiger zeit gebessert hat.

lg lamlmp
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 02.04.2015
Vielleicht noch mal ein paar ergänzende Anmerkungen von mir zum Thema, da der eine oder andere Leser jetzt vielleicht den Eindruck gewinnt, dass Brüche der körperfernen Speiche immer in der Katastrophe enden:

Tatsächlich werden Trümmerbrüche der Gelenkfläche nie wieder wie vorher, mit einem guten OP-Ergebnis jedoch oft erträglich schmerzarm und mit im Alltag nicht zu stark einschränkenden Bewegungsausmaßen. Wenn sich durch den Bruch tatsächlich eine schmerzhafte Arthrose im Gelenk zwischen Speiche und Handwurzel ausbildet, gibt es immer noch mehrere andere Möglichkeiten, bevor man eine komplette Versteifung des Handgelenkes erwägen sollte. Gute Linderung kann oft schon eine Denervierung, also eine Verödung der Schmerzfasern des Handgelenkes bewirken. Wenn dies nicht reicht, kann eine Verbindung von Speiche, Mondbein und Kahnbein einen Teil der Beweglichkeit erhalten, während die schmerzhafte Wackelbeweglichkeit im zerstörten Gelenk weg ist-und damit auch ein Großteil der Schmerzen.
Anders sieht es aus, wenn das Umwendgelenk zwischen Elle und Speiche durch den Bruch mit betroffen ist und eine Arthrose entwickelt-dann müssen andere Operationen helfen. Aber auch hier gibt es immer noch Möglichkeiten, die Beschwerden zumindest nachhaltig zu lindern.
So lange noch keine Arthrose vorhanden ist und ein Bruch "nur" in Fehlstellung verheilt ist, lohnt es sich eigentlich immer, die Fehlstellung zu korrigieren.

Wie gesagt, ich bin kein Betroffener im eigentlichen Sinne, muss jedoch sehr viele Probleme nach (leider schlecht) voroperierten Speichenbrüchen lösen. Leider schienen viele meiner Kollegen die Möglichkeiten nicht zu kennen, die es noch gibt-jedenfalls höre ich von vielen meiner Patienten, ihre Ärzte hätten gesagt, man könne "eh nichts mehr machen". Oft geht jedoch doch noch viel mehr als man denkt.

Allseits frohes Osterfest aus der Handchirurgie der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau,
Ihr Tobias Radebold
 
Rosebud  sagt am 14.04.2015
Lieber Herr Radebold,
Ich danke Ihnen sehr für Ihren Beitrag. Ich lese jetzt seit Tagen Erfahrungsberichte zu OP Ergebnissen nach Radiusfrakturen und habe nur Negatives gefunden, was mich sehr beunruhigt hat.

Ich wurde am 20.3. operiert. Eine Titanplatte und zwei Kirschner Drähte wurden eingesetzt. Seit gestern trage ich keine Gipsschiene mehr und seit gestern sind Hand und Gelenk immer dicker und immer steifer geworden. Ich bin Sekretärin und meine Chefin fragt schon seit Tagen, wann ich denn endlich wieder einsatzbereit bin. Ich kann die Hand aber weder drehen noch nach oben oder unten anwinkeln. Allmählich mache ich mir Sorgen, ob das wieder was wird.

LG Rosebud
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 15.04.2015
hallo Rosebud,

könnten Sie mir zwei Röntgenbilder von dem Ergebnis per mail zukommen lassen?
Dann kann ich Ihnen mehr dazu erklären, und wir schauen, woran es liegt.
Theoretisch kann alles in Ordnung sein und sich deutlich bessern, klingt aber so, als ob irgendwas mechanisch irritieren würde-deswegen ein Röntgenbild des Gelenkes nach OP in zwei Ebenen.
Grüsse, TR
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 16.04.2015
Hallo Rosebud,
danke für Ihre Röntgenbilder. Soweit sieht alles ganz gut aus; die Lage der eingebrachten Platte ist jedoch etwas zu weit Daumenseitig, was im Moment nicht ganz so wichtig ist, aber langfristig eher Probleme machen kann-ich würde die Platte so nach einem halben Jahr bis einem Jahr entfernen lassen, da es sonst Probleme mit der Beugesehne des Daumens geben kann.

Die Gelenkfläche steht jedoch gut, auch das Gelenk zur Elle hin sieht soweit gut aus.

Wenn die Hand jedoch massiv anschwillt und eher rot-bläulich verfärbt und eher auch im Handbereich wehtut, sollten Sie sich noch mal kurzfristig bei einem Facharzt vorstellen, damit man ein sog. CRPS (Algodystrophie, M. Sudeck) ausschliessen kann.

Wenn das nicht sein sollte-Geduld, versuchen langsam die Beweglichkeit besser zu kriegen, aber schonend. Geben Sie mal Rückmeldung, wie es weitergeht.

Ich biete allen Forenpatienten immer an, im Zweifelsfall auch mal zu uns nach Hessisch Lichtenau zu kommen, wenn Sie sorgen haben.
 
Rosebud  sagt am 16.04.2015
Hallo Herr Radebold,

Ich bin wirklich überrascht und auch beeindruckt von Ihrer Bereitschaft, sich die Arbeit zu machen, Befunde und Röntgenbilder fremder Menschen zu beurteilen. Ich hätte so etwas im Netz nie erwartet. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür.

LG Rosebud
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 18.04.2015
Hallo Rosebud,
Leider ist die Medizin heute so ätzend geworden, dass kaum noch Zeit bleibt, die Patienten halbwegs gut zu betreuen. Dadurch gehen wahrscheinlich mehr Dinge schief oder brauchen länger, um wieder gut zu werden-und nicht immer liegt es daran, dass wir Ärzte schlecht behandeln wollen würden. Deswegen halte ich diese, zugegebenermaßen sehr eingeschränkte Möglichkeit der Beratung für einen minimalen Ausgleich für dieses bescheidene MedizinSystem. Gerne wieder.
TR

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Beruf nach Kapandji-OP
19.04.2015