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Grüner Star und Augen Migräne

4 Beiträge - 408 Aufrufe
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Lincoln  fragt am 17.08.2013
Hallo,

bei meiner Mutter (63) wurde vor einiger Zeit Grüner Star festgestellt. Sie bekommt Tropfen, die sie ihrer Meinung nach nicht verträgt, da ihre Augen nach dem Tropfen rot unterlaufen sind. Ich schätze mal, dass das eine Nebenwirkung der Tropfen, aber nicht weiter schlimm ist. Hinzu kommt, dass meine Mutter Augen Migräne hat. Dazu gehören Blitze in den Augen, starke Kopfschmerzen und Sprachaussetzer. Ihre Ärztin, so finde ich, kümmert sich wenig um meine Mutter und klärt sie auch nicht über weitere Behandlungsmethoden (Laser) auf, ausser dass sie in 10-12 Jahren erblinden wird und sie sich damit abfinden soll. Das ist doch keine kompetente Aussage eines Arztes oder?? Jetzt habe ich gelesen, dass Schöllkraut unter Umständen helfen kann. Nur waren die Aussagen in diversen Foren sehr unterschiedlich und ich hatte den Eindruck, dass viele Grünen mit Grauen Star verwechseln. Hat da jemand vielleicht eine Meinung dazu oder ähnliche Erfahrungen gemacht? Für eine Antwort bin ich sehr dankbar
Portrait Dr. med. Tobias Neuhann, AaM Augenklinik am Marienplatz, Augenärzte an der Oper, Dr Tobias Neuhann & Kollegen MVZ München, München, Augenarzt
Dr. Neuhann  sagt am 17.08.2013
Hallo Lincoln,
ich darf Ihre Fragen ein bisschen sortieren: die gerötete Bindehaut nach Einträufeln der Tropfen spricht für eine Nebenwirkung. Einfach mal im Beipackzettel nachlesen, ob das erwähnt wird. Wenn ja, mit der Augenärztin besprechen, es gibt Alternativen. Nur muss Ihre Mutter das auch der Ärztin sagen. Blitze in den Augen sind üblicherweise Veränderungen des Glaskörpers im Auge. Auch hier sollte Ihre Mutter das der Ärztin sagen, diese weiß dann sofort was zu tun ist. Kopfschmerzen und Sprachstörungen finden ihre Ursache nicht in Veränderungen der Augen, hier ist der Neurologe gefragt. Bitte mit ihrer Ärztin besprechen. Sie kann nicht helfend eingreifen, wenn dies nicht angesprochen wird. Und nun zu der letzten Frage das Schöllkraut betreffend: das Schöllkraut stammt aus der Familie der Mohngewächse und enthält zahlreiche Alkaloide. Es hilft definitiv gegen spezielle Schmerzen aber weder in der Naturheilkunde noch in der chinesischen Medizin gegen Grünen Star. Es gibt bis heute keine zuverlässiges naturheilkundliches Mittel gegen grünen Star. Der Wirkstoff Pilokarpin aus dem Rutakraut gewonnen, hilft einige Zeit, verursacht aber auch erhebliche Nebenwirkungen.
 
Lincoln  sagt am 17.08.2013
Guten Abend Herr Dr. Neuhann,

herzlichen Dank für Ihre Antwort. Als meine Mutter mit den Tropfen begonnen hatte und die Augen so gerötet waren, ist sie sofort zu ihrer Ärztin gegangen. Diese sagte, das sei normal und sie solle weitermachen. Ein anderes Präparat gab es nicht. Was die Augenmigräne betrifft, die eben mit Blitzen in den Augen, auch vermehrter Tränenflüssigkeit, Kopfschmerzen und Sprachaussetzern einhergeht, wurde mit der Ärztin besprochen, jedoch weiterhin nichts unternommen. Das sei für Augenmigräne normal, war die lapidare Antwort. Kann man denn überhaupt so eine Aussage denn treffen, sie werde in 10 Jahren erblinden? Sollte man nicht über Lasern nachdenken, bevor man den Patienten dermaßen verunsichert? Schade, dass Schöllkraut nichts bewirkt oder gar hilft...
Vielen Dank noch einmal und einen schönen Abend.
Portrait Dr. med. Tobias Neuhann, AaM Augenklinik am Marienplatz, Augenärzte an der Oper, Dr Tobias Neuhann & Kollegen MVZ München, München, Augenarzt
Dr. Neuhann  sagt am 18.08.2013
Zu der Augenrötung ist zu sagen, dass es manchmal nur anfangs zu diesen Problemen kommt, und dann langsam weggeht. wahrscheinlich ist die drucksenkende Wirkung der Augentropfen so gut, dass die Ärztin hofft, dass die Nebenwirkung wieder verschwindet. Wenn dies, wie bei ihrer Mutter anscheinend nicht ist, denk ich, kann man Alternativen versuchen. Es ist halt immer der Dialog zwischen Patienten und Arzt wichtig. Das betrifft auch den Komplex, den sie als Migräne beschreiben. Ihre Mutter muss schon sagen, daß sich nichts ändert oder dass es schlimmer wird. Die Aussage, ihre Mutter kann in 10 Jahren erblinden, wird gelegentlich verwendet, um dem Patienten den Ernst der Erkrankung zu beschreiben. Jeder Arzt hat hier unterschiedliche Erfahrung wie er den Ernst der Erkrankung beschreibt. Das Glaukom oder der grüne Star ist eine wirklich heimtückische Erkrankung:denn es tut nichts weh, man merkt nicht, dass das Sehen schlechter wird, weil dies sehr langsam geht und wenn man selbst dann eine Verschlechterung bemerkt, ist es zu spät dies wieder zu korrigieren. Es gibt wegen dieser Symtomlosigkeit eine gewisse Anzahl von Patienten, welche die verordneten Tropfen nur unregelmäßig anwenden - eben auch wegen der bekannten Nebenwirkungen - und das führt dann eben zur erheblichen Verschlechterung. Ihre Mutter kann ja bei der nächsten Kontrolle, die Probleme, die sie schildern einfach ansprechen.

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