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Offene Wundheilung einer Steißbeinfistel - Pilonidalsinus

129 Beiträge - 132964 Aufrufe
 
Jo123  sagt am 17.02.2012
Hallo zusammen, auch ich hatte das zweifelhafte Vergnügen einer Steißbeinfistel, wurde vor 14 Tagen operiert. Nach 3 tagen wurde ich entlassen und bin jeden 2. Tag ins Krankenhaus zur Kontrolle und zm Verbandswechsel. Die Ärzte tamponieren die Wunde (ca 10x4x4 cm) mit Kompressen und befeuchten diese mit Octenisept. Das Wechseln verursacht seit einer Woche schon gar keine Schmerzen mehr, nichts klebt an, soweit so gut. Nun ist mir heute als ich auf Toilette war anscheinend die Kompresse aus der Wunde gefallen, nun meine Frage: Ich soll eigentlich erst morgen wieder ins KH zum wechseln, ist das ein Problem wenn bis morgen Mittag keine Kompresse in der Wunde ist? Zuhailen kann sie so schnell ja eigentlich nicht, oder? Mein Vater und mein Bruder hatten beide das gleiche, und bei beiden verlief die Heilung bei gleicher Versorgung recht flott, ca 5 Wochen, bei einer änlich großen Wunde. Ich würde bei so lange anhaltenden Schmerzen evtl doch nochmal den Arzt wechseln, oder evtl mal einfach Kompressen mit Octenisept vorschlagen. Die ersten 8 Tage nach der OP waren zwar Schmerzen da, aber ich brauchte keine Schmerzmittel, nicht einmal direkt nach der OP, lediglich auf dem Rücken liegen konnte ich nicht, geht auch jetzt noch nicht richtig, aber damit kann man sich ja irgendwie arrangieren ;)
 
Jo123  sagt am 17.02.2012
und an big-star: Ich bin auch noch in der Ausbildung (Verkäufer),nur ging es nunmal nicht anders, man sollte nicht riskieren das es einen am Ende noch länger belastet und evtl wieder sich entzündet o.ä., ist meine Meinung. Da ich in meinem Beruf sehr viel sitze, bzw Gefahr laufe von Kunden nen EInkaufswagen ins Kreuz gerammt zu bekommen ;) werde ich erst dann wieder arbeiten gehen wenn das ganze verheilt ist. Starkes Schwitzen, und langer Druck (zB beim sitzen) wirkt im übrigen förderlich auf die Entwicklung einer Steißbeinfistel, wenn die Veranlagung da ist, Daher denke ich ist es bei einem entsprechenden Tätigkeitsfeld durchaus wichtig die Geschichte möglichst frühzeitig behandeln zu lassen. Um deinen Ausbildungsplatz musst du dir eigentlich keine Sorgen machen, ich hab zB mit meinem Chef ganz offen drüber geredet, wobei raus kam das er das auch schon einmal hatte, worauf hin er sehr verständnisvoll war, zumal du wegen einer Krankheit eh nicht gekündigt werden kannst, aber man sollte es wenn möglich seinem ARbeitgeber möglichst frühzeitig mitteilen, das vermeidet meistens den gröbsten Ärger =)
 
Mentos  sagt am 02.04.2012
Moin moin,
mir wurde vor vier Tagen die Steißbeinfistel entfernt. Da ich die Wunde bisher nur auf einem Foto gesehen habe kann ich garnicht Abschätzen wie groß sie ist aber toll sieht es nicht gerade aus. Meine Ärztin hat gesagt das ich jetzt jeden Tag zum Verbandswechsel muss, später dann alle zwei Tage. Im Krankenhaus wurde ich jedoch sogar gefragt ob ich weiss wie das mit dem Verbandswechsel machen will. Ob beim Arzt oder zu Hause.
Meine Frage ist ob es wirklich notwendig ist täglich den Verband beim Artzt wechseln zu lassen oder ob ich das nicht auch von Angehörigen oder sogar selbst machen kann?
 
julii  sagt am 03.04.2012
moin mentos...

notwendig ist es auf jedenfall, da sehr viel wundsekret laufen wird. allerdings durfte ich es nach 1 woche zu hause machen alleine. tamponage rein und pflaster drauf, war nicht immer einfach aber war halt da nur noch 1x die woche, meisst mittwoch beim arzt zum nachschauen und gleichzeitig wechseln. kontrolle sollte schon 1 mal sein, sag deinem arzt einfach dass du nicht jeden tag (falls du fahren musst) die strecke auf dich nehmen kannst. wird bei jedem tag teuer :) wie gesagt ich hab nachgefragt und durfte es alleine machen und meine wunde war riesig !

lg und gute besserung
 
ACLK5  sagt am 06.04.2012
Hallo zusammen. Ich habe eine Frage: mein Mann ist vor 3 Tagen an einer Steißbeinfistel operiert worden. Wir hatten die Wahl zwischen offener und vernähter Wundheilung. Wir haben uns für die offene Wundheilung endschlossen, da angeblich die Gegahr einer Endzündung der Wunde und die Rückfallquote geringer ist.Aber jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Die Schwestern erklärten uns das mein Mann die Wunde 1x am Tag unter der Dusche ausduschen soll, eine Binde soll als Stoßschutz vorgelegt werden und das sei es dann auch gewesen.Keine Tamponage oder Flastervorlage. Ich habe jetzt Angst, das die Wunde falsch zuwächst und sich Löcher bilden, ausserdem Frage ich mich ob unsere Endscheidung mit der offenen Wundheilung die richtige war.Hier lese ich immer das die Wunden Tamponiert werden, damit die wirklich von unten nach oben zuwachsen. Bitte gebt mir einen Ratschlag. Vielen Dank und Euch gute Besserung.
 
Ralle1980  sagt am 18.04.2012
@ACLK5

Hallo,
Mir wurde ebenfalls gestern eine Steissbeinfistel in krankenhaus heraus operiert wurden. Die Ärzte haben mir gar keine andere Alternative als die offene Wundheilung gegeben. Ich mache mir aber gerade sorgen, weil mein Arzt mir das selbe gesagt hat wir euch. 3* täglich Wunde ausduschen und anschließend nur ne Binde vorlegen. Habe jetzt natürlich schiss, dass die Wunde falsch zuwächst. War mir eigentlich sicher, dass meine Wunde mit tamponagen USW verbunden wird. Naja gehe morgen zum ersten mal zu meinem Hausarzt. Mal schauen was er sagt.
Vielen dank und gute Besserung!
 
mrviggo  sagt am 09.05.2012
Hallo zusammen
Heute am 7.5. wurde ich nach einer Pilonidalsinus Exzision entlassen.Die Wundbehandlung im Krankenhaus wurde mit ausgiebig ausspülen und Urgotül und Braunovidionsalbe behandelt.Man gab mir auch für zu Hause ausreichend dieser Verbandsmaterialien mit.Ich zitiere den vorzeitigen Arztbericht: wir empfehlen regelmäßige Wundkontrollen und Verbandswechsel mit z.B. Braunovidonsalbe und Gaze sowie regelmäßige hautfachärztliche Kontrollen.
Die Exzision wurde am 3.5. stationär durchgeführt.Ich wurde heute am 7.5. entlassen.
Am Nachmittag begab ich mich zu meinem Chirurgen meines Vertrauens,bei ich schon über Jahre hinaus meine Bandscheibensache ect. behandeln lies.
Er schaute sich die Wunde an und ich zeigte ihm sämtliche Verbandsmaterialien.Er meinte,das man sich die Gaze sowie auch die Braunovidon ersparen könnte.Wichtig wäre die dreimal tägliche,ausgiebige Ausspülung oberhalb des Lendenwirbels (keinesfalls direkt in die Wunde).Die Wundversorgung (sehr blass,keine Blutung mehr,keine Entzündung) würde vollkommen ausreichen.Mit der Salbe und der Gaze und den Tupfern würde man einen viel zu großen Aufwand bewerkstelligen,eine Wundabdeckung mit sterilen Tupfern wäre ausreichend,die Spülung nach dem Stuhlgang auf jeden Fall.
Nun bin ich total verunsichert,ob das ausgiebige Ausspülen wirklich ausreicht.
Kann mir jemand sagen,was nun besser ist,die Empfehlung des Krankenhauses oder die Erfahrung des Chirurgen (ist fast 40 Jahre im Beruf) ? Meine Frau meinte,,der Chirurg könnte recht haben,es könnte eine Wundbehandlung mit dem ganzen Pramporium auch zu einer Wildwucherung des Heilfleisches führen.
Ich weis zwar,das die Ärzte nicht immer einer Meinung sind,aber ich will nix falsch machen,eine Entzündung möcht schon gar da rein haben.Ich hatte bis gestern Heparin Spritzen bekommen,brauch ich die noch ?
Wäre um jede Antwort dankbar,bevor mir evt. die Materialien ausgehen.
Mit freundlichem Gruß Mrviggo
 
Domern89  sagt am 02.07.2012
Hallo zusammen,

ich wurde am 11. Juni mit der Diagnose Pilonidalsinus operiert. War zwei Wochen vorher im Urlaub und habe anfangs zuerst beim Sitzen Schmerzen gehabt. Zum Ende der Woche hin (8. Juni ca.) konnte ich kaum noch sitzen geschweige denn auf dem Rücken liegen. Musste mir dann einen Arzt kommen lassen, weil ich so unmöglich die Fahrt zum Flughafen und den Flug an sich aushalten konnte. Bevor der Arzt kam, hab ich nochmal schnell geduscht und ich vermute beim Bücken ist Stelle selber aufgegangen, weil der Druckschmerz fast weg war.
Der Arzt vor Ort hat einen "perianalen Abszess" diagnostiziert und mir Antibiotika, 3 Kortison(?)spritzen, sowie Jod zum desinfizieren und eine Salbe verschrieben hat. Er meinte ich könne bedenkenlos im Meer schwimmen, aber nicht in den Pool des Hotels. Aufs Baden hab ich dann aber lieber verzichtet. Die Busfahrt und den Flug nach Hause konnte ich dann einigermaßen aushalten; natürlich hab ich es beim sitzen gespürt, aber im Vergleich zu vorher war es angenehmer. Montag morgen dann schon wieder Schmerzen gehabt und es war auch schon wieder geschwollen, also mit Eiter gefüllt. Bin dann direkt mit den Belegen des Arztes aus meinem Urlaub zum Chirurgen. Er hat dann gleich gesagt, dass es kein perianaler Abszess sei, sonder ein Pilonidalsinus. Wurde dann gleich ins Krankenhaus überwiesen und gegen 17 Uhr operiert. Die Wunde ist etwa 4x3x4. Also der kleine Finger passt theoretisch rein. Gegen 23Uhr konnt ich dann auch wieder Heim, aber konnte nur auf der Rückbank im Auto liegen. Die Nacht gut durchgeschlafen, dank der Schmerzmittel, die ich intus hatte.
Die ersten 3 Tage mit Betaisadona und Kompressen daheim selber verbunden, da meine Mutter Arzthelferin ist. Sie hat sich dann bei einer Freundin, die Wundheilexpertin ist noch zusätzlich erkundigt. Die hat sofort von Betaisadona abgeraten.
Ich soll die Wunde jetzt jeden Tag ausduschen und dann mit Octanisept desinfizieren. Anstatt der Beta soll ich jetzt Octenilin Wundgel reinmachen und dann mit Sorbalgon T (Calcium-Alginat-Tamponadestreifen) ein bisschen ausfüllen. Dieses Sorbalgon wandelt sich zu einer Art Gelee um.
Beim Verbinden hab ich keine Schmerzen, aber Sitzen und Liegen ist bisher noch unmöglich. Heute sind es genau 20 Tage Post-Op.
Heute war ich bei meinem Hausarzt. Er hat sichs angeschaut und mich aber nochmal 2 Wochen krank geschrieben. Es hat sich schon ein schöner Wundrand gebildet und ganz so tief ist es auch nicht mehr.
Ich bin noch in der Ausbildung (Kaufmann) - nicht der Einzige, wie ich in den vorherigen Kommentaren lesen konnte. Ich hab gar keine Lust heute wieder auf der Arbeit anzurufen und zu sagen, dass ich nochmal 2 krank geschrieben bin. Ich war jetzt schon insgesamt 5 Wochen nicht mehr bei der Arbeit und sie waren schon am OP-Tag sehr entzückt, dass ich direkt nach meinem Urlaub gleich noch operiert werde. Leider kann man sich so einen Pilo nicht aussuchen. Und ich hab auch Bedenken, dass es sich negativ auf die Heilung auswirkt, sollte ich wieder arbeiten gehen. Ein zweites Mal möchte ich sowas nämlich nicht nochmal. Das schlechte Gefühl wegen der Arbeit bleibt trotzdem... :/
Allen Leidensgenossen eine gute und schnelle Genesung!!
MfG
 
mrviggo  sagt am 02.07.2012
Hallo Leidensgenossen
Meine OP liegt nun schon 6 Wochen hinter mir und man hatte sich auch bei mir zu einer offenen Wundheilung entschlossen.Man gab mir vom KH eine Ladung steril Kompressen 10x10 cm,unsteril 10x20 cm,große Fliesunterlagen,Braunovidon und das wichtigste,Urgotül Gaze.Und da fing das Prozedere schon an.Ich dachte,ich gehe zum einweisenden Hautarzt,weil ich brauch die Gaze zweimal am Tag.Nur der zweite Hautarzt war ein Grobian,hatte mir den oberen Wundrand aufgerissen und sagte schroff,verschrieben wird nichts,die Kassen zahlen nichts.Das lies ich nicht auf mir sitzen und stiefelte zur BKK und erzählte das.Man meinte dort bloss,ich solle mir ein grünes Rezept (Urgotül Gaze) und einen Kostenvoranschlag in der Apotheke holen.Gesagt,getan,wieder zur BKK,das verbrachte ich ne halbe Stunde,bis man mir sagte,das der Chef der BKK mit der Praxis telefoniert habe und die Gaze sehr wohl verschrieben wird,wenn sie medizinisch notwendig ist.Irgendwann "pinste" man in der Praxis rum,ich könne nur noch einmal am Tag den Gazenverband machen,weil die Rezepte das Budget sprengen würden.Dann hatte die Praxis Urlaub und ich ging zu einer Chirurgin.Die fackelte nicht lange und verschrieb mir Iruxol N.Seit diesem Zeitpunkt konnte meine Frau,die den täglichen Verband machte,fast das zuwachsen der Wunde von Tag zu Tag beobachten.
Ich kanns hier nur jedem wärmsten empfehlen,wenn eure Wunde 4 Wochen Heilung Komplikationslos überstanden habt,lasst euch unbedingt diese Iruxol N von Smith & Nephew.Das ist für die Größenordnung meiner Wunde (Radikalentfernung 20 cm im Dreieck,das is kein Scherz,die war so groß) für uns ein Wundermittel.Wichtig ist dabei,dass das jemand machen sollte,den das allerwichtigste,haben die Ärzte gesagt,ist,das die Gewebefäden vorsichtig mit einem Tupfer gelöst werden (tat bei mir nie weh),sonst besteht die Gefahr der Wildwucherung.Mittlerweile ist meine Wunde auf der Größe einer Erdnuss und ich kann wieder problemlos sitzen.
Also wenn ihr einen guten Arzt eures Vertrauens habt,besteht auf das Iruxol N.
Gruß Mrviggo
 
Serotonin99  sagt am 10.07.2012
Hallo ,
ich wurde vor ein paar Tagen auch am Steißbein operiert. Wunde ist auch ca. 2x3x1cm H/B/T . Mal abgesehen davon , dass die schmerzen viel besser geworden sind. Fühle ich mich von den Ärzten nicht gut beraten. Wie schon oft hier gelesen, soll die Wunde laut Krankenhaus 2x täglich ausgespühlt werden. In einem anderen Bericht soll 0,9% Salzlösung mit Octinisept 1:1 gemischt werden und damit die Wunde ausspülen. Bisher mache ich das nur mit dieser Salzlösung. MEINE FRAGE: Bis jetzt verbindet mit meine Frau die Wunde immer so das die Kompresse nur in der Pofalte liegt und das wird das abgeklebt. ODER legt man die Kompresse IN die Wunde ?

Danke für eure Antworten. Trotz Ibo600mg 2mal am Tag , tut zwei Tage nach der OP echt weh, das laufen nicht so , aber das hinsetzen , aufstehen auf der seite liegen , jede Bewegung, echt ätzend.

Mfg
Daniel
 
Candle181  sagt am 13.07.2012
Hallo Liebe Leidensgenossen,

ich bin ebenfalls von einem Steissbeinabszess/Fistel/cyste betroffen bzw. war es und habe vor der OP, während dem Krankenhausaufenthalt und danach ganz viel hier in diesem Forum gelesen und mich dadurch weniger allein gefühlt. Vielen Dank an alle, die so offen damit umgehen. Ihr habt mir alle viel geholfen.

Jetzt möchte ich etwas davon zurück geben und jedem Mut machen!

Kurz zu meiner Vorgeschichte:

Ich bin weiblich, 25 Jahre alt, habe kein Übergewicht, bin am Gesäss nicht behaart, bin sehr penibel was Hygiene angeht und habe dieses Ding trotzdem bekommen...

Ich hatte seit Dezember 2011 immer mal wieder Druckschmerzen am Steissbein, habe mir aber nicht viel dabei gedacht, da ich eh immer mal wieder von Rückenschmerzen geplagt bin...

Dann Anfang Juni habe ich zwischen den Pobacken was tasten können und im Spiegel war da ein Pickel; weder Eitel noch eine Öffnung (Pore) hat man gesehen.

Ich bin direkt zum Hausarzt, da ich hier gelesen habe: Sofort zum Arzt (Danke) Verdacht: Pilonidal Sinus, OP....

Da mir die offene Wundheilung bekannt war, hab ich erstmal einen kurzen Nervenzusammenbruch gehabt, hab dann aber gedacht, mit Alternativen bekomme ich das hin, also Zugsalbe, Globoli...

Am 08.06.2012 musste ich dann letztendlich in einer Not-OP operiert werden, da ich kurz vor einer Blutvergiftung stand, hohes Fieber, Schüttelkrämpfe, zu niedrigen Blutdruck, mit dem Rettungswagen ab ins Krankenhaus! Also bitte sofort zum Arzt, am besten gleich zum Chirugen!!! Homöopathie ist eine Spitzensache aber manchmal muss ein Messer entscheiden!!!

Die OP verlief gut, meine Wunde war ungefährt 6 cm lang, 3 cm breit und 3 cm tief. Das war genau heute vor 5 Wochen. Die Wunde ist viel kleiner, lange nicht mehr so tief. Keine Schmerzen, ich kann alles machen, außer normal duschen, aber so lange man sich überhaupt waschen kann...

Nun zu meinem positiven Bericht:

Mein Arzt redet bei mir von einem Wunder; er hat noch nie erlebt, dass eine so "große" Wunde so schnell verheilt; bei mir kann man buchstäblich zu gucken wie sie verheilt...

Deshalb will ich hier Tipps/mein Vorgehen/das Vorgehen der Ärzte teilen, damit es bei euch hoffentlich auch so gut und reibungslos verheilt:

- bei jedem Kontakt mit der Stelle habe ich bzw. meine Mama Handschuhe getragen und noch deinfiziert, also beim Ausduschen, beim Kompressen drauf machen etc.

- Duschkopf, den ihr fürs Ausduschen benutzt, in Essigessenz vermischt mit Wasser einwirken lassen. Am besten komplett abschrauben und alles einwirken lassen. Danach nochmal mit Sagrotan oder ähnliches gründlich desinfizieren. Gründlich von allem entwerfen.

- Nach jedem Klobesuch hat bei mir JEDER die Klobrille desinfiziert.

- die ersten 14 Tage Betaisadonna-Salbe auf sterile Kompresse verreiben und ab in die Wunde. Wichtig: schön tief rein damit, auch wenn es schmerzhaft ist! Ich muss dazu sagen, ich hatte das Glück, dass meine Hausärztin in Sachen Wundheilung spezialisiert ist. Sie geht vielleicht nicht nach den modernen Wundheilungsmöglichkeiten vor, aber sie hat echt Ahnung!!! Dann 1-2 Kompressen drauf und mit Fixomull fixieren, damit alles unter "Druck" steht. Ich hatte und habe bis heute jeden Tag eine Netzhose an, um ja alles von der Risikostelle fernzuhalten.

- Ausduschen: Das mache ich einmal täglich. Ich kann meinen Stuhlgang Gott sei Dank so regulieren, dass ich immer bevor ich zum Arzt bin, "musste", dann ! Mit kompletten Verband alle anderen Stellen sauber machen! Vorsichtig das Popöchen säubern und dann, wenn die ganze Seife weg ist, erst den Verband weg und dann die Wunde ausduschen. Bei mir hat es am Anfang überhaupt nicht weggetan, dann kam eine Zeit da hat es gebrannt wie Hölle, aber nach 3-4 Tagen, war es wieder gut

- Nach dem Ausduschen vorsichtig mit Kompressen (an der Risikoregion)abtrocken, dann sterile Kompresse drauf, damit da ja nichts reinkommt. Achtet darauf, dass ihr überall trocken seid. Mir ist es so gegangen, dass ich nach einer gewissen Zeit überall wund wurde...Netzhöschen an und ab zum Arzt. Die ersten 14 Tage wurde es bei mir nur von einem Arzt gemacht.

- Ich habe jeden Tag ein frisches Handtuch benutzt und nach jedem Duschen die Wanne desinfiziert.

- Ab der 3. Woche wurde dann im Wechsel 1 mal Betaisadona und dann 2 Panthenol in die Wunde gemacht. Falls das Fibrin sich nicht aus dem Wundgrund lösen will, versuchen den Strahl der Dusche etwas fester zu machen!

- Ich habe, auf Rat zweier Krankenschwestern, jeden Tag eine Zinktablette zum Auflösen in Wasser zu mir genommen. Zink soll die Heilungsprozesse fördern und dass hat es bei mir wohl bombig :-) achtet da drauf, dass ihr sehr sehr sehr viel trinkt, dass ist eh gesund in solch einer Ausnahmesituation und Zink trocknet zusätzlich aus...Man sollte Zink wohl nicht länger als 4 Wochen zu sich nehmen. Ich nehme es aber jetzt noch eine Woche (also insgesamt 6 Wochen)

- Für die inneren Heilungsprozesse habe ich ebenfalls "Terrakraft" 3 mal täglich einen großes Schluck zu mir genommen. Ist zwar sehr teuer, aber meiner Meinung nach hat es mir, dass Gefühl gegeben, ich kann meinen Körper optimal unterstützen. Man ist doch dieser Situation eh total ausgeliefert und da ist es heilend, wenn man sich was gutes tun kann. Die Flasche ist zwar sehr teuer, aber vielleicht hat auch dies meine Wunde so verkleinert lassen. Eine Einnahme von 6 Wochen wird empfohlen (steht auf der Flasche)

- Dann habe ich mir jeden Tag einen groooßen Moment für mich genommen und das Wunder meines Körpers wahrgenommen und echt lieben gelernt. Ich habe mir vorgestellt, wie jetzt die ganzen kleinen Blutkörperchen und so an der Stelle sind und bauen...Nach der OP müssen sie wohl erstmal ne riesen Party gefeiert haben, nachdem das ganze Gift weg war. Da ist der Architekt und der Bauleiter und die haben da jetzt ne große Baustelle vor sich :-) was die alles leisten müssen, aber die machen das und das ist phantasisch!!!

- Vieeeeeel Schlafen!!!! Ich war 3 Wochen krankgeschrieben und habe nix gemacht. Ich hab mir die absolute Ruhe gegönnt und auf meinen Körper gehört. Mir ist es extrem schwer gefallen, aber mit so einer Wunde muss man umdenken!

- Ich habe in der Zeit weder aufs Rauchen noch auf Alkohol verzichtet. Es wird empfohlen, also am besten nicht machen, aber ich muss ja bei der Wahrheit bleiben :-) ich hatte komischerweise nach der OP einen Ekel vor Kaffee und den weggelassen...

So, ich glaube, dass war es im großen und ganzen; falls mir noch etwas einfällt ergänze ich es und wenn jemand Fragen hat, kann er sie gerne stellen.

Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass ich natürlich nicht weiß, ob ich eine optimale Behandlung erfahren habe (jeder Arzt sagt ja etwas anderen) Bei mir hat es einfach alles echt prima geholfen und ich hoffe, dass ich euch einbisschen weiter helfen konnte und euch Mut machen kann. Es ist keine schöne Sache und es belastet unheimlich, aber es wird besser, dass weiß ich jetzt!!!

An alle da draußen, ich schicke euch ganz viel Heilungskraft!!!
 
Serotonin99  sagt am 17.07.2012
Hallo Candle181,

danke für die tollen Tips. Hat mir sehr weitergeholfen, obwohl ich noch Wochen vor mit habe... manchmal hab hat man echt das Gefühl depressiv zu werden. Besonders wenn man sowas nicht kennt. Wir sind ungefähr ein Alter , und wie du schon geschrieben hattest , man achtet auf alles, Hygiene etc. und trotzdem kriegt man "es" ;-). Das schlimmste ist einfach das rumliegen und dann das schmerzhafte aufstehen , drehen etc... echt ätzend ...

lg
daniel
 
mrviggo  sagt am 17.07.2012
Hallo Daniel,Hallo Candle
Ich kann euch gut verstehen,wenn da einem eine OP bevorsteht,mit der man nicht richtig umzugehen weiß.Ich wusste,was auf mich zu kommt,denn 1982 wurde mir schon mal eine Steißbeinfistel entfernt.Nur damals war es für mich deutlich schlimmer,wie dieses mal.Damals wurde die Fistelgegend kreisförmig bis auf den Knochen eröffnet.Innen mit 6 Stichen,außen mit Stichen genäht.Und da ich ein verdammt gutes Heilfleisch habe,verwuchsen damals die Fäden.Es war für damals der Tag X,als es hieß,die Fäden kommen heraus.20 Knoten,die ins eingewachsene aufgeschnitten wurden.Und damals wusste man noch nicht soviel von Braunovidon,Enzymgaze und dergleichen.Das hieß,alle 2 Tage wurde der Schorf während der Visite mit einem Chirurgischen,sehr scharfen Löffelchen ausgeschabt.
Ich habe euch das nur geschrieben,um euch mal zu darzulegen,das die jetzige Methode deutlich harmloser und mit weniger Schmerzen behaftet ist,wie damals.
Die ersten 3-5 tage nach der jetzigen OP (die Wunde war so groß,das man leicht einen 1 Liter Messbecher hät reinstellen können,das is echt kein Scherz)waren unangenehm,aber nicht extrem schmerzhaft.Ja,das erste Ausduschen nach dem Wechsel des OP Verbandes (und die Tupfer waren verklebt) brannte wie die Hölle.
Zumal ich einerseits verstehen kann,dass das Pflegepersonal im KH unterbesetzt ist,aber das ich nach dem Ausduschen die Gaze mit Braunovidon, 10 ner Tupfer steril und 20 er Tupfer unsteril selbst da hinten hinein stopfen sollte,ging mir doch ein bissel zu weit.
Ich erklärte der Stationsleiterin,das ich das selbst nicht hin bekomme und wenn ich das selbst tun soll,brauch ich auch hier nicht rumliegen und die Krankenkasse muss zahlen.Ganz zu schweigen von dem den ganzen Tag auf der Seite liegen,die Standardmatrazen vom KH waren für mich das Grauen,mit der Zeit sind meine Hüftgelenke "ausgewandert".
Und Frechheit siegt bekanntlich,ich hatte die Schwester gebeten,meiner Frau zu zeigen,wie man den verband nach dem KH wechselt,denn meine Frau hatte Erfahrung durch lange Arbeit in einer Arztpraxis.
Und ich habs geschafft,nach gerade mal 5 Tagen nach der OP entlassen zu werden.Zuhause is alles ganz anders,da hat man sein Bett,seien Couch und das ganze gewohnte Umfeld.
Wenn ihr meinen vorhergehenden Post gelesen habt,wurde meine Fistel sehr großzügig "ausgeräumt",also auch die alte Vernarbung von 1982 wurde komplett entfernt,die Form der Po Backen war noch da,aber dahinter fast nichts mehr.Knapp unter dem letzten Lendenwirbel hat der Chirurg das Skalpell angesetzt und hat knapp 2 cm oberhalb des Anus aufgehört.Also beschwere sich hier keiner mit 2x3x2 cm Aushöhlung.Meine Frau meinte nur scherzeshalber,jetzt bist du locker 2 KG leichter.Und zuguterletzt lag der komplette Steißbeinknochen frei.Respekt vor meiner besseren Hälfte,die mir 2 mal täglich den Verband gewechselt hatte und sich sowas ankucken kann.
Ich hab mich bis heute geweigert,dem Vorschlag meiner Frau zu folgen,in dem sie mir mit einem Handspiegel oder Handyfoto die Größenordnung der anfänglichen OP Wunde zeigen wollte.
Ich glaube,von allen Schreibern und Gleichgesinnten hier,hatte ich die größte OP Wunde.
Ach ja,lest euch nochmal meine letzten beitrag durch,lasst euch das Iruxol N verschreiben,das ist eine Enzymsalbe und hat innerhalb der letzten 4 Wochen mehr als die Hälfte der Wunde unterstützend verheilen lassen.Bei frischen und größeren Wunden besteht beim Arzt auf die Enzym Urgotül Gaze,denn diese verhindert,das die Wunde austrocknet und Schorf bildet,Ausduschen zum Feucht halten reicht da net aus.
So,nun bitte ein paar Feedbacks von euch.
Auf das,das eure Wundverheilung wie bei mir ohne Rezidiv von Statten geht.
Viele Grüße euer Leidensgenosse Michael alias Mrviggo
 
mrviggo  sagt am 17.07.2012
Nachtrag,innen 6 Stiche,außen 12,hatte ich vergessen,Rechtschreibfehler bitte einpacken und mir zuschicken,lol...
 
mrviggo  sagt am 17.07.2012
...noch ein Nachtrag,am 3.5. wurde ich operiert und jetzt hat die Wunde nur noch die Größe eines Fingernagels vom kleinen Finger.Der ein oder andere möcht vielleicht ein nicht so gutes "Heilfleisch" haben,wie ich,aber wenn ihr euch so wie ich und Candle an alle Hygienischen Vorkehrungen haltet,dürfte das Risiko für ein Rezidiv recht niedrig sein.
Zumal,mein nachbehandelnder Chirurg sagte mal zu mir,lass den teuren Spaß mit den sterilen Kompressen sein,denn das hinten wirst du nie steril bzw. keimfrei bekommen.Wichtig ist,nach jedem Stuhlgang ausduschen,Verbandswechsel,die feuchten Desinfektionstücher vom DM für die Klobrille,Einweghandschuhe und das Risiko für Rezidive liegt bei 10 %.Nu mach ich aber wirklich Schluss.
 
Serotonin99  sagt am 17.07.2012
Hallo mrviggo,

da muss ich wohl zustimmen , was beschweren wir uns über eine 2x3x2cm Wunde ;-). Was bekommst du denn für Schmerzmittel um das überhaupt auszuhalten ? Ich meine das ist schon heftig. Ich habe schon bei so einer kleinen Höhle ziemliche Schmerzen kann kaum noch liegen und vom sitzen wollen wir mal gar nicht reden. Nur wie sagt man , was einen nicht tötet macht einen stark ;-).

Das einzihe worüber ich mir echt die ganze Zeit Gedanken machen ist folgendes , im KH waren die so schnell mit dem operieren , dass ich mich echt frage ob es nicht eine andere Möglichkeit gegeben hätte den Eiter rauszubekommen. Ich meine der Abzess war innerhalb von 2 Tagen da, da kann der der auch wieder in 2 Tagen gehen ;-) ?...

So mal schnell mit dem Skapell geschnibbelt kann doch jeder... kriegen bestimmt auch einen batzen von der Krankenkasse dafür...

In dem Sinne
Daniel
 
mrviggo  sagt am 17.07.2012
Hi Daniel
Also Schmerzen hatte ich dem Sinne nicht einmal extrem.Wenns bei Verbandswechseln im Kh zu ard wurde,bekam ich Tilidin,aber auch nicht jeden Tag.Da bei der großen Wnde nimmer viel Hautnerven da waren,waren auch die Schmerzen erträglich.Da tat mir im Endeffekt mehr die Hüfte von den schlechten KH Betten weh,als die Wunde selbst.Zuhause nahm ich nur ab und zu die ersten 2 Wochen Tilidin,ansonsten reichten mir die Ibu 800.
Über das "schnell operieren" brauchst du dir keine Gedanken machen,es ist im Prinzip eine Vorsichtsmaßnahme,den ein Abzess wird wird mit einer Fistel gleichgestellt,da diese dazu neigen,sogenannte "Fäden" zu bilden.Das heißt im Klartext,weder mit Fuzidine noch andere Mittelchen bekommt man die Fistelfäden weg.Google mal nach Pilonidalfistel und wirst lesen,das eine Fistel sich im schlimmsten Falle sogar zu Krebs entwickeln kann.Glaub mir,ich hab auch nicht vor der OP "hier" geschrien,aber ich weiß,zu was eine Fistel werden kann und 1982 wars bei mir so schlimm,das ich vor Schmerzen nimmer sitzen konnte.Darm hab ich mich freiwillig zu der OP entschieden.Ich hoffe,das ich nun "wieder" 30 Jahr" Ruhe habe.Und was das KH angeht,glaub ja nicht,das die KH's mit dem stationären Aufenthalt nen Reibach machen.Unsere nette Gesundheitsreform lässt da net viel Spielraum,Wenn du mein Beiträge gelesen hast,hast du auch bestimmt bemerkt,das man auch nach so einer OP als Kassenpatient der Arsch ist und für die Postoperative Nachbehandlung fast betteln muss,um überhaupt was zu bekommen.
Also lass dich untergriegen,das wird wieder,ich habs doch auch mit der Monsterwunde überwunden.
Zumal,mit einer gut versorgten Wunde hab ich meinem Arbeitgeber zum 4.6. unter der ärztliche Voraussicht meine Arbeitskraft angeboten und mir für 3 Monate einen extrem ruhigen Arbeitsplatz gegeben hat.
Gruß Michael
 
mrviggo  sagt am 17.07.2012
Rechtschreibfehler außer "8" lassen und fehlende Buchstaben wie Wörter dazu denken,bei meinem alten Keyboard funzen die Tasten nimmer so,zumindestens hab ich ne Entschuldigung,war'n Choke....
 
Candle181  sagt am 22.07.2012
Lieber Daniel, mrviggo und Co,

jetzt habe ich auch mal noch ne Frage:

Ich hatte eigentlich nie schmerzen, außer, so wie Daniel beschrieben hat, beim Umdrehen bzw. Aufstehen (da hab ich echt gedacht, mein ganzer Po reißt auseinander) aber jetzt ist es seit ein Paar Tagen (OP ist seit 6 Wochen vorbei, Wunde nur noch oberflächlich) habe ich immer mal wieder so ein ziehendes Pochen oder pochendes Ziehen, ich kann es gar nicht genau beschreiben. Es ist egal ob ich Sitze oder Stehe, es ist so ein kurzer Schmerz...War auch gleich beim Arzt weil ich natürlich Panik hatte. Der meinte, es sieht alles gut aus und das die Wunde nicht so aussieht als würde da was wieder kommen...

Kann man denn ein Rezidiv sehen? Woran erkennt man es? Hatte voll Angst mit meinen Ängsten zum Arzt zu gehen, weil ich irgendwie dachte, eine eindeutige Antwort gibt es eh nicht, da ja keiner da "reinschauen" kann...

Der Arzt meinte auch, dass man so ein Rezidiv merken würde, dann würde der Druck am Steissbein wieder zunehmen; das habe ich nicht, kann mich voll draussetzen und legen...

Kennt jemand solche "Schmerzen"? Kann mich jemand beruhigen?

Freue mich über Berichte!!!

Lasst es euch gutgehen, liebe Grüße an all die Popöchen da draußen :-)

Eure Candle
 
mrviggo  sagt am 23.07.2012
Hallo Candle
Also wenn dein Doc sagt,es ist alles in Ordnung,dann würd ich es glauben.Was die Schmerzen angeht,ich hab auch manchmal ein Schmerzimpuls wie ein Stich oder Stromschlag.Zumal,du solltest nicht vergessen,das das was gegen den Willen der "Natur" weggenommen wurde.In dem ausgeräumten Areal,so nenne ich es mal,waren unzählige Hautnerven und feinste Blutgefäschen.Besonders,wenn die weggenommenen Nervenbahnen wieder wachsen,könnte es zu solchen Schmerzen kommen.Ganz außer Acht will ich die sogenannten Phantomschmerzen nicht lassen,bin aber kein Mediziner,um mich hier bewusst festzulegen.Und in der heutigen Zeit entscheiden sich die Chirurgen allgemein für eine offene Wundheilung,da bei dieser Methode mit Ausduschen, (Gaze mit Braunovidon,wie bei mir),Wundversorgung eigentlich ein Rezidiv fast ausgeschlossen ist.Bei einer genähten Wunde kann sich da schon mehr "ansammeln".Mein Arzt meinte bloss,das ich mich so gut es geht,an die auferlegten Hygienevorgaben halten solle,denn im Bereich des Anus wird man es nie 100 % steril bekommen.Also mach die nicht verrückt,solange sich um die Wunde kein "Roter Hof" bildet und es nicht dauerhaft richtig wehtut,könnten es die nachwachsenden Nerven sein,die wieder "Verbindung" aufnehmen.Also kein Panik schieben.
LG Mrviggo
 
Candle181  sagt am 25.07.2012
Hi mrviggo,

vielen Dank für deine beruhigenden Worte. Du hast recht, es sind wirklich solche Stromschläge, die von der wunde aus in den Po ziehen. War jetzt mittlerweile schon wieder 3 mal beim arzt wegen Verbandswechsel und er hat mir nochmal bestätigt, wie du auch, dass die Schmerzen bei einem Rezidiv anhaltender wären und schlimmer werden würden.

Komisch ist auch, um auf deinen genannten Phantomschmerz einzugehen, dass wenn ich abgelenkt bin, der schmerz einfach weg ist...

Ist schon krass, was so eine Erkrankung/Wunde alles so mit einem macht. Die seelische Belastung ist echt nicht zu unterschätzen...Ängste, Panik und absolut kein Vertrauen mehr...Und vorallem kannst du dich mit niemanden über all das austauschen, der das nicht selbst erlebt hast...

Wie sieht es heute mit deiner Wunde aus? Ist schon Haut drauf?

Weiterhin gute Geneseung und nochmal vielen Dank für deine Antwort!!!
LG candle
 
mrviggo  sagt am 26.07.2012
Hi Candle
Es freut mich,das du dich beruhigt hast.Was meine Wunde angeht,so muss ich sagen,Gott Lob des täglichen Ausduschen und Wundverbands,das meine Frau jeden Tag für mich erledigt hat,war die Wunde mit der enormen Größe nie der Gefahr einer Entzündung ausgesetzt.Hatte nochmal meine Frau gefragt,wo der Doc das Skalpell angesetzt hatte,erschreckender Weise (ich wollte wie schon erwähnt nie mit einem Pic oder Handspiegel die Wunde sehen)sagte sie mir,das die "Aushebung" des Areals ab dem S1 Wirbel angefangen hatte und 2 cm über dem Anus geendet ist.Was meine Wunde angeht,da bekommt man mittlerweile nur noch ein Kirschkern rein.Haut ist auch schon drüber,aber die ist halt noch so dünn wie Pergament,was aber völlig normal ist.Ich hab auch immer ein bissel Panik geschoben,wenn ich Abends den Tupfer rausmach und der rot ist.Meine Frau sagt dann,dass das völlig normal ist und es noch Monate braucht,bis sich da ne anständig feste Haut gebildet hat.Deswegen reist sie auch immer wieder etwas ein.Was mich nur besonders wundert,ist,das hier im Forum sehr viele Frauen diese Fistel haben/hatten.Normalerweise heist es,es wäre ne reine Männerkrankheit,wegen der Behaarung halt.Und anscheinend ist so was auch vererbar,denn meine 24 jährige Tochter hat sie,die aber bei ihr noch nie ausgebrochen ist und mein 21 jähriger Junior hat eine ausgebrochene,die er immer selber "melkt",wenn sie entzündet ist.Da er alt genug ist und net auf mich hören will,wird er schon sehen,was er davon hat,wenn die Fistel immer mehr Fäden bildet.Das geht so lange gut,bis es richtig unter Eiter steht und dann werden sie ihm den halben Ar... wegnehmen.Selbst meine jetzige OP überzeugt ihn nicht,das machen zu lassen.1982 hatte ich auch zu lange gewartet,da wurde es erst mal aufgemacht und ich erwähne es jetzt nicht,alles abgelassen.Erst 2 Wochen später war die eigentliche OP.Und das Areal war damals schon net klein,kreisrund bis zum Steißbein,innen 8 Stiche,außen 12.
Ich glaube,das der operierende Oberarzt es diesmal richtig entfernt hat.Er meinte vorm OP Saal nur,"wenn Sie wieder aufwachen,werde ich es ausgiebig entfernt haben,das Sie endlich Ruhe bekommen".Wie Recht er wohl mit dem Ausdruck "ausgiebig" hatte....Früher,als meine erste OP war,gab es nicht die Möglichkeiten,die die Ärzte heute haben.Heute spritzen die Chirurgen vorher einen blauen Methylfarbstoff in die Fistel ein und somit kann der Chirurg genau die Fistelfäden bestimmen.Denn bleibt nur ein winziges Fädchen übrig,wächst dieses Teufelsding nach.
Und ich bin heilfroh,das ich mich für die Vollnarkose entschieden hab,denn die wollten das mit Spinalanästhesie machen und das kann ich gar net ab,bei vollem Bewusstsein alles mit bekommen.
Nun,ich hab wieder zu viel gequasselt,äh geschrieben,trotzdem Gruß an alle Leidensgenossen,die es noch vor sich oder schon hinter sich haben.mrviggo
 
Candle181  sagt am 29.07.2012
Hey mrviggo,

ja, bei mir war es ähnlich - am Anfang konnte ich mir meine Wunde auch nicht anschauen. Meine Mama hat dann irgenwann ein Foto gemacht und nach 3 bis 4 Tagen konnte ich mir das erst anschauen. Mich hat es geekelt, aber ich hatte unheimlichen Respekt vor meiner Mama, dass sie das konnte...Die eigentlichen Helden sind wirklich unsere persönlichen Krankenschwestern, ohne die wir jetzt nicht mehr hier wären...da bekomme ich wieder eine mega Wut auf unser Gesundheitssystem, aber gut ich will mal kein Fass aufmachen...

Ich finde es auch sehr komisch, dass es gegen alle Statistiken und Infos hier im Netz, so viele weibliche Leidensgenossen gibt... Mein Arzt erklärte mir aber vor kurzem, dass es bei mir nichts mit Haaren zu tun hat, dass ich diesen Sinus bekommen habe, sondern das es bei mir von Geburt an die Ansätze dafür gibt. Dieses Neuralrohr ist bei manchen Menschen nicht ganz geschlossen und diese Öffnung kann sich, aufgrund der nahen Lage am After, irgendwann entzünden...Das gute dabei ist, sagt mein Arzt, einmal saniert und dieses Rohr entfernt, kann es nie wieder kommen... Da kann ich mir echt vorstellen, dass das vererbtbar ist...Das große Aufkommen in deiner Familie spricht dafür!!!

Wie sieht es bei dir eigentlich mit dem Sitzen aus? ich kann die Stelle voll und ganz belasten, aber nach einer gewissen zeit fängt es an etwas weh zu tun und unangenehm zu werden - habe auch schon von jemanden gehört, der das auch hatte, dass er seit dem nie wieder lange sitzen konnte...wie ist es bei dir?
Oh, ich freue mich so auf das erste mal wieder in der Badewanne liegen oder aufs schwimmen; da weiß man erst, wie schön es ist "gesund" zu sein, wenn man sowas hatte.
Wünsche allen einen schönen Tag und ich muss nochmal betonen:
Geht zum Arzt! Wenn es entzündet ist erst recht!!! Mir hat gestern eine Krankenschwester, die ich meine Leidensgeschichte erzählt habe, gesagt, dass ich froh sein kann, dass ich mit dem rettungswagen ins Krankenhaus gekommen bin, denn wenn sich so ein Abszess nach innen öffnet, keine Chance mehr besteht, das Blut zu reinigen oder irgendwas gegen die Blutvergiftung zu unternehmen. Nach ihrer Aussage bin ich dem Tod nochmal von der Schippe gesprungen!!!
Schafft den Sprung und geht zum Arzt!!!
ich denke an euch
 
Samantha21  sagt am 02.10.2012
Also ich hatte vor 4 Jahren ein Abzess in der Größe eines Hühnereies. (Da kam wohl die Steißbeinprellung noch dazu die ich mit beim Schlittschuhlaufen zugezogen habe.) Ich wusste zuerst nicht, ob es sich einfach um einen abnormen Pickel hieß, doch egal was ich tat, es half nichts. (Sogar Kamillentee-Beutel wurde mir von Familienmitgliedern auf den Hintern gepappt)
Schlussendlich konnte ich nicht einmal mehr so weit laufen, dass ich mitten in der Nacht unter Schmerzen in das Schlafzimmer meiner Mutter (Für das Verständnis: Ich war 17 Jahre alt.) gekrochen bin. Aufstehen war unmöglich. Sie hat mich direkt zum Arzt geschippert wo dort sofort die Diagnose feststand. Die nette Arzthelferin sagte auch noch im honigsüßen Ton: "Aufschneiden oder wollen sie warten bis es aufbricht?"
Das Wort 'aufbrechen' war damals bei mir etwas, was ich nicht gebrauchen konnte...also kam ich in die ambulante Klinik. Ohne Narkose wurde das Ding aufgeschnitten damit es sich entleeren konnte. Was dabei passiert ist, lasse ich außen vor. Gut riechen tut der Mist allerdings nicht und ich kann mir gut vorstellen, dass ein Chirurg lieber eine saubere Wunde hat anstatt in der Pampe herum zu wühlen.

Eine halbe Woche später hatte ich dann den Termin. Mir wurde erklärt, wie was gemacht wurde. Dabei sollte Haut über die Wunde gestrafft werden. Sah nach der OP aus als ob Zorro mir einen Besuch abgestattet hätte.
Die Verpflegung war einfach. Sitzen war kein Problem. Einfach spülen und verbinden. Verheilte auch sehr rasch...allerdings hatte ich rechts neben dem Steiß eine Beule die selbst nach vier Jahren nicht verschwand. (Vom Ergebnis was geschah wenn man einen Hintern rasierte mal ganz zu schweigen.)

Zwei Jahre später habe ich bei einer Fastfood-Kette einen "Teilzeitjob" angefangen. Nicht einmal vier Monate danach schwoll die Naht der Wunde plötzlich an...das Ergebnis: Es platzte und die Prozedur fing von vorne an.

Mein Hausarzt wollte zuerst gar nicht, dass ich operiert werde doch ich wollte dass die nicht funktionsfähige Naht verschwand. (Darüber hinaus habe ich beim Berühren gespürt, dass da nicht nur die Naht angeschwollen war sondern noch mehr unter der Haut verborgen lag.)

Wurde also wieder zur ambulanten (Ich hasse es) Klinik gebracht. Erneut aufgeschnitten und nun begann mein langer Leidensweg: Offene Wundheilung.

Vielleicht lag es an der entzückenden Arzthelferin, vielleicht bin ich auch etwas empfindlich, doch es war einfach nicht schön.

Wieder wurde ich mit Mullbinden überschüttet die ich Tampon-Mäßig verwenden sollte, ebenso Desinfektionsmittel und reichlich Schmerztabletten. (Hätten sie mir noch Narkosemittel für Pferde gegeben, das wäre das Einzige, was mich von dem Geschützt hätte, was folgen würde.)

Zum allgemeinen Verständnis meines späteren Leidens: Das Loch was entstand war so tief, dass man Teile meines Steißbein-Knochens erkennen konnte.

Meine Mutter, so tapfer sie auch war, hatte Schwierigkeiten mit dem Verbinden da die Mullbinden tief...und ich wiederhole: TIEF in den Steiß geschoben wurden. Und so hatte sie nicht den Mut gehabt, es tief genug zu schieben. Das Resultat:

Die Wunde wuchs falsch zu.

Und hier kommen wir zu Madame Zucker: Die medizinische Fachangestellte mit Fingern wie Eisenstäbe.
Als ich nämlich meine Nachuntersuchung hatte, stellte es sich heraus: Die Wunde muss wieder auf. Allerdings nicht auf die humane Art. Nein, sie griff in die Wunde und riss sie gnadenlos wieder auf. Und hier wären wir an der Stelle, wo ich mir das Narkosemittel für Huftiere herbei gewünscht hätte. Ich schrie, ich weinte und ich sabberte. Ja, ich sabberte vor Schmerz.

Danach hatte dieses zarte Geschöpf es zu gut mit dem Verbinden meiner Wunde gemeint. Es war unmöglich diesen riesigen Pfropfen an Mullbinden aus den Steiß zu ziehen...und hier ging er weiter, der Leidensweg. Denn mein Hausarzt musste Dr. Bibber mit mir spielen und mit einer Metallzange jedes Tuch einzeln heraus ziehen...und er war in Dr. Bibber einfach nicht gut.

Es verheilte langsam. Nach vier Monaten brauchte ich endlich keine Mullbinden mehr.

Weitere zwei Jahre vergingen. Und nun bin ich hier, wieder mit Mullbinden (Die ich mir selbst besorgt habe) am Steiß die langsam mit Blut, Wasser und weiß der Teufel was noch, voll laufen und schreibe diesen Text weil ich mich weigere, noch einmal zum Arzt zu gehen. Wer weiß schon, was sie dieses Mal machen wollen.

Schlauch rein und absaugen?
Dauer-Drainagen?
Eine Chlortablette in der Hoffnung, mein Steißbein bleibt sauber?
Eine neue Signierung von Zorro?

Ich will es ehrlich gesagt nicht wissen. Ich habe genügend Mullbinden, damit ich jede zweite Woche, wo alles wieder aufplatzt, die Schweinerei auffangen kann.

Das ist die Leidensgeschichte von mir. Sie geht bereits seit vier Jahren und ich werde erst wieder zum Arzt deshalb gehen, wenn es eine Wunderpille gibt, die sie mir einwerfen können, damit mein halber Zwilling am Hindern für immer verschwindet.

Das oder Beruhigungsmittel für Pferde.



Allerdings soll das nur mein Erfahrungsbericht sein. Ich gehöre wohl zu der geringen Zahl, wo solche Operationen nicht gut verlaufen. Damit möchte ich niemanden den Mut nehmen. Aber würde ich noch einmal operiert werden WOLLEN, dann nur in einer Klinik wo nette Krankenschwestern mit den Popo vergolden...und verbinden. Mütter sind doch etwas empfindlich wenn es um die Töchter gehen.
 
Omar1991  sagt am 14.11.2012
Guten Abend,
ich wurde jetzt insgesamt 3 mal am Steißbein
Operriert und villt. jetzt auch ein 4tes mal.
Ich habe nur Schmerztabletten bekommen
und Spüle es täglich aus.
Ich suche eine Klinik in NRW die auf solche Op's
spezialisiert ist weil ich mir eine zweite ärztliche
Meinung einholen möchte. Kann mir jemand eine
Klinik empfehlen?

Danke im vorraus.

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