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Sauerstofftherapie

Einer der bekanntesten Sauerstofftherapien in der Naturheilkunde ist die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie (SMT) nach Prof. Manfred von Ardenne

Was ist Sauerstofftherapie? 

Sauerstoff ist ein zum Leben unentbehrlicher und wichtiger Stoff. Sauerstoff ist zur Energiegewinnung der Körperzellen unverzichtbar, schon nach Minuten ohne Sauerstoff kommt es zur Schädigung von Gehirnzellen. Eine mangelhafte Aufnahme von Sauerstoff in die Zellen kommt unter anderem durch Krankheiten, ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung, Stress, Rauchen und Alkohol, aber auch durch hohes Alter zustande. Dieses Defizit an Sauerstoff kann zu Müdigkeitserscheinungen, Vergesslichkeit, Schwächung des Immunsystems mit Folgeerkrankungen sowie zu Durchblutungsstörungen bis hin zu Tinnitus, Angina pectoris oder der sogenannten Schaufensterkrankheit (Minderdurchblutung in den Beinen) führen. Es ist nicht verwunderlich, dass Sauerstoff in einigen Behandlungsmethoden in der Medizin angewendet wird.

 

Behandlungen mit Sauerstofftherapie 

Speziell in der Naturheilkunde ist die bekannteste Sauerstofftherapie die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie (SMT) nach Prof. Manfred von Ardenne. Als Grundlage dieser Form der Sauerstofftherapie, bei der es mehrere unterschiedliche Varianten gibt, sollte immer eine gründliche Anamnese, gegebenenfalls auch eine Messung des Sauerstoffdruckes im Blut erfolgen. Bei dieser Sauerstofftherapie werden zunächst vorbereitend eine Stunde vor der eigentlichen Sauerstoffeinatmung Vitalstoffe eingenommen, um die Aufnahme im Gewebe zu verbessern. Dann erfolgt die Sauerstofftherapie im engeren Sinne mit 90% Sauerstoff über normalerweise eine halbe bis zu zwei Stunden. Verwendet wird oft ionisierter Sauerstoff, welcher noch eine bessere Wirksamkeit aufweist. Zur Sauerstofftherapie wird eine spezielle Atemmaske aufgesetzt. Nebenbei sollte man mäßige, entspannende geistige Tätigkeiten ausüben, z.B. lesen. Um die Sauerstofftherapie zu unterstützen, erfolgt daraufhin, gelegentlich auch gleichzeitig, eine körperliche Betätigung. Die Sauerstofftherapie nach Ardenne sollte täglich über einen Zeitraum von bis zu 18 Tagen erfolgen. Die Wirkung hält lange vor, so dass man frühestens wieder nach einem halben Jahr erneut eine Serie durchzuführen braucht.

Die Sauerstofftherapie bewirkt eine Verbesserung des Blutstroms in den kleinen Gefäßen und eine vermehrte Aufnahme von Sauerstoff in das Gewebe. Dadurch kommt es zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, zur Stressverminderung und zur Verbesserung der körperlichen Abwehrlage. Die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten wird verringert. Konkret angewendet wird diese Therapie bei Durchblutungsstörungen aller Art, beispielsweise auch bei Tinnitus oder Durchblutungsstörungen im Auge wie Makuladegeneration, sowie vorbeugend bei älteren Personen, vor Operationen oder unterstützend zur Krebstherapie. Verschiedene weitere Erkrankungen sollen ebenfalls darauf ansprechen.

Die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie kann auch als sogenannter Schnellprozess erfolgen, wobei der Patient auf einem Fahrradergometer bei relativ starker Betätigung diese Sauerstofftherapie bekommt. Eine erweiterte Form von Ardennes Sauerstofftherapie ist die Krebs-Mehrschritt-Therapie. Bei dieser wird mit Rotlicht eine Erwärmung des Gewebes bewirkt, welche zusammen mit der Sauerstofftherapie eine Vermehrung und Streuung der Krebszellen hemmen soll. Des Weiteren kann sie mit einer Thymustherapie kombiniert werden, um eine Ankurbelung des Immunsystems zu erreichen. Als weitere Formen einer Sauerstofftherapie seien die HOT (hämatogene Oxidationstherapie) oder die Therapie mit Ozon genannt.

 

Wirksamkeit der Sauerstofftherapie 

Zur Sauerstofftherapie wurden zwar schon einige Versuche durchgeführt, aber ein definitiver Beweis liegt bisher nicht vor.

 

Risiken der Sauerstofftherapie 

Bei richtiger Handhabung und Beachtung der Einsatzmöglichkeiten besteht normalerweise kein Risiko bei einer Sauerstofftherapie.

 

Gegenanzeigen der Sauerstofftherapie 

Nicht durchgeführt werden sollte die Sauerstofftherapie bei schwerwiegenden Herz- und Lungenerkrankungen, bei Epilepsie, während bestimmten Chemotherapien, bei Autoimmunerkrankungen (Krankheiten, bei denen sich die Immunabwehr gegen körpereigene Zellen richtet) sowie bei Schilddrüsenüberfunktion. Auf keinen Fall darf eine Sauerstofftherapie länger als 4 Stunden dauern, da ansonsten das Risiko von Bewustseinsstörungen bis hin zum Aussetzen der Atmung und von Lungenschädigungen besteht.



Letzte Aktualisierung am 07.11.2008.

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