Youtube
Folgen Sie uns auf  

In welchen Fällen kommt eine Operation mit plastischer Deckung bei einer Steißbeinfistel in Frage?

Lesezeit: 2 Min.

Bei kleineren Wunden ist eine plastische Deckung eine gute Möglichkeit, um die Heilung zu beschleunigen

Durch das Verfahren der plastischen Deckung bei einer Operation der Steißbeinfistel soll verhindert werden, dass sich die Operationswunde entzündet. Dazu wird die Narbe aus der Mitte der Gesäßfalte etwas weiter zur Seite verlagert. Ob die plastische Deckung oder eine andere Vorgehensweise bei einem Patienten in Frage kommt, hängt von einigen Voraussetzungen wie der Größe des Eingriffes ab. Es bestehen Vor- und Nachteile, die individuell abgewägt werden.

Der Vorteil, dass nach der plastischen Deckung die Naht nicht mehr mittig in der Gesäßfalte liegt, besteht in einem deutlich verringerten Infektionsrisiko. Die Mitte des Gesäßes ist eine recht unhygienische Region: Durch das Aneinanderreiben der beiden gegenüberliegenden Hautregionen werden Entzündungen begünstigt. Schweiß sammelt sich vor allem mittig in der Falte und da hier auch noch wenig Luft hinkommt, existiert ein gutes Verbreitungsgebiet für verschiedenste Arten von Bakterien.

Um nicht genau an dieser Stelle noch eine Operationswunde zu schaffen, wird bei der plastischen Deckung mit Hilfe von Hautlappen die Narbe zur Seite verlagert. Ein großer Nachteil dieser Verlagerung ist die oft als unästhetisch empfundene seitliche Narbe. Während die Narbe bei einer klassischen Operation nach dem Abheilen praktisch unsichtbar ist, da sie direkt innerhalb der Falte liegt, ist eine seitlichere Gesäßnarbe doch auffälliger.

Die Operation mittels plastischer Deckung ist zwar deutlich ärmer an Komplikationen als ursprüngliche Verfahren, kommt es aber zu Komplikationen, sind diese oft recht groß. Sie können eine starke Belastung darstellen. Durch die Nähe zum After ist auch der Bereich, in dem die Narbe liegt, nicht unbedingt hygienisch einwandfrei. Es können sich Infektionen bilden, die eine aufwendige Behandlung erforderlich machen können.

Plastische Deckung oder doch lieber offene Wundbehandlung?

Muss eine Steißbeinfistel radikal entfernt werden, kommen schonendere Verfahren wie zum Beispiel das sogenannte Pit Picking nicht in Frage. Sie eignen sich bei kleineren Befunden und haben eine relativ kurze Heilungsdauer. Allerdings ist es beim Pit Picking häufiger der Fall, dass die Erkrankung erneut auftritt.

Bei größeren Steißbeinfisteln ist eine ausgedehnte Operation erforderlich. Ein häufigeres Verfahren nach der OP ist die sogenannte offene Wundheilung. Diese führt zwar zu weniger Rückfällen, allerdings ist sie sehr langwierig. Eine aufwendige Versorgung der Wunde ist nötig. Soll die Operationswunde dagegen verschlossen werden, so geschieht das mit plastischer Deckung, um eine mittige Naht zu vermeiden.

Bei kleineren Wunden ist eine plastische Deckung eine gute Möglichkeit, um die Heilung zu beschleunigen. Die Gefahr für Infektionen wird gering gehalten. Bei größeren Eingriffen dagegen hat sich die offene Wundheilung als das bessere Verfahren erwiesen.

Ob eine plastische Deckung durchgeführt werden soll oder ob eine offene Wundheilung zu bevorzugen ist, kann letztendlich nur für jeden Fall gesondert entschieden werden. Hier sollte der Arzt den Patienten genau über die Vor- und Nachteile des jeweiligen Verfahrens aufklären.

Mit welchem Verfahren wird die plastische Deckung durchgeführt?

Die Verfahren zur plastischen Deckung sind unterschiedlich. Am häufigsten wird die Operation nach Karydakis angewendet, aber auch die sogenannte Limberg-Plastik und andere, ähnlich gute Verfahren kommen zum Einsatz. Sie alle beruhen auf demselben Prinzip: Die Wunde soll aus der ungünstigen Mitte weiter an die Seite verlagert werden. Lediglich die Vorgehensweise des Chirurgen ist bei jeder der genannten Methoden etwas unterschiedlich, das Wirkprinzip bleibt jedoch das Gleiche.

Durchführung der Operation auch ambulant möglich

Auch eine plastische Deckung kann durchaus in Form eines ambulanten Eingriffs stattfinden. Ob der Patient nach der Operation direkt nach Hause entlassen werden kann oder ob ein Krankenhausaufenthalt von ein paar Tagen doch die bessere Alternative ist, hängt von der Größe der Operation, vom allgemeinen Zustand des Patienten sowie davon ab, ob dieser in den ersten Tagen nach der Operation zu Hause Unterstützung, zum Beispiel von Familie oder Freunden, hat.



D. Klimpel Denise Klimpel
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 11.05.2016
War dieser Artikel hilfreich?

Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Steißbeinfistel

 
sagt Pibl   vor 1 Tag  24439

Hallo,

ich habe eine Frage,sehr Unangenehm aber muss mich mal Umhören.Ich hatte am 31.05.2017 Linke Schamlippe eine Abzess/Fistel Op,die ... mehr

 
sagt Nitropenta   vor 26 Tage  133240

Hallo Hanuta,

ich war bei Dr. Koc.
Und ich kann dir absolut versichern, dass ich weder besagter Doktor bin noch sonst mit seiner Klinik etc. in ... mehr

 
sagt bukki   vor ~ 1 Monat  51962

bitte gebe keine Tipps, die dir halfen und bei anderen genau das Gegenteil bewirken könnten!!! Duschgel in den Hintern bei mir, wäre der Tod ... mehr

Alle Beiträge anzeigen: Allgemeinchirurgie » Steißbeinfistel

Stellen Sie Ihre Frage

Haben Sie bereits ein Benutzerkonto? Anmelden (Login)
Bitte wählen Sie ein passendes Forum aus.
Bitte geben Sie einen Titel für Ihre Frage oder Anmerkung ein.


Ja, ich möchte Antworten per E-Mail erhalten

Ich stimme den Nutzungsbedingungen und den Datenschutzbestimmungen zu.

19 Fragen zu Steißbeinfistel
Arztsuche

Ärzte
Portrait Dr. Danuta Sobczak, Haar-Kompetenzzentrum Freiburg, Freiburg, Hautärztin Dr. D. Sobczak
Hautärztin
in 79098 Freiburg
Portrait Dr. med. Darius Alamouti, Privatärztliche Praxis in der Haranni-Clinic, Herne, Hautarzt Dr. D. Alamouti
Hautarzt
in 44623 Herne
Portrait Dr. med. Darinka Keil, Private Hautarzt & Laserpraxis, Laser & Skincare, Haßloch, Hautärztin Dr. D. Keil
Hautärztin
in 67454 Haßloch
Alle anzeigen Zufall