Youtube
Folgen Sie uns auf  

Woran lässt sich ein Magendurchbruch erkennen?

Lesezeit: 2 Min.

Zwei Formen des Magendurchbruchs kommen vor

Bei einem Magendurchbruch (Magenperforation) handelt es sich um eine schwerwiegende Erkrankung des Magens. Eine Vorerkrankung wie beispielsweise ein Magengeschwür oder auch Magenkrebs kann die Magenwand so weit schädigen, dass es zu einem vollständigen Durchbruch kommt. Bei einem offenen Magendurchbruch gelangt Mageninhalt in die Bauchhöhle. Es kommt zur Bildung von Gasen im Bauchraum und Blähungen. Äußerst starke Bauchschmerzen und lebensbedrohliche Entzündungen können die Folge sein. Diese Form des Magendurchbruchs ist eine medizinische Notfallsituation und muss sofort operativ behandelt (Notoperation am Magen) werden.

Die zweite, stark abgemilderte Form ist die gedeckte Perforation. Hierbei kommt es zwar ebenfalls zur Bildung einer Lücke in der Magenwand. Sie wird allerdings von Verwachsungen des Magens und umgebendem Gewebe abgedeckt. Der Austritt von Mageninhalt in die Bauchhöhle geschieht dabei nicht. Der gedeckte Magendurchbruch ist nicht unbedingt mit Schmerzen verbunden und ruft auch keine besonders bedrohlichen Symptome hervor. Er wird konservativ mithilfe von Medikamenten behandelt.

Die offene Magenperforation führt zu heftigen Schmerzen

Schon vor einem Magendurchbruch kann der Patient an Schmerzen leiden, die durch die krankhafte Ursache bestehen. Die Schmerzen können aber auch plötzlich vom Zeitpunkt des Durchbruchs an beginnen. Beim Magendurchbruch sind oft Schmerzen oben in der Mitte des Bauches vorhanden. Sie können auch in andere Körperteile ausstrahlen wie etwa in die Schulter.

Mitunter ist ein zweigeteilter Verlauf zu beobachten. In der ersten Phase werden die Schmerzen durch den eigentlichen Magendurchbruch und die starke Reizung der Säure im freien Bauchraum hervorgerufen. Die Bauchdecke kann stark verhärtet sein und es kommt zu Krämpfen. Nach einer vorübergehenden Beruhigung breitet sich dann in einer zweiten Phase eine Entzündung in der Bauchhöhle aus (Bauchfellentzündung oder Peritonitis). Auch eine Blutvergiftung (Sepsis) droht. Es kommt erneut zu starken Schmerzen, auch Fieber und eine verhärtete Bauchdecke sind mögliche Symptome.

Bakterien aus dem Mageninhalt verursachen die Entwicklung einer Bauchfellentzündung (Peritonitis). Die Schmerzen aufgrund der Entzündung führen zu einer verhärteten Bauchdecke aufgrund der Anspannung der Muskeln. Auch nehmen Betroffene eine Schonhaltung ein. Es kommt zu einem Fieber.

In der Folge ist die Entwicklung eines Schocks (Kreislaufzusammenbruch) möglich. Dieser äußert sich in Symptomen wie blasser Haut, kaltem Schweiß, schnellem Herzschlag mit geschwächtem Puls, Unruhe und Ängstlichkeit.

Letztendlich ist eine eindeutige Erkennung eines Magendurchbruchs in Abgrenzung zu anderen Erkrankungen des Bauches ohne Weiteres kaum möglich. Deshalb sind bei solchen Symptomen Untersuchungen des Arztes erforderlich, insbesondere eine Röntgenaufnahme. Luft im Bauchraum weist auf einen Magendurchbruch hin.

Kann man dem Magendurchbruch vorbeugen?

Häufige Magenschmerzen, die auf eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür zurückgehen, sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Sie können Ausdruck einer permanenten Reizung des Magens sein und zu schwerwiegenden Erkrankungen wie dem Magendurchbruch oder einer akuten Magenblutung führen. Die Risikofaktoren gehen nicht selten auf die Lebensgewohnheiten zurück und können vom Betroffenen selbst beeinflusst werden. Sowohl der übermäßige Konsum von Alkohol und Zigaretten als auch sehr fette und stark gewürzte Speisen belasten den Magen und können die Ausbildung schwerer Magenerkrankungen fördern. Auch viel Stress und andauernde psychische Belastungen sind der Magengesundheit abträglich. Wer dauerhaft auf Schmerz- oder Rheumamedikamente angewiesen ist, hat ebenfalls ein erhöhtes Risiko für solche Störungen im Magen. Betroffene sollten mit ihrem Arzt abklären, ob gegebenenfalls die Einnahme eines magenschützenden Medikaments notwendig ist.

Dr. A. Sackmann Dr. Andreas Sackmann
Gesundheitsredakteur

aktualisiert am 10.01.2017
-

24 Fragen zu Notoperation am Magen

?
  1. Wie lang beträgt die Heilungsdauer eines Magengeschwürs?
  2. Wie erfolgt die Ernährung nach einer Magenblutung?
  3. Wann ist bei einem Magengeschwür eine Operation sinnvoll?
  4. Inwiefern kann Krebs hinter einer Magenblutung stecken?
  5. In welchen Fällen ist bei einer Magenblutung eine Operation unumgänglich?
  6. In welchen Fällen kann eine Magenblutung tödlich verlaufen?
  7. Inwiefern begünstigen Rauchen, Alkohol und Kaffee eine Magenblutung bzw. ein Magengeschwür?
  8. Inwiefern ist beim Erbrechen von Blut immer eine Magenblutung die Ursache?
  9. Inwiefern kann Cola die Magenschleimhaut schädigen, zu einem Magengeschwür oder einer Magenblutung führen?
  10. Können Schmerzmittel eine Magenblutung hervorrufen?
  11. Wann kann eine Anämie (Blutarmut) durch eine Magenblutung bedingt sein?
  12. Wann kann es aufgrund eines Magengeschwürs zu einem Magendurchbruch kommen?
  13. Was ist eine Sickerblutung im Magen oder Zwölffingerdarm?
  14. Welche Anzeichen deuten auf ein Magengeschwür hin?
  15. Welche Anzeichen lassen auf eine Magenblutung (Blutung im oberen Gastrointestinaltrakt) schließen?
  16. Welche Folgen hat ein Magendurchbruch?
  17. Welche Medikamente helfen bei einem Magengeschwür oder einem Zwölffingerdarmgeschwür?
  18. Welche Sofortmaßnahmen müssen bei einer Magenblutung erfolgen?
  19. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Bauchspeicheldrüsenkrebs und Magenblutungen?
  20. Welcher Zusammenhang besteht zwischen einer Leberzirrhose und einer Blutung im Magen bzw. in der Speiseröhre?
  21. Wie kann der Arzt eine Magenblutung über eine Magenspiegelung (Endoskopie) stillen?
  22. Wie kann man ein Magengeschwür selbst behandeln?
  23. Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt bei einer Magenblutung?
  24. Woran lässt sich ein Magendurchbruch erkennen?
War dieser Artikel hilfreich?

Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Notoperation am Magen

?
fragt Izabela   vor 6 Monate  203

Hallo. Mein Mann leidet seit über 20 Jahren an Geschwüren am Zwölffingerdarm. Oft wurde schon eine Magenspiegelung gemacht und anschließend nur ... mehr

?
Perforierte Geschwür   Offene Frage
fragt vonbraun   vor 6 Monate  67

hallo!ich wurde von perforierte geschwur operiert ,ich habe eine bitte, können sie mich helfen mit eine diät für lange zeit.respekt.

 
sagt Cornelia198   vor > 3 Jahre  2878

Ganz schwer zu sagen. Wenn er auf Intensivstation liegt, noch schwerer zu sagen, weil er dann mit Sicherheit noch in kritischem Zustand ist. Was sagen ... mehr

Alle Beiträge anzeigen: Allgemeinchirurgie » Notoperation am Magen

Stellen Sie Ihre Frage

Haben Sie bereits ein Benutzerkonto? Anmelden (Login)
Bitte wählen Sie ein passendes Forum aus.
Bitte geben Sie einen Titel für Ihre Frage oder Anmerkung ein.


Ja, ich möchte Antworten per E-Mail erhalten

Ich stimme den Nutzungsbedingungen und den Datenschutzbestimmungen zu.

Arztsuche

Ärzte
Portrait Dr. med. Werner Meyer-Gattermann, Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie Hannover, Hannover, Plastischer Chirurg Dr. W. Meyer-Gattermann
Plastischer Chirurg
in 30159 Hannover
Portrait Visiting Professor asoc. Dr. Dr. medic Marian Ticlea, T-Klinik für Plastische und Aesthetische Chirurgie am Rudolfplatz, Köln, Plastischer Chirurg Visiting Professor asoc. Dr. Dr. medic M. Ticlea
Plastischer Chirurg
in 50674 Köln
Portrait Dr. Hermann Solz, Mannheimer Klinik für Plastische Chirurgie, Mannheim, Plastischer Chirurg Dr. H. Solz
Plastischer Chirurg
in 68165 Mannheim
Alle anzeigen Zufall