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Inwiefern können Schmerzmittel wie Aspirin eine Magenblutung hervorrufen?

Lesezeit: 3 Min.

Schmerzmedikamente - Segen und Fluch

Kopfschmerzen, Erkältung, Entzündungen - bei diesen und zahlreichen weiteren Leiden wird gerne zum Aspirin® (Acetylsalicylsäure) gegriffen. Darüber hinaus dient es in der Herztherapie als Blutverdünner, um die Bildung von Blutpfropfen im Gefäßsystem zu verhindern. Neben den vielen positiven Eigenschaften, die der Acetylsalicylsäure (ASS) zugeschrieben werden, birgt ihre Einnahme aber auch Gefahren. Vor allen Dingen, wer täglich aus therapeutischen oder vorbeugenden Gründen Aspirin® zu sich nimmt, läuft Gefahr, an Magengeschwüren zu erkranken oder eine Magenblutung zu erleiden. Aber auch die meisten anderen Vertreter der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), zu denen auch das Aspirin® gehört, verursachen ähnliche Beschwerden. Auch Diclofenac und Ibuprofen beispielsweise, die häufig als Schmerzmittel eingesetzt werden, gehören zu den NSAR und können buchstäblich auf den Magen schlagen.

Wie wirken NSAR?

Sowohl die erwünschte Wirkung als auch die drohenden Nebenwirkungen der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) gehen auf die Beeinflussung des Enzyms Cyclooxygenase zurück. Dieser körpereigene Stoff existiert in zwei Formen, die fachsprachlich als COX-1 und COX-2 abgekürzt werden. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Regulation von Entzündungsprozessen. Darüber hinaus wirken die beiden Enzyme beim Schutz der Magenschleimhaut und der Nieren mit und beeinflussen die Blutgerinnung.

Über die Beeinträchtigung des COX-1 ergibt sich als Nebenwirkung von ASS (Aspirin) und anderen NSAR eine Schädigung der Magenschleimhaut. Abhilfe können die sogenannten selektiven COX-2 Hemmer schaffen. Sie beeinflussen lediglich die Enzymvariante, die bei Entzündungsprozessen eine Rolle spielt. Diese auch als Coxibe bezeichneten Medikamente bekämpfen Entzündungen genauso effektiv wie die herkömmlichen Präparate, sind jedoch weitaus schleimhautfreundlicher und magenschonender. In Deutschland ist diese Medikamentengruppe in Form von Etoricoxib, Celecoxib und Parecoxib erhältlich.

Bei einer Magenblutung droht Lebensgefahr

Eine Blutung des Gastrointestinaltrakts, wie die Magen-Darm-Blutung fachsprachlich auch genannt wird, kann lebensbedrohliche Formen annehmen. Wenn eine schwere Blutung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, führt sie in etwa 10 Prozent aller Fälle zum Tod. Damit es zu einer derart gefährlichen Situation kommen kann, muss ein größeres Blutgefäß verletzt sein. Als Ursachen dafür kommen bösartige Tumore ebenso infrage wie gutartige Magengeschwüre. Die große Gefahr von Einblutungen in den Magen liegt darin, dass sie dem Kreislaufsystem in kurzer Zeit große Mengen Blut entziehen können. Gleichzeitig werden sie aber erst dann bemerkt, wenn die akute Krisensituation bereits eingetreten ist.

Die blutgerinnungshemmende Wirkung von Aspirin® kann die Blutung zudem verschlimmern und die Behandlung schwieriger machen. Bei anderen Medikamenten aus der Gruppe der NSAR findet sich ebenfalls eine gerinnungshemmende Wirkung, wenn auch bei den meisten Mitteln bei weitem nicht so stark wie bei ASS.

Die Magenschleimhaut leidet

Um die Nährstoffaufnahme im Darm vorzubereiten, wird die Nahrung im Magen mithilfe des Magensaftes zersetzt. Der Magensaft enthält einen erheblichen Teil an Salzsäure, sein pH-Wert liegt zwischen 1 und 1,5. Damit zählt die Magensäure zu den starken Säuren, die zu erheblichen Verätzungen imstande sind. Um sich vor derartigen Verletzungen zu schützen, sondert die Magenwand eine schützende Schleimschicht ab. Solange sie dick genug und intakt ist, bietet sie wirkungsvollen Schutz vor der zersetzenden Wirkung der Magensäure.

Ein Faktor, der diese Schutzwirkung herabsetzen kann, ist die dauerhafte Einnahme der Schmerzmittel aus der NSAR-Gruppe. Darunter fällt auch die für viele Herzpatienten immens wichtige Einnahme von Aspirin®. Die Anwendung der Medikamente kann im Magen die verminderte Absonderung des schützenden Schleims bewirken. Durch die gehemmte Produktion des Gewebshormons Prostaglandin E2 in der Magenschleimhaut wird weniger neutralisierender Schleim abgeschieden. Der Schutz vor den aggressiven Magensäften ist herabgesetzt. Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre können in der Folge auftreten.

Diese beiden Erkrankungen gehen mit der Gefahr geschädigter und blutender Gefäße einher. Chronische oder akute Einblutungen in den Magen können die Folge sein. Sowohl die Dauer als auch die Dosis der Aspirin®- beziehungsweise Schmerzmittel-Therapie ist für die Gefahr von Magenblutungen bedeutsam. So sollen die regelmäßige tägliche Gabe von 75 Milligramm Acetylsalicylsäure, also Aspirin®, das Risiko einer Magenblutung verdoppeln. Die Gabe von 150 Milligramm pro Tag soll das Risiko sogar verdreifachen.

Wer schleimhautschädigende Medikamente dauerhaft einnehmen muss, kann die Magenschleimhaut durch die gleichzeitige Einnahme von Protonenpumpenhemmern schützen. Diese Medikamente, zu denen beispielsweise Omeprazol gehört, vermindern die Magensäureausschüttung und können erfolgreich dabei helfen, Geschwüre und Blutungen zu verhindern.

Dr. A. Sackmann Dr. Andreas Sackmann
Gesundheitsredakteur

aktualisiert am 27.01.2017
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hallo!ich wurde von perforierte geschwur operiert ,ich habe eine bitte, können sie mich helfen mit eine diät für lange zeit.respekt.

 
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