Hernien können zumeist sicher von Tumoren der Bauchwand unterschieden werden. Bei einem nässenden Nabel müssen Fisteln (Verbindungsgänge) von bloßen örtlichen Entzündungen unterschieden werden.
Nichtoperative Behandlungsmethoden von Bauchwandbrüchen wie beispielsweise das Anlegen eines Stützkorsetts oder eines strammen Bruchbands besitzen keinen Nutzen, können jedoch sogar weitere Schäden verursachen. Ohne operative Behandlung bleibt eine Bruchpforte offen. Nabelhernien verschließen sich jedoch in den meisten Fällen im 1. oder 2. Lebensjahr von alleine. Ein Auseinanderweichen der Bauchmuskeln (Rektusdiastase) muss meist nicht behandelt werden.
Bei einer Nabelentzündung ist meist ebenfalls eine nichtoperative Behandlung ausreichend, z. B. mit entzündungshemmenden Mitteln und Verbänden.
Bei Nabelbrüchen, die bis zum Kindergartenalter noch vorhanden sind, anderen Brüchen sowie bei Urachus- oder Dottersackfisteln ist eine Operation notwendig. Bei Brüchen muss der Bruchinhalt in die Bauchhöhle zurückverlagert werden und die Austrittsstelle (Bruchpforte) fest verschlossen werden. Bei Fisteln müssen diese entfernt werden. Wenn Gewebe (z. B. Darm) abgeklemmt ist und geschädigt wird, ist eine Notoperation erforderlich.
Die verschiedenen Operationen werden in der Regel in Vollnarkose durchgeführt.
Bei einem Nabelbruch wird ein kleiner Einschnitt unterhalb oder seitlich des Nabels vorgenommen. Der Bruchinhalt wird zurück in den Bauchraum befördert. Der Bruchsack wird abgeschnitten und die Bruchpforte vernäht. Meist wird die Stelle dann mit einem Druckverband versorgt.
Bei einer Supraumbilikalhernie (Bruch direkt über dem Bauchnabel) wird über einen Hautschnitt der Bruchinhalt wieder in den Bauchraum hineingestülpt und die Bauchwand zugenäht.
Bei einer epigastrischen Hernie (mittige Hernie zwischen Bauchnabel und Brustbein) werden zusätzlich Fettgewebsgeschwülste entfernt. Die Bauchwand wird vernäht, manchmal wird zur zusätzlichen Stabilisierung eine überlappende Vernähung der Muskelhülle vorgenommen (Fasziendoppelung).
Die Operation einer Rektusdiastase erfolgt in den allermeisten Fällen aus ästhetischen Gründen. Die Muskelhüllen (Faszien) der geraden Bauchmuskeln werden so miteinander vernäht, dass die Muskeln sich wieder nähern und die dazwischen liegenden Sehnenschichten verstärkt werden.
Beim Narbenbruch erfolgt, gegebenenfalls nach Entfernen der äußeren Narbe, eine Naht der Muskelhüllen und Bauchwandschichten.
Bei einem verbliebenen Dottersackgang wird die Bauchdecke an der Seite und unter dem Nabel in der Mitte aufgeschnitten. Der Gang beziehungsweise seine Überreste werden entfernt. Auch ein Meckel-Divertikel (damit zusammenhängende Darmausstülpung) wird abgetragen. Der Darm wird dicht vernäht und die Bauchwand geschlossen.
Eine Urachusfistel (Verbindungsgang zwischen Harnblase und Nabel) wird über einen Mittelschnitt im unteren Bauchbereich operiert. Der Gang wird herausgenommen. Es wird dann eine Drainage sowie ein Blasenkatheter gelegt.
Erweiterungen und Abänderungen der Operationsmethode kann es aus verschiedenen Gründen geben. Insbesondere bei Verbindungsgängen (Fisteln) kann nicht selten erst in der Operation der genaue Befund erhoben werden, so dass sich der Eingriff dann danach richtet. Bei Brüchen müssen manchmal Kunststoffnetze, sehr selten auch Gewebe von anderen Strukturen des Körpers als Verstärkung eingesetzt werden. Eventuell geschädigte Darmanteile müssen herausgeschnitten werden. Auch Komplikationen können dazu führen, dass Maßnahmen getroffen werden müssen, die zuvor nicht geplant waren.
Bei den genannten Operationen besteht ein relativ geringes Risiko für nennenswerte Komplikationen. Es besteht die Möglichkeit, dass Organe in der Nähe des Operationsbereiches in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies gilt besonders dann, wenn sie durch die Bruchpforte vorgefallen sind. Im schlimmsten Fall wird der Darm verletzt, wodurch Darminhalt durch die Öffnung in die Bauchhöhle treten und eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung hervorrufen kann. Des Weiteren kann es durch die Operation zu Blutungen, Nachblutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen und überschießender Narbenbildung mit funktionellen und ästhetischen Nachteilen kommen. Es kann zu Verwachsungen kommen. Nervenverletzungen können ein meist vorübergehendes, selten auch dauerhaftes Taubheitsgefühl bedingen. Schmerzen können auftreten. Allergische Reaktionen unterschiedlichen Schweregrades sind möglich. Eventuell eingenähte Kunststoffnetze werden mitunter vom Körper abgestoßen.
Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.
Der Eingriff gelingt in den meisten Fällen gut, und das Endergebnis ist unauffällig. Eine Bruchpforte ist jedoch weiterhin eine Stelle mit etwas erhöhter Gefahr, was erneute Hernienbildung betrifft. Ein solches Bruchrezidiv kann besonders dann auftreten, wenn eine starke Belastung auf die Bauchdecke einwirkt, z.B. bei schwerem Heben, starkem Husten und intensiv ausgeübtem Sport.
Falls gerinnungshemmende Arzneimittel wie Marcumar® oder Aspirin® eingenommen werden, müssen diese meist in Absprache mit dem Arzt vorübergehend abgesetzt werden.
Falls der Patient bereits am Operationstag aus der Klinik entlassen wird, sollte er sich abholen lassen. Schmerzmittel können am Operationstag durch den Arzt gegeben werden. Der Patient sollte für etwa eine Woche Bettruhe einhalten, sich eine weitere Woche schonen und für einige weitere Wochen keinen Sport treiben. Schulbesuch (ohne Sport) ist nach 2 Wochen möglich.
Kontrolluntersuchungen sind wichtig und erfolgen nach einem Tag, einer Woche und gegebenenfalls später. Die Fäden können nach einer Woche bis zehn Tagen durch den Arzt gezogen werden.
Besonderheiten und Symptome, die auf Komplikationen hindeuten könnten, sollten den Patienten veranlassen, kurzfristig den Arzt zu kontaktieren.