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Welche Antibiotika werden bei einer Divertikulitis angewandt?

Lesezeit: 3 Min.

Breitbandantibiotika erweisen sich als wirksam

Die medikamentöse Behandlung einer Divertikulitis erfolgt mithilfe von Antibiotika. Hierbei ist es von Wichtigkeit, dass der Arzt die geeigneten Antibiotika verordnet. Bestimmte Breitbandantibiotika erweisen sich in Kombination als wirksam bei einer akuten Divertikulitis. Diese Medikamentenkombinationen sind in der Lage, ein weit gefächertes Spektrum an unterschiedlichen Bakterien zu bekämpfen. Die Medikamente werden dem Patienten intravenös in Form von Infusionen verabreicht oder in manchen Fällen als Tabletten zur Einnahme gegeben.

Warum Antibiotika bei einer Divertikulitis?

Eine Divertikulitis wird durch Bakterien im Darm ausgelöst. In einem Divertikel, dessen Öffnung zum restlichen Darm hin mit Kot verstopft ist, staut sich der Darminhalt an und es kommt zur Entzündung. In schweren und komplizierten Fällen müssen die Bakterien mit antibiotischen Medikamenten bekämpft werden. Die Mikroorganismen werden durch Antibiotika an einer Vermehrung und Ausbreitung gehindert und abgetötet. Daraufhin kann das Immunsystem gegen die Entzündung in den Divertikeln vorgehen. Die Entzündung klingt nach und nach ab und die Divertikulitis heilt im besten Fall ab.

Warum Antibiotika intravenös (über die Vene)?

Intravenöse Antibiotika-Therapien werden dann angesetzt, wenn eine rasche und individuell auf den Patienten abgestimmte Wirkung erwünscht ist. Die Dosierung des Antibiotikums kann bei Infusionen optimal auf die Verfassung und Verträglichkeit des Patienten abgestimmt werden. Zudem wird mit Antibiotika-Infusionen schnell ein hoher Gewebespiegel des Medikaments erreicht, was bei Notfällen, wie bei einer schweren Divertikulitis, wichtig ist. Das Medikament steht durch die Infusion in kurzer Zeit in der gewünschten Dosierung zur Verfügung.

Der Wirkstoff in Tabletten muss generell erst über die Verdauung ins Blut gelangen. Hierdurch wird unnötig Zeit verschenkt und eine Entzündung kann sich weiter ausbreiten. Zudem können sich bei hohen Antibiotikadosen in Tabletten starke Nebenwirkungen einstellen. Antibiotikatabletten werden bei einer Divertikulitis daher nur unter bestimmten Umständen eingesetzt, beispielsweise wenn es sich um eine leichte Divertikulitis im Anfangsstadium handelt. Tabletten können ergänzend zu einer Infusionstherapie eingesetzt werden, wenn der Arzt eine Kombination aus verschiedenen Antibiotika für sinnvoll hält.

Was ist ein Breitbandantibiotikum?

Als Breitbandantibiotikum wird ein antibiotisches Medikament bezeichnet, welches gegen viele verschiedene Bakterien wirksam ist. Unter diesen Medikamenten finden sich unterschiedliche Präparate, die jeweils gegen ein anderes Spektrum an Erreger wirken. Der Vorteil dieser Medikamente ist, dass der Erreger einer Erkrankung nicht unbedingt bekannt sein muss, um bekämpft werden zu können. Die Mittel wirken gegen die meisten gängigen Bakterien, die hinter der Divertikulitis stecken können.

Welche Antibiotika wirken gegen eine Divertikulitis?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass bestimmte antibiotische Medikamente wirksam bei einer Divertikulitis sind. Der Arzt entscheidet im Einzelfall, ob die Antibiose (Antibiotika-Behandlung) notwendig ist und welche Mittel eingesetzt werden. Er bezieht Informationen wie den Verlauf der Erkrankung, den Zustand des Patienten oder Resistenzen in die Auswahl der Medikamente mit ein. Folgende Antibiotika und Kombinationen eignen sich zur Behandlung der Divertikulitis:

  • Metronidazol und Fluorchinolone (ab der zweiten Gruppe) wie Ciprofloxacin oder Moxifloxacin
  • bestimmte Penicillin-Abkömmlinge (Amoxicillin, Ampicillin, Piperacillin) und Beta-Lactamase-Inhibitoren (Sulbactam, Tazobactam)
  • Cephalosporine (der zweiten und dritten Gruppe) wie Cefuroxim

Wie lange dauert die Antibiotikatherapie bei einer Divertikulitis?

Die Verabreichung von Antibiotika bei einer akuten Divertikulitis erstreckt sich über sieben bis zehn Tage. In schweren Fällen der Divertikulitis beginnt die Gabe von Antibiotika stationär. Bessert sich der Zustand des Patienten im Rahmen der Behandlungsdauer, kann die Therapie ambulant fortgesetzt werden.

Zeigt die Antibiose über den angesetzten Zeitraum keinerlei Wirksamkeit, sollten die Antibiotika abgesetzt werden. Es ist in diesen Fällen wichtig, die Diagnose mithilfe einer Darmspiegelung erneut zu überprüfen. Liegt eine Divertikulitis vor, kann der Arzt eventuell das Antibiotikum wechseln. Teilweise kann sich eine entzündungshemmende Therapie mit entsprechenden Medikamenten als hilfreich erweisen. Bei unkomplizierter Divertikulitis eignet sich hier das Mittel Mesalazin.

Nebenwirkungen der Antibiotika

Die meisten Patienten vertragen Antibiotika gut. Dennoch können Antibiotika vor allem in hohen Dosen je nach Patient unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Dieser Umstand bezieht sich auf nahezu alle Breitbandantibiotika. 10 Prozent aller Patienten berichten über eine oder mehrere Nebenwirkungen, 90 Prozent verspüren hiervon nichts. Folgende Nebenwirkungen können durch Antibiotika auftreten:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Veränderungen des Hautbildes
  • Verdunklung des Urins
  • allergische Reaktionen
  • Fieber („Arzneimittelfieber“)
  • Pilzinfektionen im Darm und Mund (Candidose, Mundsoor)
  • gestörte Darmflora
  • Herzrhythmusstörungen

Vor allem bei starken, anhaltenden Durchfällen gilt es zu überlegen, die Therapie abzusetzen oder das Medikament zu wechseln. Es können vorbeugende medikamentöse Maßnahmen gegen den Durchfall durch Antibiotika ergriffen werden. Dies ist sinnvoll, wenn das verabreichte Präparat bekannt dafür ist, Durchfälle als Nebenwirkung hervorzurufen.



Letzte Aktualisierung am 05.09.2017.
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