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Welche Erreger spielen bei der Peritonitis eine Rolle?

Lesezeit: 3 Min.

Escherichia coli ist ein häufiger Erreger für das Entstehen einer Bauchfellentzündung

Eine Peritonitis (Bauchfellentzündung) kann eine Vielzahl von Ursachen haben. In den meisten Fällen ist diese lebensgefährliche Entzündung des Bauchraumes die Folge eines Organschadens im Bauchraum. Dabei werden die Erreger, in den meisten Fällen Bakterien, aus dem jeweiligen Organ in den Bauchraum verschleppt. Dort richten sie weiteren Schaden an.

Eine weitere Ursache sind Verletzungen, bei denen Keime der Hautoberfläche oder aus der Umgebung in die offene Wunde und damit in den Bauchraum gelangen. Dabei können auch Bauchorgane verletzt sein, so dass entsprechende Bakterien ebenfalls in der Bauchhöhle vorliegen können.

Eine seltenere Form der Bauchfellentzündung ist die primäre Peritonitis, bei der keine Verletzung oder ursächliche Erkrankung im Bauchraum vorliegt. Dazu gehört die spontane bakterielle Peritonitis, die beispielsweise im Rahmen einer Wasseransammlung im Bauch (Aszites) entstehen kann.

Jedoch kann die Peritonitis auch von anderen Substanzen verursacht werden, die in den Bauchraum gelangt sind – beispielsweise wenn während einer Röntgenuntersuchung des Bauchraumes ungewollt ein Kontrastmittel in den Bauchraum austritt, weil die Darmwand einen Defekt hat.

Die häufigsten Erreger einer Peritonitis

Welche Erreger hinter der Bauchfellentzündung stecken, hängt von der Ursache ab.

Bei einer primären Peritonitis stammen die Bakterien aus der Blutbahn. Oft ist es eine einzelne Bakterienart, beispielsweise sind es

  • Streptokokken
  • Pneumokokken

Die Unterform der spontanen bakteriellen Peritonitis wird oft ausgelöst durch

  • Escherichia coli
  • Klebsiella
  • Streptokokken
  • Staphylokokken oder
  • Enterokokken

Ist ein Darmdurchbruch beziehungsweise häufig eine Blinddarmentzündung die Ursache, dann ergießt sich der Darminhalt in die Bauchhöhle. Viele unterschiedliche Bakterienarten führen zur Peritonitis, beispielsweise:

  • Escherichia coli
  • Enterokokken
  • Staphylokokken
  • Streptokokken
  • bisweilen auch Salmonellen

Entsteht die Peritonitis aufgrund einer Verletzung der Haut, über die Keime eindringen, finden sich als Erreger oft mehrere Bakterien nebeneinander. Dazu gehören

  • Staphylococcus aureus
  • andere Arten von Staphylokokken
  • viele weitere mögliche Haut- und Umgebungskeime
  • bisweilen sogar die Pilzart Candida albicans

Escherichia coli

Sehr häufig steckt hinter der Peritonitis das Escherichia-coli-Bakterium, das im Darm von Menschen und Tieren vorkommt und in der Darmflora einen Anteil von etwa 0,1 Prozent einnimmt. In einem gesunden menschlichen Organismus ist das Escherichia-coli-Bakterium für die Produktion von Vitaminen, vor allem von Vitamin K, verantwortlich. Escherichia coli untergliedert sich in mehrere Stämme, von denen einige Krankheiten auslösen können. So zählt dieses Bakterium zu den häufigsten Auslösern einer Infektionskrankheit – wie eben einer Peritonitis. Jedoch können bei der Entzündung des Bauchraums auch sonst harmlose Unterarten der Coli-Bakterien eine Rolle spielen.

Enterokokken

Enterokokken sind sowohl im menschlichen als auch im tierischen Organismus verbreitet, erscheinen aber auch in zahlreichen traditionellen Lebensmitteln wie etwa Käse. Zwei Spezies von Enterokokken nehmen im menschlichen Verdauungssystem eine wichtige Rolle ein, weshalb sie auch probiotischen Lebensmitteln zugesetzt werden, um die Darmflora zu unterstützen. Einige Stämme können allerdings – vor allem bei Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist – Infektionen auslösen. Neben Peritonitis können Enterokokken auch Sepsis (Blutvergiftung), Endokarditis (Herzentzündung) oder Harnwegsinfekte verursachen. Diese lassen sich antibiotisch behandeln, sofern die betroffenen Patienten keine Resistenz gegen das jeweilige Antibiotikum entwickelt haben.

Salmonellen

Seltener wird eine Peritonitis von Salmonellen verursacht. Hierbei handelt es sich um Bakterien, die eng mit Bakterien der Gattung Escherichia verwandt sind und sowohl inner- als auch außerhalb von tierischen und menschlichen Organismen vorkommen. Salmonellen können nicht nur eine Peritonitis verursachen, sondern vor allem Salmonellosen. Zu den typischen Krankheiten gehören Typhus, Paratyphus sowie Brechdurchfall. Bei diesen Krankheiten handelt es sich um sogenannte Zoonosen, da sich sowohl Mensch als auch Tier anstecken können. Sehr oft infizieren sich die Betroffenen über Lebensmittel; zu den möglicherweise mit Salmonellen belasteten Lebensmitteln gehören vor allem Eier und Geflügelprodukte. Salmonellosen gehören in Deutschland laut Infektionsschutzgesetz zu den meldepflichtigen Krankheiten, die Zahl der Erkrankungen ist in den vergangenen Jahren aber stetig und massiv zurückgegangen.

Streptokokken

Auch die kugelförmigen Streptokokken-Bakterien können in seltenen Fällen eine Peritonitis verursachen. Streptokokken verwerten in der Natur Kohlenhydrate, wobei sie Milchsäure bilden. Weil sie im Umfeld organischer Substanzen bestens gedeihen, etwa an Pflanzen oder abgestorbenen Pflanzenteilen, werden sie genutzt, um Pflanzenmaterial zu konservieren oder Sauermilchprodukte herzustellen. Einige Stämme siedeln ferner an Menschen und Tieren und können leichte bis schwere Erkrankungen wie etwa Karies oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. Des Weiteren können Streptokokken Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen oder eine Herzinnenhautentzündung verursachen. Gelangen sie in die freie Bauchhöhle, entsteht auch hier eine Peritonitis.

Staphylokokken

Auch Staphylokokken, Bakterien, die aus kugelförmigen Zellen bestehen, können als Ursache für eine Peritonitis in Frage kommen. Als Krankheitserreger besiedeln Staphylokokken die Haut sowie Schleimhäute von Menschen und warmblütigen Wirbeltieren, sie kommen aber auch in Gewässern, in der Luft sowie in Lebensmitteln vor. In der Medizin werden Staphylokokken in drei verschiedene Stämme eingeordnet. Ein Problem stellen dabei die multiresistenten Stämme dar, die Resistenzen (Unempfindlichkeiten) gegen verschiedene Antibiotika entwickelt haben. Gerade diese Stämme machen deshalb eine Therapie der jeweiligen Erkrankung mit Antibiotika schwierig oder sogar unmöglich.



Letzte Aktualisierung am 11.08.2017.
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